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Wie können junge Mütter in ihrem Alltag geistlich überleben? Priska Fankhauser, Wien Floridsdorf

Ich weiss noch selbst, wie das war: Nicht einmal zum Frisieren oder auf dem Klo hat man genügend Zeit, denn das Baby schreit vor Hunger und das Kleinkind meint, die Mama habe es im Stich gelassen, wenn sie die Klotür schliesst. Wenn die Kinder gerade mal alle gleichzeitig zufrieden sind (was selten genug vorkommt), schafft man es mit knapper Not, die nötigsten Hausarbeiten zu erledigen. Und abends sinkt man todmüde ins Bett, nachdem das Baby um 23 Uhr noch gestillt wurde, damit es vielleicht bis 6 Uhr durchschläft. Wann soll da noch Zeit sein, um die Bibel zu lesen und zu beten?

Priska Fankhauser, priskafankhauser@hotmail.com

Natürlich: Es gibt kein «Stille-Zeit-Gesetz». Jesus verurteilt bestimmt keine Mama, die das nicht schafft. Aber viele junge Frauen wünschen sich so sehr, ihre Beziehung zu ihm nicht einschlafen zu lassen. Und nicht nur das: Sie möchten geistlich wachsen. Sie brauchen es, an der göttlichen Kraftquelle angeschlossen zu sein. Sie brauchen Ermutigung.

Darum habe ich mit zwei jungen Frauen eine Minigruppe angefangen. Kathi hat vier, Maria zwei Kinder. Wir machen uns einen Bibelleseplan, der ihren Möglichkeiten entspricht. Mo, Mi und Fr lesen wir je einen Abschnitt. Einmal pro Woche skypen (telefonieren) wir eine Stunde lang zu dritt und tauschen aus, was uns beim Lesen aufgefallen ist. Speziell auch, was wir davon für unseren Alltag mitnehmen können. Am Schluss beten wir noch füreinander. Meistens klappt es, dass die Männer da zu den Kindern schauen.

Kathi hat die Hörbibel entdeckt. Sich beim Hören zu konzentrieren, fällt ihr leichter als beim Lesen. Bei Maria fällt mir auf, dass sie Leitungsgaben hat. Sie schlägt Parallelstellen nach, verschafft sich einen grösseren Überblick. Ich kann mir vorstellen, dass sie später mal einen Frauenkreis leiten könnte. Ihr jüngstes Kind ist auch schon im Kindergarten, da hat man doch wenigstens manchmal eine Verschnaufpause (wenn nicht gerade Lockdown ist).

Was von mir gefordert wird, ist grosse Flexibilität. Immer wieder müssen wir die geplanten Treffen auf einen anderen Tag verschieben. Aber was solls? (Man kann auch auf einem Parkplatz im Auto per Handy skypen, wenn man daran gedacht hat, die Bibel und die Notizen mitzunehmen!) Hauptsache, wir bleiben dran! Und die Frauen reifen heran und werden ihren Kindern zu guten Vorbildern, die leben, was sie glauben.

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