Von Feuerland bis Alaska Der Abenteuerreiter Günter Wamser

Ein Mann – ein Gedanke. So begann das Abenteuer von Günter Wamser. Über 20 Jahre war der Deutsche mit Pferden und Hunden unterwegs, vom untersten Zipfel bis an den obersten Rand des amerikanischen Kontinents. Nun erzählt er seine Geschichte, wie er aus einem Traum Wirklichkeit werden liess.

Der Weg ist das Ziel» dieses Sprichwort hat Günter Wamser in die Tat umgesetzt. Mit insgesamt sechs Pferden, fünf Hunden und zwei Partnerinnen ritt er von Feuerland bis Alaska, insgesamt 30000 Kilometer. Bis 1986 hat der 58- Jährige als Flugtriebwerkmechaniker gearbeitet. Zu Beginn war er mit dem Motorrad auf Reisen und sammelte erste Reiseeindrücke zwischen Nordafrika und dem Nordkap. Doch gross sei die Enttäuschung darüber gewesen, dass er in vier Wochen das Land nicht erfassen könne. Also verlängerte er die Reisezeit und verabschiedete sich von regelmässigem Einkommen und der gesicherten Exis­tenz. Mit dem Motorrad reiste er vier Jahre lang durch Mittelamerika. Doch in Guatemala stieg er vom Motorradsattel auf den Pferdesattel um.

«Das Motorrad war mir zu schnell, da bekam ich gar nichts von dem bereisten Land mit», begründet Wamser seinen Umstieg auf den Pferderücken. Doch bis zu diesem Zeitpunkt hatte er noch keinerlei Erfahrung mit den Vierbeinern. Der Zufall wollte es aber, dass er jemanden traf, der mit dem Fahrrad unterwegs war. Durch ein Missverständnis dachten beide, der andere kenne sich mit Pferden aus und kauften kurzerhand eine kleine Herde, mit der sie geführte Ausritte anboten. Schnell merkten sie aber, dass ihnen das Wissen fehlte. So flog der Deutsche zurück in seine Heimat, um sich dieses anzueignen. Als Probe für sein Vorhaben, durch ganz Amerika zu reiten, lief er durch Deutschland. Ihn begleitete dabei Falco, ein junger Schäferhund, der bei Wamsers Eltern aufgewachsen ist. Lange wusste der Abenteurer nicht, ob er die grosse Reise alleine oder in Begleitung antreten sollte. Doch auf dem Weg durch ganz Deutschland erkannte er, dass er in Falco seinen Reisepartner gefunden hatte. So flog er 1994 nach Ushuaia, die südlichste Stadt Argentiniens. Dort wollte er zwei zahme Pferde kaufen und sie als Reit- und Packtier einse­t­zen. Doch leider wollte ihm niemand ein zahmes Pferd verkaufen. So kam er zu Rebelde und Gaucho. «Mit Rebelde hatte ich anfangs so meine Mühe, er warf mich ständig ab», erzählt Wamser. Auf seiner Reise sei er manchmal auch kurz davor gewesen, das argentinische Pferd einzutauschen. «Doch dann habe ich ihm gesagt, dass ich ihn nicht weggeben werde, irgendwann würden wir uns schon zusammenraufen, auch wenn es bis Kolumbien dauert. Ja – es hat dann auch fast bis Kolumbien gedauert.» In Ecuador angekommen, flog nach Deutschland zurück, um Geld zu verdienen. In diesem Jahr in Deutschland lernte er Barbara Kohmanns kennen, welche ihn dann von Ecuador bis nach Mexico begleitete. Für sie ging mit dieser Reise ein Traum in Erfüllung. Der Abenteuerreiter, der die letzten elf Jahre alleine unterwegs war, hatte jedoch anfangs Zweifel, welche er aber vertreiben konnte. Barbara Kohmann begleitete den Abenteuerreiter bis nach Mexiko und ging dann wieder zurück in ihr geregeltes Leben.

