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Es soll automatisch gehen, aber in Wahrheit müssen Sie diesen Knopf drücken. John Brunner, »Morgenwelt«

Wenn der Wind der Veränderung weht,

bauen die einen Mauern

und die anderen Windmühlen.

Seit Ende 2015 ist dieses angebliche chinesische Sprichwort stets die zweite »Folie« meiner Schulungen und Vorträge, noch vor der Eigenwerbung für mein nach wie vor weitgehend aktuelles InDesign-Buch von 2012. (Und irgendwann kann man hier vielleicht auch den Zeilenumbruch steuern, ohne zwangsweise einen neuen Absatz anzufangen. Das funktioniert in InDesign übrigens seit zirka zwanzig Jahren tadellos. Aber das ist ja auch von Adobe. Äh, Moment …)

Seit also eines Werktagvormittags gegen 11:00 am Münchner Hauptbahnhof ein joggingbehoster, zerzauster Mittfünfziger mit Bierfahne und -flasche in Gesicht beziehungsweise Pranke angesichts der ersten wahrnehmbare(re)n größeren Migrantengruppen in der Stadt über das »arbeitsscheue Gesindel« lästerte und meine Kollegin ihn daraufhin beherzt fragte, was er eigentlich so den ganzen Tag treibe; spätestens aber, seit meine Gattin bei der kommunalen Flüchtlingsunterbringung der Stadt München beschäftigt ist, habe ich irgendwie das Bedürfnis, möglichst viele Menschen zu Windmühlenbauern oder doch zumindest -duldern zu machen. Wegen der alles andere als zeitgemäßen MPFDA-Partei in Bayern (Runen: »10H«, »PAG«) ist das leider in keinerlei Hinsicht einfach, aber andererseits sind hier bis weit in meine Jugend hinein auch noch ganz offiziell Nazi-Erziehungsratgeber verlegt worden, und heute schütteln die meisten Menschen darüber zum Glück so fassungslos die Köpfe, wie sie es in vielleicht (hoffentlich) dreißig Jahren über die heute Erdölvernichtung tun werden. Falls die rund ums verbleibende Erdöl immer teurer geführten Kriege dann noch irgendwo intakte Köpfe zum Schütteln übrig gelassen haben.

Aber zurück zu den sprichwörtlichen Windrädern, die als Motto ja auch wunderbar in jeglichen Bildungskontext passen und sich darum als Einstimmung auf Wissensveränderung geradezu aufgedrängt haben. Der Spruch wird mittlerweile von mehreren Kollegen gern und oft verwendet, was mir, siehe oben, ja nur recht ist.

Jetzt hat sich bei Adobe mal was verändert, und weil Hans Neumair und ich in München zwar vor über zehn Jahren ein Windrad in Gestalt der ältesten europäischen InDesign-User-Group gebaut haben, bei den bald 60 Veranstaltungen aber selten mehr als 40 Teilnehmer erschienen sind, muss jetzt unbedingt mal was ander(e)s gemacht werden. Zum Beispiel eine Selbstdarstellung mit Spark fabriziert.

Nun dürft Ihr aber wirklich nicht glauben, ich fühlte mich in meiner Berufs-, Menschen- und sonstigen Restwürde herabgesetzt, weil ich mich im 29. Jahr meines Berufslebens, im Zeitalter von OpenType und Unicode und nachdem DTP schon mehr Jahre auf dem Buckel hat, als Jesus von Nazareth jemals gegönnt gewesen sein sollen, mit einem Werkzeug befassen muss, das anscheinend weder harte Zeilenumbrüche noch geschützte Leerzeichen kennt. Nein, ich sehe das wirklich ganz tiefenentspannt, denn bei meinen körperlichen Dimensionen ist man ja immer dankbar und heilfroh, wenn man ordentlich Luft nach oben spürt.

In diesem Sinne: Lätt se Schbarx flei!

Personenbezogene Daten:

Wolf Kamm

Typokrat & Akzidenzschwätzer

Reinzeichner und Männchen für alles, wo Strom durchfließt bei

mërz punkt | umweltorientierte designagentur

in München

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