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Ahorn & Berg 2. Newsletter vom 01.04.2020

Liebe Schulgemeinschaft der Beruflichen Schulen in Ahornberg!

Das erwartet euch in diesem Newsletter:

  1. Vorwort des Redaktionsteams von Ahorn & Berg
  2. Informationen der Schulleitung
  3. Drei Fragen zu Corona
  4. Immunsystem stärken durch: Bewegung!
  5. Tagebuchsplitter
  6. Kreative Köpfe weiterhin gesucht

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1. Vorwort des Redaktionsteams:

Als allererstes bedanken wir uns ganz, ganz herzlich für euer positives Feedback zu unserem 1. Newsletter, das uns per Telefon, Mail oder Chat erreicht hat! Auch ein paar Verbesserungsvorschläge bekamen wir, die uns helfen den Newsletter Ahorn & Berg weiterzuentwickeln. Wir wollen mit dem Newsletter Impulse geben, körperlich und geistig gestärkt durch diese Zeit zu kommen. Riesig freuen wir uns daher immer auch über Beiträge von euch, egal ob Text oder Bild. Einige davon findet ihr auch wieder in diesem 2. Newsletter. Aber schaut selbst, welche Schüler*in, Studierende oder Lehrkraft diesmal mit dabei ist!

Viel Freude beim Lesen! Euer Redaktionsteam Ann-Mirjam Böhm und Petra Geymeier

2. Informationen der Schulleitung:

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Studierende,

nun haben wir schon zwei Wochen Schulschließung hinter uns gebracht. Wir alle versuchen das neuartige Coronavirus durch unser Verhalten einzudämmen. Wir müssen uns mit Einschränkungen auseinandersetzen, die wir so noch nie erlebt haben. Nach wie vor erreichen uns erschreckende Nachrichten und beängstigende Prognosen. Auch Sie selbst machen sich sicher Gedanken um Ihre Familien und Freunde.

Neben dem Thema Gesundheit denken wir auch an die wirtschaftliche Krise. Eng damit verbunden ist die Schule: Kann am 20. April wieder Unterricht stattfinden? Was wird aus den Leistungsnachweisen? Kann die begonnene Ausbildung wie geplant abgeschlossen werden? Momentan müssen wir ehrlich antworten, wir wissen es auch nicht. Man wird sehen, welchen Effekt die bisherigen Maßnahmen haben und welche Wege beschritten werden, um allmählich wieder in ein aktiveres Leben zurückkehren zu können. Wir glauben jedoch, dass Sie Ihre Prüfungen abschließen können, denn das Abitur wurde nicht abgesagt. Dann, so meinen wir, wird man auch Ihre Prüfungen stattfinden lassen, zumal diese zu einem späteren Zeitpunkt terminiert sind. Vielleicht verwenden Sie einen Teil der Zeit sich jetzt vorzubereiten? Bedenken Sie, in allen Fächern nützt es Ihnen, sich mit den Materialien, die die Lehrer*innen Ihnen zur Verfügung stellen, zu befassen. Denn Sie lernen ja für sich, möchten Ihre Kompetenzen erweitern und das kann man auch ganz gut zuhause tun.

Uns fällt auf, dass es derzeit auch Positives gibt. So freut es uns, dass sich viele hilfsbereite Menschen engagieren. Über 400 Lehrer*innen in Bayern, auch von unserer Schule, haben sich bereiterklärt die Gesundheitsämter zu unterstützen und zu helfen, wenn sie gebraucht werden. Im Landkreis sind viele Initiativen entstanden, bei denen man sich beteiligen und helfen kann, indem man z.B. für ältere Leute einkauft oder Regale im Supermarkt auffüllt. Die sozialen Netzwerke bieten viele Anregungen. Beispielsweise veröffentlicht die Frankenpost „Wohnzimmerkunst“ auf YouTube: Aktuell können Sie mit einem Erzieher des Helmbrechtser Jugendzentrums von Ihrer Wohnung aus Breakdance üben. Nicht jeder ist so elastisch, es gibt auch einfachere Bewegungsangebote, Online-Konzerte, die „Wohnzimmerbühne“ des Hofer Theaters usw. Vielleicht entdecken Sie auf diesem Weg Neues und Inspirierendes für sich.

In diesem Sinne – nutzen Sie die Freiräume, die sich ergeben, und bleiben Sie alle gesund!

Alles Gute wünschen

Thea Wachter, Schulleiterin der FAK für Sozialpädagogik

Monika Nestvogel, Schulleiterin der Berufsfachschulen

Hier stellt uns Ute Braun-Hugel ihr neues Haustier vor. Dieser Frosch hüpft garantiert nicht weg!

