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Steinbruch Steinbruch, ein geologisches Fenster

Die Wand des Steinbruchs erschließt uns die Einsicht in die Verwitterungsvorgänge im kristallinen Grundgebirge. Wenn sich eine magmatische Schmelze abkühlt, verringert sich ihr Volumen. Dabei entstehen Schrumpfungsrisse. Das ist so ähnlich, wie wenn sich beim Abkühlen eines Puddings eine Haut bildet und und vom Rand her nach unten durchhängt.

In der Wand des Steinbruchs sehen wir, dass Risse und Fugen zwischen den einzelnen Gesteinsblöcken senkrecht und Waagrecht verlaufen. Die Wand besteht also nicht aus einer einheitlichen Gesteinsmasse, sondern sie ist in sich untergliedert in Blöcke. Man sieht weiterhin, dass sich die Verwitterung von oben nach unten in das Gesteinspaket hinein vortastet, und zwar entlang der Klüfte. Offensichtlich ist das Wasser, das in den Klüften in die Tiefe sickert, das Lösungsmittel für diese Form der chemischen Verwitterung. Es greift von den Fugen her die einzelnen Blöcke an und zerstört sie von außen nach innen. Wie Zwiebelschalen liegen die Verwitterungsrinden kreisförmig um die Kerne herum. Wenn man mit dem Fingernagel die Härte der einzelnen Schalen überprüft, stößt man an eine Stelle, an der sich die Gesteinskruste so verhärtet, dass man sie nicht mehr lösen kann. Man hat den gesunden Kern des Gesteinsblockes erreicht. Wie steinerne Kanonenkugeln schwimmen die zugerundeten Felskerne in ihren eigenen Verwitterungsgrus.

In der Fachsprache werden solche zugerundeten Blöcke als Wollsäcke bezeichnet.

Als von 320 Mio Jahren flüssiges Material aus dem Erdinneren aufstieg und eine riesige Magmakammer bildete, sah die Erde noch ganz anders aus als heute. Die beiden Urkontinente Gondwana und Laurasia vereinigten sich nach einer Kollision, zu dem Superkontinent Pangea. Eine Wortschöpfung des Entdeckers der Kontinentaldrift, Alfred Wegener, die auf Deutsch „eine Erde“ bedeutet. Mitten durch diesen Superkontinent, das damals alle heutigen Erdteile vereinigte, zog sich der Äquator. Erst vor 100 Mio Jahren teilte sich der Pangea in die heute bestehenden Erdteile auf.

Die erstarrte Magmakammer bildete einen mit Klüften uns Rissen durchzogenen Pluton, der in tropischen Regionen lag. Intensiver Regen extremes Pflanzenwachstum führten zu Sickerwässern, die mit Huminsäuren angereichert waren. Über die Millionen von Jahren lösten diese, wenn auch schwach sauren Wässer, die Tiefengesteine an. Kanten und Ecken wurden zuerst aufgelöst, ähnlich einem schmelzendem Eiswürfel im Wasser. Diese Erosionsform nennt man Wollsackverwitterung. Sie findet generell unterirdisch statt.

Wie durch ein geologisches Fenster kann man an der Kante des Steinbruchs die gestapelten Wollsäcke sehen.

Bei der Auflösung des Gesteins waren die Feldspäte am anfälligsten und zerfielen unter Säureeinwirkung zu Tonmineralien. Quarz war resistenter und wurde weniger angelöst, Zurück blieb Grus, den man zwischen den „Wollsäcken“ oder an den abgegrabenen Wänden sehen kann. Diesen Grus, der aus Diorit entstand, dem durch Hydrolyse seine bindenden Mineralien geraubt wurden, kann man mit den bloßen Fingern zerbröseln.

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