Dezember 1944
Der Lageraufbau im sogenannten „Forst Hochholz“ begann ab Dezember 1944 durch Häftlinge aus dem KZ-Außenlager Wels I. Hans Maršálek hält als Gründungsdatum den 12.3.1945 fest - Eintreffen der ersten Todesmärsche. Das Konzentrationslager Gunskirchen wurde als Auffanglager für jüdische Häftlinge konzipiert und war ein Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen.
Zwischen Gunskirchen und Edt bei Lambach
Das Konzentrationslager Gunskirchen befand sich in einem Waldgebiet an der Gemeindegrenze zwischen Gunskirchen und Edt bei Lambach Lambach – ca. 550m von den beiden Gemeindegrenzen.
Für das Lagergelände wurde ein ganzes Waldstück gerodet, das Holz der gefällten Bäume wurde zum Bau der Baracken verwendet. Heute erinnern ein Denkmal an der Straße, der in Richtung des Ortsteils Saag führt und eine Gedenktafel und ein Gedenkstein am ehemaligen Lagergelände an das grausame Konzentrationslager.
Die zum Aufbau des Lagers ab Ende 1944 eingesetzten Häftlinge (ca. 400) waren polnischer, französischer, belgischer und russischer Herkunft und wurde in der Volksschule untergebracht. Der Kommandant des Konzentrationslagers Mauthausen beschloss am 14.4.1945, dass die Häftlinge die im Zeltlager in Mauthausen interniert waren nach Gunskirchen überstellt werden sollten. Diese Transporte können durch Aufzeichnungen der Gendarmeriedienststellen sowie aus ZeitzeugInnenberichten der Lokalbevölkerung nachgewiesen werden.
Viele der Häftlinge wurden nicht mehr namentlich registriert, die genaue Zahl ist unbekannt. Schätzungen zufolge waren bis zu 20.000 Häftlinge im Konzentrationslager Mauthausen interniert. Überwiegend waren es ungarische Juden vom „Süd‐Ost‐Wall“, die im Außenlager Gunskirchen interniert waren.
Neben den vielen unregistrierten Häftlingen aus dem Zeltlager, wurden auch registrierte jüdische Häftlinge aus dem Frauenkonzentrationslager Mauthausen ins Außenlager Gunskirchen verlegt. Viele der Häftlinge starben bereits während der Todesmärsche, nach der Ankunft in Gunskirchen starben pro Tag bis zu zweihundert Häftlinge. Ursachen dafür waren unter anderem auch die mangelhafte Verpflegung, eine ausgebrochen Typhusepidemie und die Misshandlungen durch die SS.
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