3. Drei Fragen zu Corona:

(Beim Klick auf die folgenden Buttons werdet ihr auf externe Seiten weitergeleitet.)

4. Immunsystem stärken durch: Bewegung!

Wie ein Waldspaziergang unser Immunsystem stärkt:

"Waldbaden" - was ist das und was bringt das? Wir haben dazu Adriane Lochner befragt, die heute als freie Journalistin in Oberfranken lebt. Sie studierte zunächst Biologie und wurde dann Umweltjournalistin, deren Artikel z.B. in der Süddeutschen Zeitung erscheinen. Folgendes schrieb sie uns zurück:

" ´Waldbaden´ kommt aus Japan. Dort heißt es ´Shinrin-yoku´ und steht für das Verinnerlichen von Anblicken, Gerüchen und Geräuschen des Waldes.

Waldbaden dient vor allem dem Stress-Management, aber auch Herz-Kreislauferkrankungen, Schlafstörungen, Depressionen oder Immunschwächen, so heißt es, lassen sich mit einem intensiven Walderlebnis kurieren.

Dem japanischen Waldexperten und Professor für Umweltimmunologie, Qing Li, zufolge liegt das Geheimnis der gesundheitsfördernden Wirkung im Duftcocktail der Bäume. Gerüche entstehen durch kleine Moleküle, die an die Geruchsrezeptoren in der Nasenhöhle andocken. Dass der Wald so charakteristisch riecht, ist einer Vielzahl solcher Moleküle geschuldet, die sich von Pflanzen und aus der Erde lösen.

Qing Li ist überzeugt, dass regelmäßige Waldspaziergänge die Bildung von Killerzellen im Immunsystem fördern. Deutsche Forscher halten das zwar für nicht ausreichend belegt, doch niemand kann den positiven Effekt abstreiten, den die Nähe zur Natur auf das menschliche Gemüt hat."

Ein herzliches Dankeschön an Adriane Lochner für ihren Beitrag in unserem Newsletter. Wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehlen wir das Buch "Wald - Was er uns schenkt, wie wir ihn prägen" von Adriane Lochner. In gut lesbarer, unterhaltender Sprache erläutert sie darin das Ökosystem Wald. Illustriert ist dieser Band von Paschalis Dougalis, einem der besten Naturzeichner Europas.

Bewegungen für draußen:

Professor Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Berliner Charité sagt, man solle jetzt "raus ins Freie und spazieren gehen". Dieses Virus ist kein Virus, das mit Fließschnupfenerkrankung einhergeht. Es sitzt eher im Hals und wird in der späteren Phase ausgehustet. Dagegen hilft am besten „ Aufenthalt im Freien“.

Weiterhin ist das Vitamin D für unsere Gesundheit lebensnotwendig und hat eine Schlüsselfunktion. Es ist an Tausenden von Regulierungsvorgängen in unseren menschlichen Körperzellen beteiligt. Gerade im Winter tritt ein Vitamin D -Mangel auf, da die Sonne in den nördlichen Regionen der Erde viel zu tief steht, um für die erforderliche UV-Strahlung zu sorgen. Sonne tanken bedeutet Vitamin-D tanken.

Raus in die Natur, ob Wald oder Wiese, ein paar Fitnessübungen gehören dazu. Atmet die Waldluft ein, genießt den Duft der Bäume und Sträucher! Denkt aber bitte daran, dass ihr alleine unterwegs seid und meidet Kontakt zu anderen Spaziergängern. Wenn ihr euch an diese Vorgaben haltet, steht einem Aufenthalt im Freien nichts im Wege.

Ob Gehen, Walken oder Joggen - es ist alles möglich! Ich gebe euch ein paar Tipps und Übungen zum Ausprobieren. Die Übungen können mit dem eigenen Körpergewicht ausgeführt werden. Benutzt wird dafür, was die Natur bietet:

Äste und Steine sind perfekte Trainingsgeräte und im Grünen überall zu finden. Eine Bank oder Geländer ist ideal für Liegestütze, ein dicker Ast für Klimmzüge, eine Treppe für Ausfallschritte.

Stellt euch selbst einen Outdoor Fitness-Zirkel zusammen. Beachtet dabei, dass unterschiedliche Körperpartien angesprochen werden. Jede einzelne Übung, wie z.B. Kniebeugen, Bankdips oder Bauchübungen, sollte jeweils eine Minute lang durchgeführt werden. Nicht vergessen: Vor dem Muskeltraining zum Aufwärmen 10 Minuten Walken oder Joggen. Dehnungsübungen sollten die Trainingseinheit abschließen.

Tipp: Yogaübungen zur Entspannung!

Ich wünsche euch viel Spaß und bleibt gesund!

