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IDEENMANAGEMENT - FÖRDERUNG VON MITARBEITERBEFÄHIGUNG UND BOTTOM-UP-INNOVATION Andrea Goodkind, Wazoku

Es ist kein Geheimnis, dass glückliche, engagierte und mündige Mitarbeiter produktiver sind, bessere Leistungen erbringen und sich stärker für ihre Rolle und ihr Unternehmen engagieren. Jüngste Untersuchungen von Engaging Works zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz haben ergeben, dass in Unternehmen mit den zufriedensten Mitarbeitern der Krankenstand, die Fluktuation und die Verschwendung durch Mitarbeiter geringer ausfallen, während die Motivation und der Einsatz höher sind.

Generell wird zugleich ersichtlich, dass Innovation in der modernen Wirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt. Innovativ zu sein bedeutet, dynamisch, agil und fortschrittlich zu sein, und obwohl nicht jedes Unternehmen wirklich innovativ ist, behaupten viele, es zu sein. Ein wesentlicher Baustein für Unternehmen ist in diesem Zusammenhang ein funktionierendes Ideenmanagement als ein Prozess, der die Innovation bottom-up von unten nach oben vorantreibt, indem er die Mitarbeiter befähigt sowie ihr Engagement und Innovationen fördert.

Was genau ist Bottom-up-Innovation?

Im Wesentlichen gibt es zwei komplementäre Ansätze: Top-down-Innovation und Bottom-up-Innovation. Ersterer stützt sich auf eine starke und kraftvolle Vision, die in der Regel vom Unternehmensgründer oder der C-Suite stammt. Elon Musk (mit seinem Unternehmen Tesla) ist ein gutes Beispiel dafür. Die Innovation wird von den Senior-Teams vorangetrieben und von den Mitarbeitern unterstützt, die diese Vision mittragen.

Bottom-up-Innovation funktioniert in umgekehrter Richtung. Die Ideen werden von den Mitarbeitern erzeugt, die von unternehmerischer Führung und einer Kultur unterstützt werden, die Kreativität fördert und ermutigt. Die britische Supermarktkette Waitrose ist hierfür ein Beispiel. Dort wird ein Ideenmanagement-System in allen 350 Waitrose-Filialen betrieben. 60.000 Mitarbeiter sind eingebunden. Diese entwickeln etwa 100 Ideen jeden Monat. Diese Entwicklung wirkt sich letztendlich auch in den Unternehmenszahlen aus, da mit der Umsetzung erhebliche Kostensenkungspotenziale realisiert werden konnten.

Bottom-up-Innovation ist eine wirkungsvolle Methode, um Ideen zu generieren, die einen transformativen Effekt auf ein Unternehmen haben. Eine kürzlich von Accenture durchgeführte Studie „Getting to Equal 2019: Creating a Culture That Drives Innovation“ lässt jedoch Zweifel an der Fähigkeit vieler Unternehmen aufkommen, ein solches Umfeld aufzubauen und zu entwickeln. In der Umfrage unter britischen Beschäftigten wollen 91 Prozent innovativ sein, aber nur 34 Prozent fühlen sich dazu befähigt.

Die Rolle des Ideenmanagements

Da sich etwa zwei Drittel der Belegschaft nicht ausreichend zu Innovationen befähigt fühlen, ist es offensichtlich, dass Unternehmen einen anderen Ansatz brauchen. Die Implementierung eines Ideenmanagementprogramms ist ein idealer Weg, um die Innovation von unten nach oben zu stärken, eine Plattform zur Befähigung der Mitarbeiter zu schaffen und zur Entwicklung einer entsprechend offenen Kultur beizutragen, die für die Innovation so wichtig ist. Auf diese Weise kann ein solches Programm als wesentliche Säule des Innovationsprozesses genutzt werden:

Belohnung / Anerkennung - Mitarbeiter für ihre Beiträge wertzuschätzen, klingt naheliegend und ist ein Schlüsselelement jedes erfolgreichen Innovationsprogramms. Es ist überraschend, wie viele Organisationen dies übersehen. Für Mitarbeiter, die sich im Innovationsprozess engagieren ist es wichtig zu wissen, dass sie sich in einer vertrauenswürdigen Umgebung befinden und wie der Ablauf des Ideenmanagementprozesses definiert ist. Das Wichtigste ist jedoch, dass es einen Prozess gibt, um entweder Ideen umzusetzen oder Feedback zu geben.

Der Versicherer Direct Line Group als einer der größten Versicherer Großbritanniens hat seinem Innovationsprogramm durch ein Belohnungssystem Schub verliehen. Zu Beginn erhielt jeder Mitarbeiter, dessen Idee weiterverfolgt wurde, eine Flasche voller Smarties, später dann auch Prämien. Darüber hinaus ist mit der Prämierung einer Idee die Förderung wohltätiger Zwecke auf Vorschlag des einreichenden Mitarbeiters verbunden.

