K&G GO ICELAND • 2 REYKJAVIK

Zitat von Marc: Memo an mich selbst: GPS Signal abwarten!

Im Hochsommer nach Island zu fahren ist nicht zwangsweise die beste Idee für Fotografen. Wer sich jetzt fragt warum, der muss es sicherlich selbst erlebt haben. Die Sonne steht bei wolkenlosem Himmel erstaunlich hoch und die Zeit zum Besten fotografieren ist zwar sehr lange, liegt aber dennoch zwischen 20 Uhr abends und 5 Uhr in der Früh.

Das ist auch der Grund warum wir bereits am ersten Tag entschieden haben, unseren Schlafrythmus zu verändern und die Arbeit in die Nacht zu verlegen. Vorher mussten wir allerdings die Erfahrung mit 400km auf Islands Straßen mitnehmen, kaputten Zapfsäulen und der gnadenlosen Sonne des Nordens. Am Nachmittag war daher die erste Exkursion von Reykjavik aus schon vorbei und wir alle in unseren Betten. Allerdings nur bis um kurz vor 9 Uhr um dann wieder in die isländische Nacht zu starten. Die ist gar keine Nacht sondern eher konstanter Sonnenuntergang. Die maximale Dunkelheit hier entpsricht ungefähr 15-20 Minuten vor der blauen Stunde in Deutschland. Der Himmel glüht also konstant von der Sonne selbst wenn diese hinter dem Horizont kurz abgetaucht ist.

Diese Woche drehen wir Videos hier in Island und füllen das Portfolio mit Bewegtbildern. Natürlich machen wir auch Fotos und Tutorials drehen wir auch noch... alles rund um die Fotografie.

RED EPIC FILMKAMERA

Unsere Ausrüstung sieht übrigens wie folgt aus. Zum Fotografieren haben wir zwei 5D Mark III dabei und einen ganzen Satz Tamron Objektive. 15-30, 24-70, 70-200 und das 150-600. Die Bildstabilisierung taugt auch prima zum Filmen. Als keine Zwischendurchkamera haben wir die GH4 im Gepäck. Die macht Zeitraffer und braucht keinen wirklichen Platz. Dazu kommt eine volle Ladung Sony 7s um auch entsprechend Video aufzunehmen. Ich werde die Tage mal über die Ausrüstung ein kleines Video machen.

35mm f2

Echt interessant ist es für alle im Team von einer Kamera auf die nächste Kamera zu wechseln. Alles andere Marken und Knöpfe. So langsam werden wir fit und können alle Kameras blind bedienen. Wobei ich jetzt schon sagen muss, dass ich das DSLR fotografieren echt vermisst habe. So ne 5D Mark III ist halt doch irgendwie geil. Die ganzen Videos bei Facebook entstehen übrigens gerade mit dem Sony Richtmikrofon und wer sich gefragt hat, warum der Ton so geil ist, das ist der Grund. Erstaunlich ist aber auch zu sehen, wir unterschiedlich verschiedene Kameras mit verschiedenen Situationen zurecht kommen und welche Vor- und Nachteile jede Kamera hat. Meistens merkt man es ja doch nicht durch das Lesen von Kameradatenblättern sondern erst wenn man die Kameras wirklich vor Ort im Einsatz hat. Aber wann hat man schon mal das Glück verschiedene Kamerasysteme ohne Einschränkungen in der Praxis zu nutzen.

Sony, Panasonic und noch viel Canon.

Unser Tag sieht hier in Island wirklich unglaublich irre aus. Wir fahren wild durch die Gegend und spotten Locations, suchen Spots und versuchen besonderen Aufnahmen zu erzeugen. Die isländischen Straßen sind ok, manchmal muss man auf eine sog. GRAVEL-Straße ausweichen aber unser Fiat Trafic schafft erstaunlich viel. Aber langsam fällt das Teil auseinander. Wir haben 4 Warnungen auf dem Display. BreakFault, Gearbox, Lights und ein komisches Schleifen an der Hinterachse... :-)

Trotzdem ist der Trafic eine prima Sache hier. Wir haben die komplette Hinterbank ausgebaut und nutzen fast 2m Ladefläche. Wir müssen nicht ständig alles auf und abbauen und greifen nur noch die Dinge raus, die für das jeweilige Set gebraucht werden. Besser als jeder PKW.

Wir schlafen nur in Hostel und da wir jetzt dazu übergegangen sind tagsüber zu schlafen und nachts zu arbeiten, sind die Straßen schön leer und wir können in Ruhe fotografieren. Die meisten Spots sind leer und Touristen versperren uns nicht die Sicht.

Marc ist mal wieder Chauffeur!

Island ist großartig und wir hatten tolle Spots bereits am ersten Tag. Wir hatten gestern natürlich auch extrem viel Glück mit dem Wetter. So heiß und hell es war, so tolle Lichtstimmungen hatten wir dadruch auch vor unseren Linsen.

Das ist die Sonne um ca. 22 Uhr :-)!