Doch an der Grenze zu den USA wurde Wamsers Pferden der Eintritt verweigert, da in ihrem Blut ein Infekt zu erkennen war. Die Grenzübergänge seien allgemein das Schlimmste gewesen. «Überall gab es Papierkrieg, damit verlor ich unglaublich viel Zeit.» Da er nicht ohne seine vierbeinigen Partner weiterreiten wollte, besorgte er ihnen einen guten Platz für den Ruhestand und flog zurück nach Deutschland. Gaucho genoss die letzten neun Jahre seines Lebens dort und Rebelde ist nun 32 Jahre alt und lebt noch immer an diesem Ort. In Deutschland begann der Abenteurer, ein Buch zu schreiben. Währenddessen merkte er, dass das Reisen doch sein Leben war. Von Sonja Endlweber bekam er überraschenderweise eine E-Mail mit dem Betreff «Ich komme mit». Dies war der Anfang der gemeinsamen Reise nach Alaska. Zurück in den USA kauften sie die Mustangs Dino, Rusty, Lightfoot und Azabache, welche im Rahmen eines Sozialprojekts von Strafgefangenen zugeritten wurden. «Der erste Ausritt hat neun Stunden gedauert. Das Pferd ist durchgebrannt und ich brauchte ewig, um es zu beruhigen», erzählt Sonja Endlweber. Natürlich musste auch wieder ein Hund dabei sein. «Ich wünschte mir wieder einen grossen, mutigen Schutzhund», so Wamser. Er bekam dann die kleine Parson Jack Russel Hündin Leni. Der Vierbeiner hat anfangs viel Durcheinander verbreitet, war aber voller Energie dabei und lief insgesamt 9000 Kilometer durch die USA und Kanada. In dieser Konstellation überwanden sie einige Hindernisse.

Jeden Abend suchten sich Günter Wamser und seine Begleitung einen Schlafplatz mit genügend Futter und Wasser für die Pferde.

Günter Wamser mit zwei seiner Mustangs und dem Hund Leni.

Die Mahlzeiten waren einfach. "Jagen ist nicht so mein Ding", erzählt der Abenteuerreiter.

Die Flussüberquerungen waren eine der grössten Herausforderungen, da das Wasser eiskalt war und manchmal eine starke Strömung hatte.

Trotz dieser Verzögerung waren sie schon bald ganz im Norden von Alaska angekommen. Sie überlegten sich ein Ziel. «Wir wollten keinen Rekord brechen. Am liebsten hätten wir eine schöne Weide für die Pferde.» Dies sollte am Fuss des Mount Denali sein. In den letzten Tagen der Reise wütete ein Sturm, wie es auch am Start in Patagonien war. «Das konnte kein Zufall sein», dachte sich Wamser. Dann endlich erreichten sie das Ziel, eine wunderbare Weide für die Pferde. Da habe sogar Günter Wamser eine Träne in den Augen gehabt.

«Angekommen bin ich aber eigentlich schon vor vielen Jahren, als ich akzeptiert habe, dass das Unterwegs sein mein Leben ist.» Seit sie 2013 in Alaska angekommen sind, reisen sie durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien, um Vorträge zu halten und ihre Erlebnisse zu teilen. «Ich will die Menschen inspirieren, ihre eigenen Träume zu verwirklichen.» Die beiden Abenteurer haben schon das nächste Ziel vor Augen. Sie wollen nach Australien – mit einem Segelboot. Das Boot haben sie bereits gekauft, nun müssen sie nur noch segeln lernen.

Vorträge: Mehr Details und persönliche Anekdoten geben Günter Wamser und Sonja Endlweber in ihren Büchern und Vorträgen preis. Die Präsentation dauert 140 Minuten und reisst die Zuschauer mit. Bücher und Infos unter www.abenteuerreiter.de und Tickets unter: www.explora.ch. Nächste Daten: 16. März 19:30 Rorschach SG, Carmen-Würth-Saal / 17. März 19:30 Chur GR, Titthof / 19. März 17:00 Nottwil LU, Paraplegiker-Zentrum / 23. März 19:30 Buchs AG, Gemeindesaal / 24. März 19:30 Liestal BL, Hotel Engel

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