Loading

Carbonstrukturen revolutionieren den Beton-Bau Von Michael Ertel

„Mit Carbonbeton denken wir das Bauen neu.“ Roy Thyroff, Geschäftsführer der V. FRAAS Solutions in Textile GmbH, ist überzeugt, dass sich mit diesem innovativen Verbundwerkstoff der Baubranche „eine völlig neue Art des Bauens und Lebens“ eröffnet. Sein Unternehmen liefert dafür die wichtigste Komponente: Carbon-Gittergelege, die unter der Marke SITgrid® speziell zur Bewehrung von Beton-Fertigteilen entwickelt und gefertigt werden.

Den Markt erkennt man bei der Helmbrechtser Firma Solutions in Textile (www.solutions-in-textile) insbesondere auf dem hochaktuellen Feld der bautechnischen Instandsetzung und Verstärkung von marodem Stahlbeton. „Carbonbeton besitzt eine viel längere Lebensdauer, da Carbon korrosionsbeständig ist“, ist man sich im Unternehmen sicher. Während Bauwerke aus Stahlbeton durchschnittlich 80 Jahre halten würden, erwarte man bei Carbonbeton eine Lebensdauer von 150 bis 200 Jahren, wenn nicht noch länger. Das Potential sieht man bei der Sanierung von Brücken als kostengünstigere, Material sparendere und haltbarere Alternative zu Stahlbeton.

„Bereits jetzt hat der Verbundwerkstoff im Betonbau seine einzigartigen Materialeigenschaften in vielen Referenzobjekten unter Beweis gestellt.“ Beispiele hierfür seien die Sanierung einer Bogenbrücke über das Selbitztal in Naila und eine denkmalgeschützte, mehr als 50 Meter lange Fußgänger- und Fahrradbrücke in Zürich. Das 1880 errichtete Bauwerk wird derzeit mit Carbonbeton-Fertigteilen, unter anderem im statischen Bereich, saniert.

Textilbeton versus Stahlbeton

Die Vorzüge des Werkstoffs Carbon ergeben sich für das Helmbrechtser Unternehmen direkt aus dem Vergleich zu Stahlbeton. Roy Thyroff: „Da die Carbonbewehrungen nicht rosten, kann im Vergleich zu Stahlbeton eine deutlich geringere Betonüberdeckung verwendet werden.“ Dies führe zu erheblich dünneren und leichteren Teilen. Carbonbeton weise außerdem eine extreme und sogar höhere Stabilität als Stahlbeton auf. Zudem sei das Bauen mit Carbonbeton ressourcen- und umweltschonender. „Bis zu vier Prozent des CO2-Ausstoßes auf der Welt geht auf die Produktion des Baustoffes Beton zurück: Die Zementherstellung gehört somit zu den klimaschädlichsten Industrieprozessen überhaupt.“ Mit Carbonbeton könne deutlich dünnwandiger und bis zu 80 Prozent Material sparender gebaut werden.

Ein weiteres zukunftsweisendes Einsatzgebiet von Textilbeton sieht die Solutions in Textile GmbH in der Bahnsteigsanierung, insbesondere mit Blick auf die Barrierefreiheit. Ein national und international tätiges Bauunternehmen hat unter Verwendung von Textilbeton ein modular einsetzbares Bahnsteigsystem aus Betonfertigteilen entwickelt. „Durch den Einsatz unserer Carbonstrukturen als Bewehrungsmaterial können die Bahnsteigplatten nicht korrodieren. Und durch die schlanke Bauweise werden bis zu 60 Prozent an Gewicht und Ressourcen gegenüber der in der Praxis sonst üblichen Stahlbetonbauweise eingespart.“ So wurden beispielsweise am Bahnhof Walleshausen (Landkreis Landsberg am Lech), am Bahnhof Erlangen und am Bahnhof der schwäbischen Gemeinde Tapfheim Bahnsteigabschnitte mit dem neuen System saniert.

Created By
Michael Ertel
Appreciate

Report Abuse

If you feel that this video content violates the Adobe Terms of Use, you may report this content by filling out this quick form.

To report a Copyright Violation, please follow Section 17 in the Terms of Use.