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Geisterspiele Jürg Wüthrich

Es war Sonntagnachmittag. Ich war erschöpft von der Arbeitswoche und einem Einsatz in einem Missionsgottesdienst. Draussen war schlechtes Wetter. Also ein idealer Zeitpunkt, um ein Spitzenspiel der Super League anzuschauen.

Es war ein spannendes Spiel, auch wenn es 0:0 ausging. Doch etwas ganz Entscheidendes hatte gefehlt: die Fans, die Zuschauer im Stadion. Es war ein Geisterspiel und damit auch ein bisschen ein Trauerspiel. Niemand spornte die Spieler auf dem Feld zu Spitzenleistungen an. Den Mannschaften fehlte der 12. Mann.

Paulus und Barnabas wurden von ihrer Gemeinde zur Gemeindegründungsarbeit im Ausland ausgesandt. Als sie zu ihrer sendenden Gemeinde zurückkehrten, lesen wir: Als sie in Antiochia eintrafen, riefen sie die Gemeinde zusammen und berichteten von ihrer Reise. In allen Einzelheiten erzählten sie, was Gott getan hatte… (Apg 14,27). Die sendende Gemeinde war wie der 12. Mann auf der Missionsreise, und dann feierten sie gemeinsam das, was Gott gewirkt hatte. Dies ist für mich ein inspirierendes Bild. Das tönt nicht nach einem Geisterspiel!

Als FEG Schweiz haben wir über die Vision Europa Gemeindegründer in fünf Länder von Europa gesandt. Sie kämpfen an der geistlichen Front. Bald, Anfang März, sind mal alle wieder in der Schweiz. So hoffen wir es zumindest, denn wegen der Pandemie kann das niemand wissen. Doch wir gehen davon aus, dass sie hier sind. Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie ermutigend für unsere Gemeindegründer diese Treffen in den Gottesdiensten sind. Sie erleben den 12. Mann und kehren mit neuer Motivation an die Front zurück. Da die meisten aber nur in der Woche um die Frühjahrs-Pastorenkonferenz hier sein können, wäre es gut, wenn ihr als Gemeinde schon einen Termin am 6. oder 13. März 2022 reservieren würdet, oder? Zeigt euch als 12. Mann.

Ich kann übrigens jederzeit für einen Gottesdienst eingeladen werden und freue mich, über jeden 12. Mann, den ich kennenlernen kann.

Jürg Wüthrich, Leiter Vision Europa, juerg.wuethrich@feg.ch

Liebe Leserin, lieber Leser

Seit über 30 Jahren leben wir als Familie von der Grosszügigkeit von Glaubensgeschwistern. Das macht mich dankbar

und demütig. Da sind Menschen, die geben von ihrem Einkommen, damit wir einen Lohn haben und uns voll auf die Ausbreitung des Evangeliums konzentrieren können. Das begeistert mich! Grosszügigkeit spiegelt das Wesen Gottes wider. Unsere Gesellschaft entwickelt sich leider in eine andere Richtung. Heinrich Heine stellte schon im 19. Jahrhundert fest: «Die Kunst des schönen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in demselben Masse, wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen Zugreifens täglich allgemeiner gedeiht». Was würde er wohl heute sagen?

Im letzten Finanzbericht schrieb ich vom Weihnachtswunder, das ich zu erleben hoffte. Unglaublich, aber unser himmlischer Vater hat es erneut geschenkt und hat Sie dazu benutzt. Im Dezember kamen fast 20% der gesamten Jahresspenden für die Visionen herein. Diese Solidarität und Unterstützung machen mich unglaublich dankbar. In Bezug auf das Budget haben wir zwar noch ein leichtes Defizit, aber wir haben auch weniger ausgegeben als geplant. So warten wir den Jahresabschluss ab.

Als FEG Schweiz wollen wir eine Gemeindegründungsbewegung sein. Wenn ich dieses Spendenaufkommen von rund 1,1 Mio. CHF sehe, muss ich sagen: Wir sind ein Gemeindegründungs-Movement! Ganz herzlichen Dank für Ihre Investition, damit mehr Menschen zu Christus finden und ihm nachfolgen. Gehen wir mit dieser Solidarität durch das Jahr 2021.

Credits:

Erstellt mit einem Bild von TheDigitalArtist - "rays wonder sun"