Leica SL Hand´s on

Ich hatte das Vergnügen bei der Weltpremiere der Leica SL in Wetzlar dabei zu sein. Jetzt hatte ich die Gelegenheit die Kamera in Wien einem Praxistest zu unterziehen.

Das Leica SL-System ist ein spiegelloses, digitales Kamerasystem der Firma Leica Camera AG für das Kleinbild-Format. Das System wurde am 20. Oktober 2015 in Wetzlar veröffentlicht. Die erste Kamera dieser Produktreihe ist die SL (Typ 601) mit einem Bildsensor 24 Megapixeln und einem elektronischen Sucher mit 4,4 Megapixeln Auflösung.

Mit dem 24-90 mm Vario-Elmarit liegt die SL gut in der Hand der Profifotografin

Im August diesen Jahres hatte ich die Gelegenheit die Kamera im sommerlich heissen Wien einem Praxistest unterziehen zu können. Zuerst ging es mit der Kamera einfach mal hinaus in die Straßen Wiens um das Handling zu gewöhnen. Was sofort auffiel war, die intuitive Bedienbarkeit aller Funktionen. Eine Leica mit Autofocus (die dritte nach T und Q) erscheint zwar eingeschworenen Leica Puristen noch immer als no go. Fakt ist, dass es ziemlich bequem sein kann, aber bei wenig Licht auch langsam. Für die Besitzer einer Leica M gibt es das Schmankerl eines Adapters mit welchem alle M Objektive bis hin zum Noctilux auf der Leica SL verwendbar sind. Für diesen Test stand mir aber nur das LEICA VARIO-ELMARIT-SL 1:2,8–4/24–90 mm ASPH zur Verfügung. Aktuell umfasst die SL Objektivpalette noch ein LEICA APO-VARIO-ELMARIT-SL 1:2,8–4/90–280 mm und eine Leica APO-Summicron-SL Fixbrennweite mit1:2/50 mm. Für Sommer und Winter 2017 sind noch Fixbrennweiten mit 1:2/75 mm, 1:2/90 mm und 1:2/75 mm, beziehungsweise für Beginn 2018 noch ein Leica Super-Vario-Elmar-SL 1:3,5-4,5/16-35 mm ASPH geplant.

Das Leica SL-System ist der Beginn eines neuen Zeitalters der professionellen Fotografie. Als erste spiegellose Systemkamera ihrer Art überzeugt die Leica SL nicht nur mit innovativer Technologie, sie setzt auch neue Maßstäbe in Vielseitigkeit, Handling – und Robustheit.

Fotocult
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Die Leica SL ist die weltweit erste professionell ausgelegte Kamera mit einem elektronischen Sucher. Mit einer Latenzzeit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle und einer Auflösung von 4,4 Millionen Pixeln bietet der eigens für die Leica SL entwickelte EyeRes-Sucher ein vollkommen neues Seh-Erlebnis. Besonders bei schlechten Lichtbedingungen ist der EyeRes-Sucher optischen Suchern überlegen, da sich sein Bild elektronisch aufhellen lässt.

Durch das Fehlen des Spiegelgeräusches, ist ein unbemerktes Fotografieren möglich.t

In der Galerie LIK in der Spittelberggasse Wien startete ich dann zum Praxiseinsatz im Rahmen eines Fotoworkshops unter der Leitung von Nadja Gusenbauer.

Fotocult
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Es ging in die Unterwelt Wiens und die Kamera dürfte sofort beweisen, was sie bei extrem schlechten Lichtverhältnissen im hohen ISO Bereich zu leisten in der Lage ist. Alle Aufnahmen hier sind ausschließlich mit vorhandenem Kerzenlicht bei Automatik ISO mit offener Blende und Zeitautomatik entstanden.

Einzig der Autofocus hatte unter diesen Bedingungen seine Probleme.

Fotocult
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Die Bedienung in diesem Halbdunkel war selbst an der für mich unbekannten Kamera unkompliziert. Der Sensor der Leica SL enthält 4000 x 6000 Pixel mit einem 6x6 µm² Pixelpitch über einer aktiven Fläche von 24 x 36 mm. Das bedeutet Sie können sich auf die Bildqualität des vollen Kleinbildformats verlassen. Für eine maximale Bildschärfe verzichtet die Leica SL dabei auf einen Tiefpassfilter. Zusätzlich sorgt eine spezielle Pixelarchitektur dafür, dass mehr Licht auf jede einzelne Fotodiode fällt. Das Ergebnis ist ein beeindruckender Dynamikumfang, exzellente Kontrastwiedergabe, überragende Schärfe, höchste Detailgenauigkeit und rauschfreie Bilder unter nahezu allen Lichtbedingungen.

Alima by Eric Berger

Das Fotografieren an diesem schwülen Sommertag im Keller war von den Temperaturen her sehr angenehm. Erst als ich wieder an die Oberfläche kam merkte ich, dass sich inzwischen ein Wolkenbruch über dem nächtlichen Wien entladen hatte.

Skyfall

Die Fotos unter diesen extremen Bedingunen hatte ich bewusst im jpg Format aufgenommen und selbst da wurden die hohen Kontraste gut bewältigt.

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Resümee - die Leica ist eine wirkliche Profikamera für den Einsatz im Studio und on Location, welche auch unter schwierigen Bedingungen einwandfrei Schärfe und brillante Ergebnisse liefert. Auch im Street und Schnappschuss Einsatz macht sie eine gute Figur. Vor allem durch das fehlende Spiegelgräusch sind unbemerkte Aufnahmen möglich.

Das kantige Design und das hohe Gewicht ist zwar in Zeiten, in denen alle Hersteller mit Lightweight Cams brillieren, eher ungewöhnlich. Jedenfalls wird meine persönliche Metapher - gut ist was schwer und teuer ist, unterstützt.

edf
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Im nächsten Testdurchgang plane ich die SL im Studiobetrieb, bei Portraits und Sachaufnahmen zu probieren. Aktuell könnte ich dies nur bei gefundenen "Stilleben" ausloten.

High Heels
Created By
Eric Berger
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Credits:

All Rights Reserved 2016 by Eric Berger

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