Wie Politik und Wirtschaft vom Logistikwissen profitieren können
Pandemie, Klimawandel, Materialknappheit, globaler Wettbewerb, Kundenwünsche, Nachhaltigkeit – der Wirtschaftsbereich Logistik steht auch in den kommenden Jahren vor immensen Herausforderungen.
Um sie zu bewältigen, werden mehr Transparenz, mehr Vernetzung sowie effizientere Lager, Umschlags- und Transportmöglichkeiten benötigt. All dies gelingt nur mit stetigen Innovationen. Ein enger Schulterschluss mit der Wissenschaft ist nötig, um neue Technologien und Lösungen zu entwickeln.
Gleichzeitig zeigen Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung in der Planung und Steuerung von Wertströmen bereits heute jeden Tag ihre Kompetenz im Wirtschaftsbereich Logistik. Diese Expertise bieten sie auch Politik und Verwaltung an, damit diese das tägliche Geschäft, aber insbesondere Krisen wie die Pandemie oder Naturkatastrophen besser managen und die Versorgungssicherheit gewährleisten können.
Logistik als Disruption
Logistik steht an der Schwelle zur Silicon Economy. Die vollständige Digitalisierung unserer Lieferketten und Infrastrukturen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz ist alternativlos, um die Mobilität von Menschen und Gütern zukunftsfähig zu gestalten und unsere Klimaziele zu erreichen. Digitalisierung zu fordern ist einfach, sie umzusetzen ändert einfach alles. Um das Big Picture vernetzter Supply Chain Eco-Systeme wahr werden zu lassen, kommt es jetzt darauf an, unsere Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen. Die Logistik als Branche und als Wissenschaft muss sich neu positionieren, ihre Kräfte bündeln und die Technologien der Silicon Economy gestalten. Logistik muss disruptiv werden.“
Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel, Geschäftsführender Institutsleiter, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund
Gemeinsam mehr erreichen
Die Politik sollte künftig stärker auf die Kompetenz der Unternehmen im Wirtschaftsbereich Logistik zurückgreifen – Beispiel Versorgungssicherheit in Deutschland, Impfstofflogistik, Katastrophenschutz oder Entwicklungshilfe. Das Know-how der Unternehmen wurde – obwohl aktiv angeboten – bisher selten abgerufen.
Wir empfehlen die Einrichtung von Koordinationsstellen für Logistikthemen. Zentrale Ansprechpartner in Ministerien und der Verwaltung ermöglichen ein effizientes und schnelles Handeln.
Kräfte vereinen, um Innovationen zu erzielen: Vorhandene Lösungsvorschläge zum Beispiel in der urbanen Logistik, wie die leise Nachtlogistik oder kleine Logistik-Hubs in Wohn- und Arbeitsgebieten, müssen aufgenommen und gefördert werden.
Forschungsförderung hat bisher noch sehr selten explizit Innovationen in der Logistik zum Ziel und Thema. Indem Fragestellungen aus der Logistik stärker in der Forschung etabliert und die entsprechenden Programme ausgebaut werden, heben die Logistik und die Politik gemeinsam die Potenziale für einen funktionierenden Wirtschaftsstandort Deutschland.
Unsere Anregungen auf einen Blick
- Logistiknetzwerke und -Unternehmen als Wissensressource verstehen und nutzen
- Zentrale Koordinationsstellen für Logistikthemen
- Logistische Fragestellungen mit Förderprogrammen etablieren
Credits:
Erstellt mit einem Bild von athree23 - "board chalk business"