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4. Nachhaltigkeit und Antriebsarten Mehr Möglichkeiten für den "Platzhirsch Lkw"

Nachhaltigkeit und alternative Antriebe

Im Verkehrssektor entstehen insgesamt rund 20 Prozent aller CO2-Emissionen in Deutschland. Der Straßengüterverkehr ist nur für 5,9 Prozent der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich (2019). Der Anteil von Lkw an der Gesamtfahrleistung betrug unter 12 Prozent. Das bedeutet, die Straßenauslastung besteht zu 88 Prozent aus Individualverkehren mit Pkw und Motorrädern sowie dem Busverkehr.

Im Lkw-Verkehr sind die spezifischen Emissionen pro Verkehrsleistung (Tonnenkilometer) seit 1995 durch bessere Motoren, Abgastechnik und eine bessere Kraftstoffqualität deutlich gesunken. Die Schwefeldioxis-Emissionen verringerten sich um mehr als 99 Prozent im Vergleich zum Ausgansniveau, die der Kohlendioxid-Emissionen um 32,3 Prozent. Die Verkehrsleistung der Lkw ist zwischen 1995 und 2019 allerdings um 78,3 Prozent gestiegen. In Bezug auf die Gesamtemissionen des Straßengüterverkehrs zeigt sich daher, dass die CO2-Einsparungen aufgrund der gestiegenen Verkehrsleistung sogar überkompensiert wurden. Die absolzten Kohlendioxid-Emissionen im Betrieb des Straßengüterverkehrs erhöhten sich zwischen 1995 und 2019 trotz technischer Verbesserungen von 39,3 auf 47,4 Millionen Tonnen, also um 21 Prozent.

Eine bessere Klimabilanz als der Lkw (113 g pro Tonnenkilometer) haben der Schienengüterverkehr (nur 17 g/tkm) sowie das Binnenschiff (30 g/tkm).

Die Logistik kennt ihre Verantwortung

Karl Gernandt, Executive Chairman, Kühne Holding AG

Gemeinsam mehr erreichen - Potenziale und Handlungsbedarf

Es ist unstrittig, dass auch der Güterverkehr zur Erreichung der Klimaziele beitragen muss. Dies kann aber nicht mit immer mehr Regulierung, Verboten und nationalen Alleingängen gelingen. Die Politik sollte mehr Anreize schaffen für Firmen und Kunden.

Die Ladeinfrastruktur für E-Lkw muss gesteuert EU-weit ausgebaut werden, ein Chaoss von Anbietern und Systemen wie bei Pkw darf es nicht geben. (Foto: (©scharfsinn86 - stock.adobe.com)

Die Ladeinfrastruktur für E-Lkw muss gesteuert EU-weit ausgebaut werden, ein Chaoss von Anbietern und Systemen wie bei Pkw darf es nicht geben.

Die Elektromobilität allein ist dennoch keine Lösung. Sie kann aufgrund des Gewichts der Batterie und der benötigten Leistung im Güterbereich nicht so schnell umgesetzt werden wie im Individualverkehr und ist derzeit daher nur im Nachverkehr beziehungsweise im innerstädtischen und innerbetrieblichen Bereich.

Die Forschung an und Entwicklung von Alternativen - auch alternativen Kraftstoffen - sollte gleichberechtigt weiter gefördert werden. Generell muss das Angebot an günstiger grüner Energie vergrößert werden. "Power to Liquid" aus grünem Wasserstoff ist für die Logistik eine Übergangstechnologie, mit der man die Verbrennungsmotoren zunächst beibehalten kann. Die Förderung von alternativen Antriebskonzepten muss sich auch auf die Seehäfen erstrecken, damit die Energiewende auch ind er Hafenwirtschaft gelingen kann. Wichtig ist eine europaweite Einigung auf einheitliche Klima- und Umweltschutzmaßnahmen auch und gerade rund um den Güterverkehr.

Insbesondere die KMU müssen bei der Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen für den klimaneutralen Transport sowie der Modernisierung von Intralogistikanlagen und Logistikzentren gefördert werden.

Für den Markthochlauf alternativer Antriebe und Kraftstoffe bedarf es eines einheitlichen und angemessenen CO2-Preises, der Stärkung und Förderung von Sharing- und Pooling-Ansätzen sowie des Ausbaus von "grünen" Wasserstoffangeboten.

Im Reporting-Bereich darf die geplante EU-Taxonomie nicht zu weiterer Bürokratisierung führen und sich nicht mit den etablierten Standards wie beispielsweise GRI widersprechen.

Anträge zu Förderungsprogrammen müssen vereinfacht gestellt werden können.

Unsere Anregungen auf einen Blick

  • Anreize für Firmen und Kunden statt Verbote und nationale Alleingänge
  • Alternative Antriebsmöglichkeiten im logistischen Einsatz sinnvoll bewerten
  • Forschung und Entwicklung weiterer Alternativen gleichberechtigt fördern
  • Güter stoppen nicht an Grenzen, Umweltschutz auch nicht: gemeinsame, europäische Einigung auf Maßnahmen anstreben
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