Carmen Henning

Diplom-Sportlehrerin & "Barfuß-Queen"

Anmerkung des Redaktionsteams: Die Aufnahmen von Carmen Henning entstanden im "Zauberwald" am Fuße des Kornbergs durch ihren Mann Karl Süß.

Bewegungen für drinnen:

Körper und Geist hängen eng miteinander zusammen - das wissen nicht nur Psychologen. Du kannst das in belastenden Situationen bewusst nutzen! Wenn der Körper sich bewegt, bewegt sich auch der Geist. Rechts-links-Bewegungen (Fachbegriff: EMDR = Eye Movement Desensitization and Reprocessing) erlösen das Gehirn aus seiner Erstarrtheit und können zu einem Gefühl der Sicherheit und Kraft führen. Probier´s mal aus!

Für die folgenden drei Übungen gilt: Stelle dich aufrecht hin, Füße hüftbreit auseinander. Spüre den Boden unter deinen Füßen, wie er dich trägt. Wiederhole jede Übung mehrmals.

Halte die rechte Hand vor dich. Was belastet dich gerade? Lege diese Sorge gedanklich in deine Handfläche. Und nun wirf sie mit Schwung über die rechte Schulter hinter dich. Dann halte die linke Hand vor dich und wirf alles Belastende über die linke Schulter zurück. Und dann wieder mit viiiiel Schwung rechts – und links – und rechts – und …

Mache mit deinen Armen Schwimmbewegungen (Brustschwimmen). Stelle dir vor, wie du alles, was dich gedanklich bewegt, kraftvoll zu den Seiten wegschiebst. Und gleich noch ein paarmal wiederholen – mit Kraft voran!

Dich bedrückt etwas? Dann verschaffe dir Luft und fahre die Ellenbogen aus! Winkel die Arme ab und male mit den Ellenbogen kleine Kreise in die Luft – wiederhole dies immer abwechselnd rechts und links! Das Atmen dabei nicht vergessen.

Und wie geht´s dir nach den Übungen? Nimm dieses Gefühl mit in deinen weiteren Tag!

Quelle: C. Croos-Müller. Alles gut. Kösel 2017

Du vermisst den Waldduft bei diesen Übungen in deinem Zimmer? Ätherische Baumöle können ihn in dein Zimmer zaubern!

Mehr darüber gibt´s auch zu lesen in dem Buch von A. Thumm und M. Kettenring: "Waldmedizin - Die Heilkraft der ätherischen Baumöle".

Foto: Jil Rieß (KP 11A)

Die Autobahnverlegung bei Thurnau erfordert die Rodung von 18 Hektar Wald. Wo große Harvester die Stämme gekappt haben, ist jetzt kein Wald mehr. Lediglich eine schätzungsweise 100 Meter breite Schneise ist zu sehen, in der Stümpfe aus dem Boden ragen.

Jil Rieß schreibt dazu: "Mich persönlich macht dieser Anblick traurig. Die Tiere im Wald verlieren jeglichen Schutz und ihren Lebensraum. Zudem reinigten die Wälder die verschmutzte Luft."

Diese Maßnahme bei Thurnau ist leider unumgänglich, da aufgrund des inhomogenen Baugrunds der Hang entlang der aktuellen Trasse zunehmend rutscht. Es gibt aber auch viele Eingriffe in die Natur, die nicht gerechtfertigt sind.

Was wir heute tun, entscheidet darüber wie die Welt morgen aussieht. (Marie von Ebner-Eschenbach)

5. Tagebuchsplitter

Aus den Rückmeldungen zu unserem 1. Newsletter wissen wir, dass diese Texte auf besonders großes Interesse stoßen. In dieser Ausgabe gewähren uns gleich zwei Tagebuchschreiberinnen (die Namen sind dem Redaktionsteam bekannt) Einblick in ihre täglichen Aufzeichnungen. Daher: Herzlichen Dank für diese Zusendungen!

Freitag, 20.03.2020

Trotz Corona dürfen Paare noch heiraten – mit vorgeschriebenen Auflagen. Wahrscheinlich heißt es nun nicht mehr “Sie dürfen die Braut jetzt küssen” sondern “Sie dürfen Facetime jetzt öffnen und mit einem Abstand von 10 cm ihre Frau per Video küssen”. Ich kann mir gut vorstellen, dass man zum Unterscheiben jetzt seinen eigenen Stift bekommt und die Braut nicht mehr die einzige mit Handschuhen ist. Spaß. Mein Humor ist wahrscheinlich der einzige Grund wieso ich nicht gar durchdrehe. Meine Laune ist jeden Abend aufgrund der momentanen Situation im Keller. Zum Leid meines Freundes, der bei mir ist. Ursprünglich wollte ich in der Fastenzeit auf Süßigkeiten verzichten – zum Wohle meines Umfelds habe ich nun diesen Vorsatz gelockert und beschlossen, dass Schokolade von dieser Regelung ausgenommen ist.

