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Expectations versus Reality Die kleinen Wahrheiten des Studentenlebens

Konstanz, den 19.08.2018

Der Artikel erschien bereits in der zweiten Ausgabe des Wintersemesters 2016:

Text: Maja Lisewski; Illustration: Manuel Fleig; Layout: Theresa Gielnik

Endlich dem Schulsystem entkommen, Uni-Stadt gewählt und Studienplatz gesichert. Machen wir uns nichts vor: Wer gerade zum ersten Mal aus dem heimischen Nest ausgeflogen ist, hat meistens große Hoffnungen und Träume für die bevorstehende Studienzeit. Wenn Eltern, Freunde und Bekannte nostalgisch von der besten Zeit des Lebens schwärmen, geht das nicht selten Hand in Hand mit romantisierten Vorstellungen. „Ihr seid jung, euch gehört die Welt.“ Diese pathetischen Parolen hat wohl jede_r Student_in mehr als einmal gehört, meistens von deutlich älteren Semestern. Dann fragt man sich natürlich, wie sich diese Euphorie der offenbar aufregendsten Phase eines jeden angehenden Akademikers im Alltag äußert.

Nur scheint der berüchtigte Alltag auch hier der Endgegner für die Realisierung von idealistischen, oft auch vagen Vorstellungen vom Studentenleben zu sein.

Denn auch nach dem ersten Semester können die täglichen Probleme wie lästige Bürokratie, dezente Orientierungsschwierigkeiten und optimierbares Zeitmanagement plötzlich dazu führen, dass das einst so souveräne und erwachsene Bild von sich und Studium gelegentlich ins Wanken gerät. Acht Student_innen lassen Erwartungen und Wirklichkeit für Campuls aufeinander prallen.

„Ich hatte keine Erwartungen, wollte einfach nur weg von Zuhause in die große weite Welt.“

– 5. Semester, Philosophie.

„Nun ja... Manchmal ist Konstanz aber auch ein kleines Dorf, in dem viele Rentner gerne Urlaub machen.“

– 7. Semester, Soziologie.

„Endlich darf man das lernen, was einen interessiert und nicht nur nach Lehrplan. Bei der Motivation sollten sich Lernerei und gute Noten von selbst erledigen.“

– 6. Semester, LKM.

„Später läuft es eher nach dem Motto: Hauptsache bestehen. In der Bib kann man übrigens auch ganz gut schlafen.“

– 7. Semester WiWi.

„Uni war für mich immer auch der Traum von dieser politischen Jugend, die sich für die Welt interessiert und aktiv ist. Ungefähr so wie die 68er.“

– 3. Semester, Geschichte.

„Man sollte sich echt mehr innerhalb von Hochschulgruppen engagieren, nur kommt leider immer irgendwie was dazwischen...“

– 6. Semester, Biologie

„Anfangs ist die Universität mit ihren ganzen Räumen, Gängen und Gebäuden ein bisschen kompliziert. Aber in ein paar Wochen hat man bestimmt den Durchblick.“

– BASt, 1. Semester.

„Es ist wahr was man sagt: Die Uni ist auch nach sechs Semestern ein Labyrinth.“

– 6. Semester, Politik und Verwaltung.

Oft hängt die Messlatte zu hoch – an das Studium, die Freiheit, verbunden mit dem neuen Lebensstil, und natürlich auch an sich selbst.

So holen diese alltäglichen Hürden und Schwierigkeiten nicht nur Student_innen zu Beginn des Studiums immer wieder zurück auf den Boden der Tatsache, gerade am Anfang der „großen Reise“ zu stehen, in der man sich immer wieder mal wie ein Ersti fühlen wird. Also werden im Laufe des Studiums gelegentlich Erwartungen widerlegt, Hoffnungen nicht erfüllt und eigene Träume umgeworfen. Es kommt zwar meistens alles anders als man denkt, aber manchmal sogar noch besser.

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