Zusätzlich erhält jeder prämierte Mitarbeiter eine öffentliche Anerkennung durch das Management. Mehr als 6.000 Ideen von 11.000 Mitarbeitern wurden erfasst, die in Summe nach Unternehmensangaben zu Einsparungen von mehr als 3,25 Millionen Pfund führten.

Obwohl die Schaffung von Anreizen für den Austausch von Ideen hilfreich sein kann, um Innovationsinitiativen in Gang zu setzen, ermöglicht eine echte Bottom-up-Innovation eine Innovationskultur, die es ermöglicht, dass Ideen auch ohne eine Belohnung in den Innovationsprozess eingebracht werden. Wenn in einem Arbeitsumfeld ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Befähigung der Mitarbeiter und dem Angebot von Werten auf andere Weise erreicht wird, wird die Innovation sich zu einem integralen Bestandteil einer Organisation entwickeln.

Die Zusammenarbeit von Mitarbeitern - Ideen durch Kollaboration aufzubauen und zu entwickeln hat eine immense Bedeutung für die Schaffung einer Innovationskultur. Zwar mag ein Mitarbeiter die erste Idee haben, doch wird diese Idee dann diskutiert und weiterentwickelt, bevor sie vollständig umgesetzt wird. Dabei gilt der Leitsatz: Kein einzelner hat eine so gute Idee wie alle.

Ein Ideenmanagement-Tool schafft die Plattform für diese Zusammenarbeit und verbindet Kollegen aus verschiedenen Teams und Abteilungen, die sich möglicherweise auch in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt befinden. Mit einer solchen Plattform schafft man einen sicheren und vertrauenswürdigen Raum, in dem Menschen sich zur Zusammenarbeit befähigt und überzeugt fühlen und dabei stärkere, nachhaltigere und skalierbare Arten von Bottom-up-Innovationen entwickeln können.

Förderung des Wettbewerbs - Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Innovation, ebenso jedoch auch der Wettbewerb. Der Wettbewerb zwischen Menschen und Teams kann unterschiedliche Denkweisen hervorbringen und mehr Menschen einbeziehen, die vielleicht zögern, eine Idee allein zu äußern, sich aber gerne in einer Teamumgebung an kreativen Prozessen beteiligen würden. Hackathons zum Beispiel sind eines der bekanntesten Mittel, um den Wettbewerb unter Entwicklern zu fördern. Die Formate und Ziele können sehr unterschiedlich sein, aber im Kern geht es bei allen um den Wettbewerb für die beste Idee. Yahoo, Google und Lonely Planet sind einige der bekanntesten Organisationen, die regelmäßig Hackathons veranstalten, aber sie können wirklich für Unternehmen jeder Größe und in jeder Branche effektiv sein. Denken Sie daran, dass Hackathons nicht nur für Entwickler gedacht sind. Letztendlich gibt es viele Beispiele, wo Hackathons eingesetzt werden.

Innovationstreiber finden - Eines der Prinzipien der Bottom-up-Innovation ist die Vorstellung, dass jeder eine gute Idee einbringen kann, egal wie bedeutend sie auch sein mag. Aber es stimmt auch, dass einige Menschen ein natürliches Gespür und eine natürliche Begabung für Innovation haben. Sie sind nicht nur in der Lage, eigene Ideen zu entwickeln, sondern auch andere zu ermutigen. Die Entwicklung solcher Innovationstreiber, die Schaffung von Anreizen und die Befähigung, den Wandel zu erleichtern, können also die Zusammenarbeit wirklich fördern und die Innovation in einer Organisation von unten nach oben vorantreiben.

Verfolgung und Messung der Ergebnisse - Jedes Innovationsprogramm, ob bottom-up oder top-down, muss effektiv verfolgt und gemessen werden. Eine Organisation sollte Ziele, Gesamtzahlen und Ergebnisse festlegen, damit sie die Metriken verstehen und das Innovationsprogramm gegebenenfalls verfeinern und verbessern kann. Eine Plattform für das Ideenmanagement kann die Berichterstattung über Innovationen vereinfachen. Eine intelligente Software kann alle Aktivitäten verfolgen, die im Rahmen des Innovationsmanagements stattfinden, und Ihnen ein tieferes Verständnis des Mitarbeiterengagements in Ihrer Organisation vermitteln. Sie erhalten Messgrößen für Ihre Innovationsbemühungen und die notwendige Transparenz, um Lücken zu analysieren und Entwicklungen zu steuern. Dies hilft beim Aufbau einer nachhaltigeren Innovationskultur auf lange Sicht.

Bottom-up-Innovation ist eine äußerst effektive Methode, um Mitarbeiter zu motivieren und ein Unternehmen dazu zu bringen, nachhaltiger zu innovieren. Der Einsatz einer Ideenmanagement-Plattform ist dafür unerlässlich, um die Transparenz in der gesamten Organisation zu verbessern und sicherzustellen, dass ein Innovationsprogramm so läuft, wie Sie es wünschen – mit rechenschaftspflichtigen Zielen und Ergebnissen.