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2019 - das Jahr in Mittelhessen mittelhessen.de

Ein aufregendes Jahr war es, auch in der Region Mittelhessen. Wir blicken zurück auf Schreckliches und Schönes, auf gute Nachrichten und packende Schlagzeilen.

"Die Täter können sich wichtig machen."
Foto: Dennis Weber

31. Januar: Eine Krankenschwester soll mehreren Frühchen unerlaubt Medikamente verabreicht und sie dadurch in höchste Gefahr gebracht haben. Nun steht sie wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht in Marburg. Der Prozess dauert fast ein Jahr - am Ende lautet das Urteil: lebenslange Haft.

"Das sind 500 menschliche Schicksale."
Foto: Jörg Weirich

8. Februar: Die Bombe platzt - bis 1. Juli sinkt die Stellenzahl beim Herborner Flugzeugküchenausstatter Sell von 1173 auf 791. Der Konstruktionsstandort Homberg mit 60 Stellen wird geschlossen. Die IG Metall tobt: "Jetzt sind wir dabei, Probleme zu lösen, die Leute verursacht haben, die längst nicht mehr da sind."

"Es handelt sich sich um eine 35 Kilo schwere Wölfin."
Foto: Polizei Mittelhessen

1. März: Gerade erst haben sich Naturfreunde über die Sichtung eines jungen Wolfs im Hinterland gefreut, da nimmt die Geschichte schon ein trauriges Ende. Neben der A 45 wird ein totes Tier gefunden. Experten bestätigen: Es handelt sich tatsächlich um die Wölfin aus dem Hinterland.

"Der Streit dauert schon länger."

3. März: In der Nacht eskaliert in Breidenbach und Bad Laasphe ein Konflikt zwischen zwei türkischen Großfamilien. Mit Baseballschlägern sollen Männer auf Autos einschlagen, Scheiben gehen zu Bruch, es fällt sogar ein Schuss. Vier Wochen später sitzt ein 25-jähriger Tatverdächtiger in Untersuchungshaft.

Fotos: Jörg Fritsch, Polizei Mittelhessen

"Es herrschte Chaos."

16. April: In der Nacht löst ein Unfall auf der B 49 ein Verkehrschaos aus. Zunächst kommt ein Laster von der Fahrbahn ab und steckt im Straßenbankett fest, droht umzukippen. Ein Bergungskran wird eingesetzt. Der verfängt sich jedoch in der Dunkelheit in einer Hochspannungsleitung und verkeilt sich. Durch den Stromschlag fängt er Feuer. Die ganze Nacht und am folgenden Tag sind die Einsatzkräfte in Aktion, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Fotos: Jörg Fritsch (1), Jenny Berns
"Das Wichtigste ist, dass niemand zu Schaden kam."
Foto: Mark Adel

16. Mai: In einer Fertigungshalle von Buderus Guss in Breidenbach brennt es. Glücklicherweise wird niemand verletzt. Der Schaden ist jedoch erheblich: Die Geschäftsführung geht von einer Million Euro Verlust aus. Brandursache laut Polizei: ein technischer Defekt.

"Wir geben immer unser Bestes."

29. Juni: 250 Kilo schwer und theoretisch brandgefährlich - eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sorgt dafür, dass 5700 Menschen kurzfristig Niederscheld verlassen müssen. Der Kampfmittelräumdienst um Feuerwerker René Bennert entschärft die Bombe ohne Probleme. Im Interview berichtet er über seinen Job. Was noch niemand ahnt: In der Folge werden in Niederscheld und Dillenburg zwei weitere Weltkriegsbomben gefunden.

Foto: Andreas Arnold/dpa

Grafik: VRM | Quelle: Feuerwehr
"Ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung."
Foto: Steffen Gross

4. Juli: Prozessauftakt in Wetzlar. Weil sie über Jahre vier ihrer sieben Kinder brutal misshandelt haben sollen, müssen sich Eheleute vor Gericht verantworten. Die Verhandlung ergibt: Getrieben war ihr Erziehungsstil aus Schuld und Sühne offenbar von religiösem Fanatismus. Erschütternde Details kommen zutage. Einen Monat später lautet das Urteil gegen die Eltern: Gefängnisstrafen von drei Jahren sowie zwei Jahren und zwei Monaten.

