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Und die Kinder? Regina Harta

Am 8. März kamen wir vom Reisedienst aus der Schweiz zurück. Natürlich waren wir schon zu diesem Zeitpunkt etwas besorgt, was wohl auf uns zukommen würde. Aber wir haben ganz gewiss nicht damit gerechnet, dass wir schon am folgenden Sonntag keinen normalen Gottesdienst mehr haben würden.

Wir begannen mit Online-Gottesdiensten. An die Kinder dachte zunächst kaum jemand, ausser, dass wir bedauernd feststellten, dass wir wohl auf lange Sicht kein Kinderprogramm würden anbieten können. Das war schlimm, denn wir haben in der Gemeinde eher wenig Kinder und beten schon lange für Familien. Gerade erst war eine Familie mit drei Kindern neu zu uns gestossen. Da konnte man doch nicht passiv bleiben!

Die Massnahmen der Regierung wurden rasch immer schärfer. Wir waren im Corona-Schock und sassen ein wenig verstört daheim herum. Für uns persönlich kam noch dazu, dass ein grösserer logistischer Einsatz bevorstand: Unser Sohn Lukas war nach Deutschland übersiedelt und wollte nun sein Hab und Gut nachkommen lassen. Es war zunächst äusserst fraglich, ob das möglich sein würde.

Das Problem, was wir für die Gemeindekinder tun könnten, wurde in meinem Kopf immer drängender. Unsere Technik-Spezialisten leisteten Grossartiges, was unseren Youtube-Gottesdienst betraf. Es kostete sie aber unendlich viel Zeit und Einsatz, und ich wollte sie auf keinen Fall auch noch mit diesem Thema belasten.

So machte ich mich im Internet auf die Suche und wurde auch fündig. Es gab gute Angebote von deutschen Gemeinden, die ein 20–30-minütiges Programm anboten. Da war ich oft lange Zeit unterwegs, um etwas zu finden, was jeweils für die verschiedenen Altersgruppen passte und auch eine gute Botschaft hatte. Hilfreich waren auch Zeichentrickfilme mit Bibelgeschichten, die für die Kleinen passten. So habe ich Woche für Woche immer wieder Links für die verschiedenen Altersgruppen an die Eltern der Kinder geschickt und auch manche positive Reaktion bekommen.

Eine Schwester gründete eine WhatsApp-Gruppe für die Eltern der Kleinen, in die man kleine Botschaften oder Bilder posten konnte. Zwei davon könnt ihr hier sehen.

Als wir uns wieder treffen durften, wurde die «Zeit der Links» offiziell beendet, und wir gehen mit den Kindern, die kommen, nach Möglichkeit ins Freie.

Noch haben wir nicht wieder alle unsere Schäflein beieinander. Wie wird es im Sommer weitergehen? Schon vorher war der Besuch nicht wirklich regelmässig. Am 30. August planen wir ein Sommerabschlussfest, bei dem alle versäumten Geburtstage nachgefeiert werden sollen.

Regina Harta, Wien-Meidling, reginaharta@gmx.at