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Zwischen Heimat und Fremde - Karlsruhe im Porträt Von Brüchen und dem Zuhausegefühl

Text und Layout: Leonie Thiel, Bilder: Timothée Kammies.

Als Kind in einem kleinen Dorf im Schwarzwald aufgewachsen, dann in den Kreis Karlsruhe umgezogen, jetzt in Konstanz, meine Geschwister in ganz Deutschland verteilt – kurzum, mir sind Brüche bekannt und vertraut. Doch obwohl ich diese ursprüngliche Heimatverbundenheit nicht erlebt habe, habe ich doch in Karlsruhe und Umgebung viele schöne Momente verlebt und viele schöne Orte entdeckt. Die badische Residenzstadt hat ihren ganz eigentümlichen Charme und bezaubert mit vielen Events, Highlights, dem schönen Schloss und den grünen Parks.

Hinter einer leeren Holzbank verschwimmt das Barockschloss Karlsruhe.

Brüche müssen nicht zwangsläufig Leid bedeuten

Der Auszug aus meinem Elternhaus und der Umzug nach Konstanz war für mich eher Befreiung als leidvoller Bruch. Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich diese tiefe Heimatverbundenheit nicht erlebt, auch die Idylle des Dorflebens fehlt mir nicht sehr. Das Schöne an Konstanz ist ja auch gerade, dass man das Beste von Dorf und Stadt vereint hat.

Der Umzug in meiner Kindheit hat mich erwachsener gemacht, hat mir geholfen, ein Stück Selbstständigkeit zu erwerben. Für mich sind Brüche auch immer eine Chance. Eine Chance, Neues kennenzulernen, mich selbst zu entfalten.

Wer sein Leben lang nur ein einziges Dorf kennengelernt hat, tut sich oft schwer damit, jenes zu verlassen. Viele verweilen gerne in diesem kuscheligen Nest – doch verpassen damit vielleicht die Aussicht auf Abenteuer und Veränderung.

Ich hatte das Glück nach meinem Umzug in einem Dorf gelandet zu sein, das über einen Bahnanschluss verfügte. Auch meine Schule war nur ein Katzensprung entfernt. Somit konnte ich mich relativ frei bewegen, war nicht so sehr auf meine Eltern angewiesen. Glücklicherweise musste ich auch keine Busse benutzen, dieses Arrangement begann erst (unfreiwillig) seit ich in Konstanz studiere.

Nächste Haltestelle: Karlsruhe Marktplatz

Mein „Heimatdorf“ liegt nur 30 Minuten von Karlsruhe entfernt. Daher war es naheliegend, manche Samstage in der Stadt zu verbringen.

Die Bahnhaltestelle am Karlsruher Marktplatz.

Zuerst entdeckte ich Karlsruhe für mich als Shopping-Paradies – als Teenager waren die reichliche Ladenfülle am Marktplatz und an der Kaiserstraße sowie das Einkaufszentrum Ettlinger Tor ein toller Zeitvertreib. Zusammen mit Freundinnen sich neue Outfits zu gönnen, einen leckeren Latte Macchiato in einem gemütlichen Café genießen und als Abschluss im IMAX-Kino (Filmpalast beim ZKM) in eine andere Welt eintauchen – ein gelungener Tag.

Mit den Jahren zog es mich dann in die zahlreichen Bars und Clubs der Karlsruher Innenstadt. Auch hier wartet die Residenzstadt des ehemaligen Landes Baden mit einer unverwechselbaren Vielfalt auf: günstige Studentenkneipen, klassische Cocktailbars, spanische Tapas-Bars, Roof-Top-Bars und jede Menge kleiner, angesagter Clubs mit guter Musik. Vor allem im Sommer sind die Straßen der Stadt belebt und Biergärten platzen aus allen Nähten – da gibt es auch gerne mal einen Jumbo Cocktail für fünf Euro.

Besonders erwähnenswert ist natürlich „Das Fest“, das sich Jahr für Jahr an großen Zuschauerscharen erfreut und immer wieder musikalische Highlights bietet. Für wenig Geld namhafte Musiker wie Sido oder Marteria live erleben – das hat schon was. Das entspannte Ambiente in der grünen Günther-Klotz-Anlage macht das Festival nochmal etwas liebenswerter.

Das Fest 2017, Aussicht auf die Hauptbühne.

Und auch sonst ist in Karlsruhe viel geboten: von sehenswerten Kunst-Museen über die Schlosslichtspiele und dem riesigen Barockschloss samt Schlossgarten bis zu dem mehrfach ausgezeichneten Weihnachtsmarkt – da ist für Jeden etwas dabei.

Ein Glühweinstand des Karlsruher Weihnachtsmarktes.

Als „Fast-Karlsruherin“ mag ich auch besonders gern den Stadtteil Karlsruhe-Durlach, der durch seine eigentümliche, verwinkelte Art überzeugt und mit süßen kleinen Cafés und Restaurants zum Verweilen einlädt. Auch der hiesige Mittelalter-Weihnachtsmarkt ist eine tolle Sache. Für alle, die noch nach ausgefallenen Weihnachtsgeschenken suchen, dort seid ihr an der richtigen Adresse.

In diesem Sinne, überzeugt euch einfach mal selbst und besucht die kleine Perle im Badnerland.

Created By
Campuls Hochschulzeitung
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Credits:

Timothée Kammies

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