Hands-on HTC U Ultra Das Riesending

Mit dem U Ultra und seinem "kleinen Bruder" U Play will HTC seinen Spitzenplatz unter den Android-Herstellern zurückerobern. Ich habe mir das U Ultra mal gründlich in der täglichen Praxis angesehen, und zwar rund vier Wochen lang.

Grundsätzliches

Mit einem Listenpreis von knapp 750 Euro gehört das HTC U Ultra ins obere Preissegment der Android-Phones. Dafür bekommt man dann

  • Einen Qualcomm Snapdragon 821-Prozessor
  • 2 Bildschirme: 5,7 Zoll (2.560 x 1.440 Pixel) und 2 Zoll (160x1040) mit Gorilla Glas
  • Einen glasbeschichteten Body mit abgerundetem Display, wahlweise in Schwarz, Weiß oder Dunkelblau
  • Hauptkamera 12 Megapixel mit optischem Bildstabilisator, Frontkamera 16 Megapixel
  • 64GB, 4GB RAM, Micro-SD-Kartenschacht
  • Android 7.0 mit HTC Sense
  • HTC Sense Companion KI-App
  • Akku mit 3000 mAh
  • USB-C-Schnittstelle
  • HTC U Sonic Earphones mit USB-C-Kabel

Audio

Eine Kopfhörer-Buchse hat das HTC U Ultra also nicht. Mich persönlich ärgert das, denn meine Lieblings-Kopfhörer hängen nun mal an einem Klinkenstecker, aber sei´s drum: HTC spendiert den U Ultra-Käufern die U Ultra Sonic In-Ear-Phones mit drei verschieden großen Ohrmuscheleinsätzen. Mit Hilfe einer HTC-App lassen sich diese sogar individuell auf die Ohren des Besitzers einstellen. Das funktioniert, indem beim ersten Einsatz ein kurzes weißes Rauschen eingespielt wird. Danach klingt es tatsächlich besser.

Foto

Große "Objektiv-Hügel" sind ja eher nicht meine Sache, aber man muss zugeben, dass des HTC U Ultra großartige Aufnahmen macht. Dank Laser-Fokus stellt es sehr schnell scharf, ƒ/1.8-Blende und Saphir-Linse ermöglichen Aufnahmen auf Kompakt-Kamera-Niveau. Der Dual-Tone LED-Blitz sorgt für natürliche Farben.

Es gibt natürlich eine ganze Reihe von Foto-und Video-Modi, inklusive Filtern, eine Panorama- und einer Hyperlapse-Funktion. Der Zoe Video Editor ist bereits vorinstalliert.

Personalisieren

Wie bei praktisch allen Smartphones dieser Preisklasse gibt es auch beim HTC U Ultra einen Fingerprint-Sensor, er ist direkt auf dem einzigen Button untergebracht. Das Entsperren damit funktionierte im Testzeitraum ohne Probleme, allerdings musste ich manchmal aus unerfindlichen Gründen "zur Erhöhung der Sicherheit" zusätzlich die PIN eingeben.

Von den HTC-Themen war ich nicht gerade begeistert. Allerdings hat man ja bei Android alle Auswahl der Welt.

Auf der vorinstallierten Highlights-Page mit Nachrichten aus den sozialen Netzwerken tauchte für meinen Geschmack entschieden zu viel Werbung auf, die sich auch nicht umgehen ließ. Man kann die Highlights-Page aber auch ganz abstellen.

Der HTC Sense Companion ist die KI-App von HTC. Sie stand ab Mitte März zum Download in Google Play zur Verfügung, und soll dafür sorgen, dass das Smartphone seinen Besitzer kennenlernt und dann selbständig Vorschläge macht. Dazu muss man natürlich alle seien Nutzungs- und Gerätedaten sowie Medien freigeben. Für Datenschutz-Paranoiker ist die Funktion (die man allerdings aktiv anschalten muss) also nichts.

Bei mir führte das dann immer zu Vorschlägen für Restaurants. Kurioserweise auch dann, wenn ich es mir gerade in einem anderen gemütlich gemacht hatte. Vermutlich aber sind zwei Wochen ein bisschen kurz, um den HTC Sense Companion an mich zu gewöhnen.

Richtig gut hat mir das zweite Display gefallen: Hier kann man schnell die Zeit ablesen, wichtige Benachrichtigungen oder Kontakte bevorzugt anzeigen lassen, ganz ohne den Hauptbildschirm zu aktivieren. Sehr praktisch, und sehr übersichtlich.

Auch die Glas-Chassis gefällt mir gut, sie liegt angenehm in der Hand. Allerdings sind Finger-Prints zumindest in der mir vorliegenden schwarzen Variante sehr prominent zu sehen. HTC packt jedenfalls ein Putztuch und ein Snap-on-Case mit in die Packung.

Fazit

Zugegeben: das HTC U Ultra war bei mir keine Liebe auf den ersten Blick. Die vorinstallierte Werbung nervte mich, die HTC-Themes gefielen mir nicht, und das ganze Gerät ist so groß, dass es nicht mehr in meine Jackentasche passt.

Was mich im Verlaufe des Tests dann doch überzeugt hat, war vor allem die wirklich tolle Kamera. Und die für die Größe des Phones anständige Akku-Laufzeit. Der tolle Sound. Dass es im Test-Zeitraum nur einmal abgestürzt ist (und da bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht selber schuld war). Die brillante Glas-Oberfläche. Das zweite Display. Der schnelle Fingerprint-Reader. Die hochwertige Aufmachung.

Würde ich es mir kaufen? Ja, allerdings in Blau.

Wem würde ich das HTC U Ultra empfehlen? Allen, die ihr Smartphone viel nutzen, Wert auf eine tolle Kamera legen, und auf ein Tablet verzichten wollen.

Wem würde ich es nicht empfehlen? Allen, für die ein Smartphone nur zum telefonieren, für WhatsApp und alle Jubeljahre mal für ein Selfie nutzen. Dafür ist das HTC U Ultra zu leistungsstark, und auch zu teuer.

Created By
Sonja Angerer
Appreciate

Credits:

Fotos und Screenshots: Sonja Angerer

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