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Wo "wohnen" die Gedanken unserer Kinder? Sabine Jäggi

Wie viel Unterschiedliches geht in den Köpfen und Herzen der Kinder vor sich, von innen wie von aussen! Da prasselt schon Vieles auf sie ein. Und sie selbst beschäftigen sich mit Gedanken, Wünschen, Erlebnissen.

An einer Weiterbildung, der Online-Konferenz «Children’s Ministry and Family Ministry Hand in Hand», ging es um die Frage, wie Reich Gottes bauen nach in der Zeit nach der Pandemie aussehen wird und kann. Dave Roberts hat unseren Fokus auf Phil 4,4-9 gerichtet, auch in Bezug auf Kinder. Ich greife Vers 8 heraus:

«Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstössig sind und allgemeine Zustimmung verdienen; beschäftigt euch mit dem, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird.»

Andere Übersetzungen formulieren: «Konzentriert euch auf ... Denkt über das nach...», «orientiert euch an dem», «darauf seid bedacht» oder im Englischen: «Dwell on these things» (verweilen, nachhängen, oder auch wohnen).

Gott möchte unseren Sinn füllen und prägen mit dem, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert ist. Was in unserem Herzen ist, wird daraus herausquellen (siehe Mt 12,34–35). Johannes Hartl spricht von einem Garten in unserem Inneren, den es zu pflegen gilt. Ein Garten, in dem Gott uns begegnen will. Zuerst geht es darum, dass wir selber uns dies zu Herzen nehmen.

Raum und Zeit zum Verweilen in der Wahrheit

Wo und wann geben wir Kindern Raum und Zeit, um über die Wahrheit nachzudenken, um dem Guten, Reinen, Gerechten nachzuhängen, damit es ihre Gedanken, Herzen und Leben prägt?

Kinder sind dauernd am Denken, Lernen und Entdecken. Doch manchmal haben sie keinen verlässlichen Führer im Sortieren, haben selbst noch wenig Verständnis, sich in all den Eindrücken, Einflüssen und Fragen ihres Lebens zu orientieren. Manchmal werden sie torpediert von Dingen, die nicht nur gut für sie sind. Was bleibt in Kopf und Herz eines Kindes hängen? Mit was für Dingen beschäftigt es sich, woran richtet es sich aus?

Wie wertvoll, wenn wir zuhause und als Gemeinden solche Räume und Zeiten gestalten können, die den Kindern helfen, «in der Wahrheit zu verweilen». Ja, das geschieht einerseits, wenn wir sie lehren. Es geschieht aber auch, wenn sie selber Zugang bekommen, Gott zu begegnen, sein Wort zu hören und zu lesen, mit Gott ins Gespräch zu kommen, ihm Lieder zu singen. Manche Gemeinden gestalten kreative Gebetsanlässe mit Kindern.

Es kann auch ein «Gott-Begägne-Morgen» sein: Ein KIDS TREFF-Morgen mit euren Kindern, an dem sie Gott begegnen können, mit Bibelworten, Gebetsformen, mit verschiedenen Sinnen und Hand und Fuss involviert, allein oder miteinander. Angeregt durch Phil 4,8 gestalte ich ein Angebot, mit dem ich gerne in Gemeinden komme.

«Kinder sind keine leeren Boxen»

So hat es Claudia Diestelhorst an der KiFO-Konferenz 2014 einprägsam vermittelt. So wie Gott jedes Kind geschaffen hat, hat er bereits Gaben und Potential in sie gelegt, um ihn zu erkennen, Beziehung zu ihm zu suchen und zu finden und etwas davon auszudrücken. Wer mit Kindern unterwegs ist, wird auch mit Entdeckungen überrascht und beschenkt. Ein Beispiel vom Karfreitagsmorgen bei uns: Wir haben die Kinder eingeladen, mit farbigen Dominosteinen zu legen, zu bauen oder zu schreiben, was ihnen zu Karfreitag in den Sinn kommt – bewusst ohne dass wir es gross vorher besprochen haben. Ich empfand es als eine Form von kreativer Anbetungszeit, was sich da in den Grüppchen entwickelte.

Sabine Jäggi, FEG Kinder, sabine.jaeggi@feg.ch