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Frucht und Segen der Ausgangssperre Doris Meister

Kein Besuch, kein Schwatz auf der Strasse und natürlich keine Gemeindeveranstaltungen. Wie kann da Gemeinschaft wachsen? Etliche Gemeindeglieder gehen durch eine schwere Zeit.

Gerade wurde ein Gemeindeglied zweimal notoperiert – keiner darf es im Krankenhaus besuchen. Andere arbeiten als Polizist, Krankenwagenpersonal, Krankenschwestern, in der Pharmaindustrie oder im Supermarkt und sind grossem Stress ausgesetzt. Wenn man miterlebt, wie Angehörige krank werden und im eigenen Haushalt isoliert werden müssen, Arbeitskollegen auf der Intensivstation liegen oder schon verstorben sind, wird der Stress noch höher.

Und doch erleben wir, dass die Distanz auch Nähe schafft. Das Bedürfnis nach Gemeinschaft wächst und auch das Bewusstsein, dass wir einander brauchen. Es ist ermutigend zu erleben, wie die Missionsfreunde in der Schweiz uns in dieser Zeit beistehen und für uns Missionare, aber auch die Gemeinde im Gebet einstehen. Der Herr ist am Wirken! Wochenlang sitzen wir nun schon fein säuberlich getrennt voneinander in unseren Wohnungen.

  • Plötzlich bekennt ein Gemeindeglied, das in den letzten Monaten ferngeblieben ist, dass ihr die Gemeinschaft fehlt, und ist praktisch bei jedem Onlinetreffen mit dabei.
  • Der Sohn eines älteren Ehepaares nimmt mit mir die Verbindung auf, weil er seine Eltern darin unterstützen will, an den Treffen teilnehmen zu können, und hat sich sogar selber dazu eingeloggt.
  • Eine junge Frau, die eine grosse Glaubenskrise durchläuft und sich zurückgezogen hatte, ist plötzlich auch bei unseren Treffen mit dabei.
  • Verwandte von Gemeindegliedern sind plötzlich zugänglich für Glaubensfragen und nehmen an den Gottesdiensten teil.
  • Der Ehemann der notoperierten Frau ist allein mit seinen Sorgen und hält es selber im Hausarrest kaum mehr aus. Das erste Mal kann ich mit ihm über das Telefon sprechen und Seelsorge anbieten.

Dieser Lockdown und der Tod, der so nah an unsere Türen gerückt ist, haben uns auch viel Segen bereitet. Die Fastenzeit vor Ostern wurde wirklich ganz konkret von Verzicht geprägt mit der Möglichkeit, sich auf die wesentlichen Grundlagen und Werte des Lebens zu besinnen.

Wir freuen uns jedoch schon sehr darauf, das traditionelle Grillfest vom Ostermontag später nachholen zu können mit noch mehr Freude und noch mehr Dankbarkeit im Herzen. Und mit der Erfahrung im Gepäck, dass der Herr uns als Familien und als Gemeinde durch diese schwierigen Monate begleitet hat, dass er uns gesegnet und bereichert hat. Wir werden später auch mit Dankbarkeit und als gestärkte Gemeinde auf diese so spezielle Zeit zurückblicken können.

Von Herzen danke ich euch für die vielen Liebesbeweise, die wir erleben durften. Meldet euch, wenn ihr gerne den aktuellen Gebetsbrief erhalten möchtet.

Doris Meister und Team

Credits:

Erstellt mit einem Bild von engin akyurt - "Woman wearing face mask during coronavirus outbreak"