Mittwoch, 25.03.2020

Heute ging ich tatsächlich alleine, zu Fuß zu unserem nahe gelegenen kleinen See spazieren. Ich brauchte dringend mal Bewegung und frische Luft. Um 09:30 Uhr machte ich mich auf den Weg. Um diese Uhrzeit sind die Wenigsten unterwegs und zudem ist es heute sehr kalt. Also Jacke an, Schal an und Mütze auf und los ging es.

Die Sonne scheint bei strahlend blauem Himmel. Das Wasser glitzert in der Sonne und die Blumen sprießen aus der Erde. Hier scheint für einen Augenblick einfach alles perfekt. Es ist so ruhig, so unscheinbar. Enten schwimmen im Wasser und die Vögel zwitschern. Man könnte meinen, es ist ein ganz normaler Tag - vielleicht ein Sonntag, der Ruhe nach zu urteilen.

Ab und zu sieht man einen Spaziergänger mit und ohne Hund um den See laufen. Doch je näher die Menschen auf einen zukommen, desto mehr Abstand halten sie. Man grüßt sie, doch man wird nur mit seltsamen Blicken angestarrt. Darf man jetzt auch nicht mehr sprechen? Na ja, ich denke mir nichts und laufe einfach weiter. Ich genieße richtig die frische Luft und die Aussicht auf das Wasser. Wer weiß, wann man das endlich wieder gemeinsam mit Freunden und der Familie genießen darf. Auf dem Heimweg holt einem jedoch die Realität wieder ein. Menschen mit Atemschutzmasken laufen einen großen Bogen um mich. Und wieder bin ich in meinem langweiligen Tagesablauf gefangen.

Sonntag, 29.03.2020

Gerade sitze ich mit meinem Freund auf dem Sofa, habe den Laptop auf meinem Schoß und schreibe diesen Eintrag. Ich bin nun seit mehreren Stunden darüber. Ab und an habe ich unterbrochen, um meinen Freund zu ärgern und während ich diese Einträge verfasst habe, wurden mir zwei Sachen klar:

1. Dass binnen von 17 Tagen die Fälle so rasant gestiegen sind und wir uns mit nur einer Ausgangsbeschränkung ziemlich glücklich schätzen können, da es bei einer Sperre ganz anders aussehen würde.

2. Dass ich den besten Freund habe den ich mir wünschen könnte und das auch in Zeiten der Pandemie ich glücklich sein kann nicht alleine sein zu müssen.

Mir wurde bewusst, dass ich mich zu oft über das beschwere was ich nicht "habe" anstatt das zu schätzen was ich "besitze". Ich weiß zum Beispiel, dass ich nicht unbedingt einfach bin und dennoch hält er mich zumindest am Wochenende 24 Stunden am Stück aus. Er könnte genauso gut auf meine schlechte Laune mit Genervtheit reagieren, aber er zeigt stattdessen Verständnis und versucht meine Laune zu verbessern.

Heute beende ich den Eintrag mit: Danke Frau Geymeier für diese Aufgabe während der Corona-Freizeit. Ich denke, dass ich ohne diese Einträge die Erkenntnisse eventuell nie bekommen hätte.

6. Kreative Köpfe weiterhin gesucht:

In dieser Ausgabe bedanken wir uns für die Mitarbeit von unserer Schülerin Jil Rieß und den beiden anonymen Tagebuchschreiberinnen sowie unseren Lehrkräften Ute Braun-Hugel und Carmen Henning!

Schüler*innen, Studierende und Lehrer*innen: Wer schickt uns sein Foto zum Schmunzeln, Freuen oder Nachdenklichmachen? Wer sendet uns einen Ausschnitt aus seinem Tagebuch (wird immer anonym veröffentlicht)? Wer hat Ideen zu den Themen Bewegung, gesundes Kochen, Musik oder kreatives Gestalten? Schreibt uns! Eure Beiträge sind auch immer Ansporn für uns: ge@berufliche-schulen-ahornberg.de oder boe@berufliche-schulen-ahornberg.de

Euer Redaktionsteam Petra Geymeier und Ann-Mirjam Böhm

Grün ist die Farbe der Heilung und der Hoffnung. Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit und diese Kraft ist grün. (Hildegard von Bingen)

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Credits:

Erstellt mit Bildern von Hannah Olinger - "Journaling Over Coffee" • Shane Rounce - "Team building at RGB Parkour Tour back in 2014."