Einen großartigen Wasserfall konnten wir zum Fotografieren nutzen und ich habe auch wirklich probiert bis an den Wasserfall heran zu gehen. Die aufsprühende Gischt war leider so extrem, dass man nur ca. 2-3 Aufnahmen machen konnte bis das Objektiv wieder komplett zugenebelt war. Also vor jeder Aufnahme schön die Frontlinse putzen, dann schnell framen und abdrücken. Danach das ganze Spiel wieder von vorne. Tolle Aufnahmen im Gegenlicht sind dabei entstanden. Ich werde die Tage Aufnahmen zeigen, jetzt muss ich aber gleich wieder los. Marc wartet schon.

15-30mm f2.8

Essen ist noch so eine Sache die uns bereits am ersten Tag in Island geschockt hat. Island ist schweineteuer. Richtig Essen gehen kostet um die 40-50 € pro Person. Wow, so doll hatten wir das nicht erwartet. Zudem kostet es Zeit und das haben Fotografen ja bekanntlich nie. Daher machen wir Selbstverpflegung und statten unseren Van voll mit Nahrung aus, futtern dann an der Location vor Ort. Ich fand es dann doch etwas komisch in einem Laden einkaufen zu gehen, dessen Logo ein DICKES FETTES SCHWEIN ist. Da kommt man gleich irgendwie ertappt vor.

Wetter ist noch so eine Sache. Wir warten ja seit gestern auf einen Heli-Flug, haben aber nicht das richtige Wetter. Nebel ist angekündigt und gestern Nacht kamen schon die ersten Vorboten dieses Nebels. Heli fliegen ist bei Sonnenschein nicht zu empfehlen. Zu starke Kontraste im Gegenlicht und im Mitlicht dauern der Heli auf dem Bild. Starke Bewölkung mit Lücken ist die beste Lichtquelle fürs Helifliegen. Das haben uns auch alle Piloten hier versichert.

Wie dem auch sei, das Wetter in Island kann stündlich umschlagen und Wetterprognosen sind nur einige wenige Stunden sicher und sinnvoll. Während wir gestern im schönsten Sonnenuntergang angefangen haben zu fotografieren hatten wir von jetzt auf sofort plötzlich den dicksten Nebel um uns herum!

35mm f2

Wir probieren in Island gerade die eine oder andere Fototechnik neu aus und haben daher auch ein Super-Tele mitgenommen. Panoramen bei 500mm sind schon krass. Genauso die Möglichkeit Distanzen zu schrumpfen. Unfassbar was sich in den letzten Jahren in der Fotografie getan hat. Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt.

Das 150-600mm macht echt erstaunlich oft Sinn!

Besonders spannend ist auch, welche Orte man in Island problemlos mit dem Van erreichen kann. Der Abschluss des gestrigen Abends fanden wir auf einem Gipfel in der Nähe der Thermalquellen. Eine großartige Aussicht auf das Zuziehen der Gipfel mit Nebel. Wir standen wirklich von 2 Uhr Nachts bis 4 Uhr Nachts auf einem einsamen Gipfel und haben uns über Nebel gefreut... :) Kennt ihr das? Wir Fotografen freuen uns über tolle Wolken, besondere Gesteinstrukturen und Gegenlicht mit Staub :-). Wer kann uns verstehen???

24mm f2.8

Zum Abschluss noch der Hit des Tages. Marc schaut so traurig weil er gerade nen Laufpass von Quadrophelia bekommen hat. Er war jetzt fast über ein Jahr mit ihr zusammen, sind durch dick und dünn gegangen und plötzlich ist sie einfach auf und davon!

35mm f2

Wir befanden uns gerade an einem besonderen Spot in Island. Dort wo die tektonischen Platten von Europa und Nordamerika zusammenstoßen und einen großen Riss durchs Land bilden. Unsere Idee war es mit der Drone ein Bild von oben zu fotografieren. Und zwar von direkt oben nach unten im Weitwinkel. So eine Art Heli-Landschaftsaufnahme. Und weil wir zu ungeduldig waren, ja es ist wirklich so, haben wir nicht auf ein valdies GPS Signal gewartet. Tja, böser Fehler. Nachdem wir eigentlich nur so 50 Meter direkt in die Höhe fliegen wollten, sagte Quadrophelia zu Marc WINKE WINKE und düßte einfach ab! Sie war nie wieder gesehen. Wir konnten noch ein Bild vom Start machen...

...und noch ein letztes Bild mit 600mm aus der Ferne! Dann ward sie nie wieder gesehen... SCHNIEFF

Immerhin müssen wir jetzt 2kg weniger zurück nach Deutschland nehmen und ich hab einen Grund Marc für alle Ewigkeiten wegen seiner Ungeduld zu dissen. Er muss sich natürlich die neue Phantom holen und ich hab endlich auch wieder ein paar Spaßkäufe frei... Glück im Unglück!!!

35mm f2.8

Erstaunlich... alle Fotos von oben sind an einem Tag entstanden. Ich kenne kein Land das innerhalb weniger Kilometer so sehr sein Aussehen verändert wie Island. Das Wetter kommt zur Vegetation hinzu und man kann innerhalb von kürzester Zeit unglaubliche Landschaften und Locations sehen! Ich sage einfach nur WOW! Unfassbar dieses Land.

In diesem Sinne... bis morgen!!! Ich muss los! Die anderen warten!

LG Martin

Created By
Martin Krolop
Appreciate
(C) Martin Krolop www.krolop-gerst.com/blog

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