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Die heutige Jugend! Christoph Ammann

«Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, plappern wortreich und laut in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süssigkeiten, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.»

Vielleicht sagst du jetzt: Genau, endlich einer, der sich zu sagen getraut, was Sache ist!

Da muss ich dich aber enttäuschen. Ich sage: Das stimmt nicht! Die obige Aussage wird Sokrates (469–399 v. Chr.) zugeschrieben. Neuere Forschungen bezweifeln jedoch, dass Sokrates der Urheber ist, und dafür gibt es handfeste Fakten. Aber egal wer das gesagt haben mag, wir als ältere Generation haben oft den Eindruck, dass die Jugend nicht mehr so «brav» ist, wie wir es waren.

Ich bin weder Jugendpastor noch Jugendgruppenleiter und trotzdem will ich eine Lanze für die Jungen brechen.

Ich war Anfang Oktober als Helfer und Workshop-Leiter im Camp19 «Jesus inside». In dieser Zeit habe ich rund 300 Jugendliche erlebt. es war eine geniale Zeit: Mit so vielen, meist motivierten, engagierten, strahlenden, humorvollen und fröhlichen jungen Menschen Zeit zu verbringen. Es war beeindruckend, wie wir zusammen Jesus preisen und ihn erleben durften. Wie Jesus Veränderung bewirkte. Welches Potenzial in diesen Jungen liegt.

Als Leitungsmitglied des Bundes FEG Schweiz und verantwortlich für den Bereich Gemeindeentwicklung appelliere ich an die Verantwortlichen unserer Gemeinden: Investiert in die junge Generation! Lasst sie gestalten, gebt ihnen Freiraum, pflegt Freundschaften, nehmt sie in die Verantwortung, gebt ihnen Kompetenzen! Begleitet sie, statt zu kontrollieren. Um unsere Gemeinden weiter zu entwickeln, gibt es kein besseres Rezept.

Seit meiner Zeit als Jugendlicher sind zwei Kulturgenerationen vergangen. Die Welt und auch unsere Gemeinden funktionieren nicht mehr wie vor 40 Jahren. Wenn wir uns, statt in alten Mustern zu bewegen, auf Junge und ihre Ideen einlassen, sie als «Saat» statt «Unkraut» sehen, werden wir in den Gemeinden viel Segen ernten. In Hebräer 13,8 steht:

«Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.»

Ich habe manchmal den Eindruck, dass Gemeinden Jesus Christus mit Musikstil, Formen, Strukturen und Verhaltensweisen verwechseln. Damit werden nicht nur das Evangelium verdreht, sondern auch junge Menschen demotiviert. Freue dich an dem, was sie einbringen, auch wenn du es nicht sofort verstehst. Schmecke die Güte Gottes, anstelle des Konkurrenzierenden, das du möglicherweise wahrnimmst.

Wir «Alten» (damit meine ich 40+) sind gefordert, den Jungen mit Erfahrung, Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue zu begegnen und sie zu fördern.

Junge Menschen sind wie ein Spiegel. Was du hineingibst, kommt zurück!

Credits:

Erstellt mit einem Bild von Rafaela Biazi - "SPLASH! MAKE YOUR MARK"