"Hier erlebe ich Gemeinschaft."
Foto: Beate Gerhard

14. August: Eine Stadt im Ausnahmezustand. Der Grenzgang in Biedenkopf findet alle sieben Jahre statt - und jedesmal zieht das Heimatfest tausende Besucher an. Was das Volksfest weit über die Grenzen des Landkreises Marburg-Biedenkopf bekannt macht: das Gemeinschaftsgefühl. Ausgegrenzt wird niemand.

Fotos: Mark Adel, Sascha Valentin, Hartmut Bünger

"Mein Mann hat vier Schüsse gehört."
Foto: Jörg Fritsch

1. September: Alles geht Schlag auf Schlag. Erst werden bei SEK-Einsätzen in Aßlar und Ehringshausen drei Männer im Zusammenhang mit tödlichen Schüssen im Wetzlarer Westend vorläufig festgenommen. Dann taucht plötzlich der mutmaßliche Todesschütze bei der Polizei auf und stellt sich.

"Wir arbeiten weiter in der Koalition wie bisher."
Foto: Mark Adel

8. September: Amtsinhaberin Kirsten Fründt (SPD) gewinnt die Landratswahl im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Sie liegt im ersten Wahlgang mit großem Vorsprung vor ihren vier Mitbewerbern.

"Wilde Spekulationen braucht niemand."
Foto: dpa

7. Oktober: Ein Lastwagen fährt in Limburg auf mehrere Fahrzeuge auf. Rund ein Dutzend Menschen werden verletzt. Der Grund für die Amokfahrt ist nicht bekannt, die Polizei schließt einen terroristischen Hintergrund jedoch aus. Eine Woche später steht für die Ermittler fest: Der 32-jährige Mann am Steuer des Lkw hat aus persönlichen Motiven gehandelt.

"Da liegt einer und ist nur am Bluten."
Foto: www.weidenhausen-marburg.de

11. Oktober: Schreckschüsse und Messerstiche auf der Innenstadtkirmes in Marburg. Die Polizei nimmt mehrere Verdächtige fest. Ein Streit zwischen Geflüchteten war eskaliert. Heldin des Tages ist Imbiss-Mitarbeiterin Sophia Budde: Sie rettet einem schwer verletzten 16-Jährigen vermutlich das Leben, indem sie seine Stichverletzung versorgt, bis der Krankenwagen eintrifft.

"Es wurde ein Mensch getötet."
Foto: Mika Beuster

25. Oktober: Eine 31-jährige Frau wird in Limburg auf offener Straße umgebracht. Mutmaßlicher Täter ist der Ehemann des Opfers - die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Der 34-Jährige habe die Frau zunächst mit dem Auto angefahren und dann mit einer Axt auf sie eingeschlagen. Kurz nach der Amokfahrt sorgt die grausame Tat für Entsetzen unter den Limburgern. Videos des Geschehens kursieren im Netz, erschweren die Arbeit der Ermittler.

"Ist das Comedy?"
Foto: Christian Lademann

29. November: Ein Punkrock-Konzert wird zum Politikum. Der Auftritt der linken Band "Feine Sahne Fischfilet" in Wetzlar sorgt bereits im Vorfeld für Diskussionen. In den sozialen Netzwerken wird hitzig debattiert, im Stadtparlament geht es sachlicher, aber nicht weniger kontrovers zu. Vor der Rittal-Arena halten am Konzertabend Mitglieder von Pro Polizei und der CDU, aber auch der NPD eine Mahnwache ab, Fans der Band protestieren dagegen. Vor der Halle bleibt es so friedlich wie drinnen, wo die Musiker die Kritik humorvoll kommentieren.

"Das Abschiednehmen tut schon weh."
Foto: Tanja Freudenmann

6. Dezember: Die Altstadt von Wetzlar verliert einen weiteren alteingesessenen Familienbetrieb - das Café "Zur Alten Lahnbrücke". Elke (63) und Wilfried Franz (65 Jahre) haben ihr Gebäude verkauft. Der Wetzlarer Geschäftsmann Murat Kaya will das Café zunächst fortführen und dann ein neues Konzept erarbeiten.

Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir einen guten Rutsch und ein ereignisreiches 2020!

  • Pageflow und Texte: Markus Engelhardt
  • Videos: Dennis Weber, Manuela Falk und Jörg Fritsch
  • Fotos: Archiv mittelhessen.de (Fotografen stehen in den Artikeln)