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Smarte Impulse – Medizinische Innovationen made in Leipzig

International beachtete Spitzenforschung und modernste Ausbildung, jahrhundertelange Tradition und innovative Gegenwart – als Medizinstandort setzt Leipzig Maßstäbe. Wo einst die zweitälteste medizinische Fakultät Deutschlands gegründet wurde, schreibt heute eine beachtliche Vielfalt an Einrichtungen diese Geschichte fort. Und während von hier aus kontinuierlich neue Erkenntnisse ihren Weg rund um den Globus antreten, begrüßen renommierte Akteure immer wieder die internationale Fachwelt zum Austausch und Diskurs in Leipzig.

Bild oben: Spinnerei, Spinlab © Philipp Kirschner

Mit dem ICCAS (Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie) wurde 2005 an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig eines der heute bedeutendsten Forschungszentren für Biomedizinische Technik in Deutschland gegründet. Aus der engen Verzahnung von Medizin, Technik und Informatik sind Entwicklungen wie der intelligente OP-Saal hervorgegangen, in welchem Medizingeräte unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren oder die einzelnen Schritte eines medizinischen Eingriffs vorausschaubar sind. Zur Erfolgsgeschichte gehört auch das klinische Informationssystem „oncoflow“, eines der ersten Systeme zur interdisziplinären Planung von Tumorbehandlungen zwischen Onkologen, Radiologen und Chirurgen. Aktuelle Themen sind KI-basierte Therapieentscheidungsmodelle, 5G in der Notfallmedizin, medizinische Robotik und MR-gestützte Interventionen.

Bild rechts: Demo-OP © ICCAS

Fit für die Praxis dank modernster Simulation

Eine erfolgreiche Ausgründung des ICCAS, die Phacon GmbH, bereitet künftige Mediziner*innen auf die Praxis vor. Hier werden Knochenteile per 3D-Druck nachgebildet und medizinische Trainingssysteme für die realitätsnahe Übung gefertigt. Sei es Ultraschall oder die Öffnung eines Schädels - die bestmögliche Vorbereitung von Studierenden auf die medizinische Praxis steht auch in der LernKlinik Leipzig im Fokus. Mit den rund 300 Simulatoren, Phantomen und Geräten ist die LernKlinik Leipzig derzeit eines der modernsten Simulationszentren Europas.

LernKlinik Leipzig © Universität Leipzig; Fotograf Christian Hüller

Starke Infrastruktur für medizinische Innovationen

Für solch wegweisende Entwicklungen bietet Leipzig das perfekte Umfeld, denn die Region gehört zu den deutschen Life Sciences Clustern mit der höchsten Dynamik. Die Stärke des Standortes liegt vor allem in der schnellen Translation und Markteinführung von Innovationen aus Biotechnologie, Biomedizin, Medizintechnik und Bioinformatik. Basis ist etwa die international anerkannte Grundlagenforschung im Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und im Deutschen Biomasseforschungszentrum. Unternehmen aus Biotechnologie, Medizintechnik, pharmazeutischer Industrie und Bioinformatik profitieren in Leipzig von einer engen Vernetzung. So arbeiten auf dem „Life Science Campus“ unter anderem die Medizinische Fakultät sowie die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig, das Zentrum für Biotechnologie und Biomedizin, der biotechnologisch-biomedizinische Inkubator BIO CITY LEIPZIG, und das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie fast Tür an Tür.

Beste Bedingungen für neue Ideen

Von diesem fruchtbaren Umfeld profitieren auch Start-ups, die mit neuen Ideen Entwicklungen vorantreiben und über Leipzig hinaus etablieren. Mit DIPAT kommt beispielsweise die erste online abrufbare Patientenverfügung aus Leipzig und steht heute Menschen im ganzen Bundesgebiet zur Verfügung. Das Start-up „mementor“ ist einer der ersten Anbieter digitaler Medizinprodukte auf dem Gebiet der Schlafmedizin und hat eine wissenschaftlich fundierte, digitale Lösung zur Behandlung von Schlafstörungen via Smartphone entwickelt – die amtliche Zulassung als „App auf Rezept“ inklusive.

Therapie App © eCovery

Als „Physiotherapeut für die Hosentasche“ bietet das Leipziger Start-up „eCovery“ mithilfe einer medizinisch fundierten Trainings-App neue Möglichkeiten der Rehabilitation nach Gelenksverletzungen und -erkrankungen. Dafür greifen innovative Sensorik, eine digitale Anwendung und fundiertes medizinischen Fachwissen ineinander. Mehr zu eCovery erfahren Sie im Video.

Bild im Hintergrund: Benedict Rehbein, Marcus Rehwald und Alexander Georgi, Gründer eCovery © Florian Pappert

Tagungen und Kongresse als wichtiger Impulsgeber

Bild oben: Congress Center Leipzig © Philipp Kirschner

Wie genau das aussehen kann, hat eCovery zuletzt im Kongressprogramm der Weltleitmesse OTWorld vorgestellt. Nachdem die Covid19-Pandemie auch das Verhältnis von Therapeut*innen und Patient*innen verändert hat, ist das Thema digitaler Reha-Angebote aktueller denn je. Aufgrund der Pandemie fand auch die OTWorld erstmals komplett digital statt. Sonst hätte der Kongress traditionell viele Tausend Kongressteilnehmer*innnen und Fachbesucher*innen im Congress Center Leipzig (CCL) begrüßt. Als international führender Branchentreffpunkt geht es bei der Kongressmesse um die moderne Hilfsmittelversorgung und Expert*innen aus der ganzen Welt nutzen diese Innovations- und Dialogplattform.

Bild links: OTWorld2018 © Tom Schulze

Als größte Tagungslocation der Stadt begrüßt das CCL Jahr für Jahr wichtige medizinische Kongresse zahlreicher Fachbereiche und bietet den Raum für neue Impulse, fachlichen Austausch und gemeinsame Weiterbildung. Prominentes Beispiel ist der Leipzig Interventional Course LINC. Der fachgebietsübergreifende Kongress hat sich in Leipzig zur globalen Plattform für Gefäßmedizin entwickelt und gilt auch in der Kongressbranche als beispielhaft für die Umsetzung von Megatrends wie Digitalisierung und neuartige Raumkonzepte. Darüber hinaus bringen jedes Jahr medizinische Fachgesellschaften ihre Jahrestagungen nach Leipzig und tragen damit weiter dazu bei, das Profil als innovativer Medizinstandort zu schärfen.