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MODERNE FÜHRUNGSSTILE UND INNOVATIONEN: DER CHEF WEIß ES NICHT IMMER AM BESTEN! Simon Hill, Co-Founder und CEO Wazoku

Für viele moderne Unternehmen ist das Konzept des Chefs veraltet. Ich bin der "Chef" bei Wazoku, indem ich das Unternehmen mitbegründet habe und am Ende des Tages die letztendliche Verantwortung für unsere Geschicke trage. Aber das ist so ungefähr alles, was ich mit der traditionellen Rolle des Chefs gemein habe.

Bei Wazoku haben wir ein siebenköpfiges Führungs- und Managementteam, das gemeinsam für die wichtigsten Entscheidungen des Unternehmens verantwortlich ist. Als CEO habe ich keinen Schreibtisch. Ich habe kein Büro. Ich bin ansprechbar. All diese Dinge tragen dazu bei, eine Kultur zu schaffen, auf die sich die Menschen einlassen, und eine so flache Struktur ist von grundlegender Bedeutung für das, was wir sind und was wir erreichen wollen.

Aber nicht alle Unternehmen werden auf diese Weise geführt und Führung kommt in vielen verschiedenen Formen vor. Lassen Sie uns die Natur der modernen Führung in der Wirtschaft erforschen und untersuchen, wie sich die Ausweitung des Crowdsourcings über die Führungsteams hinaus auf ein Unternehmen auswirkt und wie dies alles mit dem Aufbau und der Förderung einer Innovationskultur zusammenhängt.

Die Natur der modernen Führung

Während die Tage der autokratischen Führer, unnahbar und mit einer "Do as I say"-Haltung, noch nicht ganz vorbei sind, so sind deren Tage aber dennoch hoffentlich gezählt. Das Geschäft hat sich verändert und verändert sich weiter, und was vor Jahrzehnten noch akzeptabel war, ist im heutigen Geschäftsklima nicht mehr unbedingt zeitgemäß.

Natürlich müssen Führungskräfte immer noch inspirierend sein und die Mitarbeiter müssen wissen, dass jemand hinter ihnen steht und dass es ein Sicherheitsnetz für sie gibt, wenn sie eines benötigen. Aber das Geschäft ist in den letzten zehn Jahren unendlich kollaborativer geworden. Das alte Sprichwort "Viele Köpfe sind besser als einer" hat sich als richtig und zutreffend für das moderne Geschäft erwiesen.

Die Zusammenarbeit hat einen erheblichen Einfluss auf die Produktivität. Dies wurde in einer aktuellen Studie des Institute for Corporate Productivity (i4cp) in Zusammenarbeit mit Rob Cross sowie Edward A. Madden, Professor of Global Business am Babson College, USA, hervorgehoben. Die Studie mit mehr als 1.100 Unternehmen, von denen viele behaupteten, offene und kollaborative Kulturen zu haben, ergab, dass die Wahrscheinlichkeit für ein hohes Leistungsniveau in Organisationen fünfmal so hoch war, wenn diese kollaboratives Arbeiten förderten.

Eine gute Führungskraft in einem modernen Unternehmen muss diese Zusammenarbeit erleichtern und eine angstfreie Kultur schaffen, in der die Mitarbeiter zur Zusammenarbeit ermutigt werden, auf den Ideen und Projekten des anderen aufbauen und dafür belohnt werden.

Flache vs. hierarchische Struktur

Die meisten Unternehmen haben ihre Organisation traditionell gestaltet mit einem Führungsstil und einer Hierarchiestruktur, die den Chef an die Spitze stellt und eine Reihe von verschiedenen Macht- oder Autoritätsebenen unterhalb ansiedelt. Viele erfolgreiche Unternehmen haben ein solches Modell betrieben und tun es auch heute noch, aber es ist kein Modell, das besonders gut zu dem sich weiter entwickelnden kollaborativeren Geschäftsansatz passt.

Die Richtung kommt von oben, und auch wenn es Menschen geben wird, die auf diese Richtung mit ihrem eigenen Input reagieren, ist es keine Struktur, die sich für Diskussionen und Zusammenarbeit eignet.

Die flache Struktur gewinnt zunehmend an Zugkraft. Ich glaube nicht an eine wirklich flache Struktur, aber denke dennoch, dass wir zu viele Entscheidungsebenen geschaffen haben. Die operative Organisationsstruktur und -hierarchie eines Unternehmens müssen wir auf eine völlig neue Sichtweise entwickeln. Die Abflachung der Organisation und die Entwicklung neuer Betriebsmodelle für effektivere Arbeitsweisen ist ein von vielen Start-ups bevorzugter Ansatz. Und obwohl es für größere Unternehmen schwieriger ist (Wandel ist ein Gräuel), dem Beispiel zu folgen, gewinnen diese Ansätze auch dort zunehmend an Bedeutung. Flache Strukturen ermöglichen mehr funktionsübergreifende, kollaborative Arbeitsansätze mit einer Projektmentalität, die durch Lean-Methoden und eine agile Denkweise gestützt wird. Dies ermöglicht schnellere Entscheidungen und bindet die Mitarbeiter frühzeitig und sinnvoll in die relevanten Prozesse ein.

Das Führungsteam und die Förderung von Innovationen

Flache Strukturen müssen über ein Führungsteam verfügen, das eine wichtige Rolle im Tagesgeschäft eines Unternehmens spielt. Sie liefern die strategische Ausrichtung, steuern den Prozess und helfen beim Aufbau der richtigen Kultur, um Innovation und Zusammenarbeit zu fördern. Die Erweiterung der Innovation über dieses Team hinaus ist wohl die Frage, wie Führungskräfte ihren größten Beitrag leisten und nachhaltig wirken können.

In einem McKinsey-Bericht aus dem Jahr 2017, „Creating an Innovation Culture“, wurde die Notwendigkeit von "Innovation parenting" angesprochen. Dazu gehört es, sicherzustellen, dass die Menschen sich der Ziele der Organisation, der Kernfokusbereiche, der Kernkompetenzen und der Verpflichtungen gegenüber den Interessengruppen voll bewusst sind und die Verantwortung dafür tragen. Entscheidend ist aber auch, ihnen dann die Freiheit zu geben, ihre Arbeit zur Unterstützung dieser Aufgabe leisten zu können.

Ein zentraler Weg, um Innovationen zu fördern ist es, die Zusammenarbeit zu unterstützen. Den Menschen die Möglichkeit schaffen, innerhalb des Unternehmens mit anderen in Kontakt zu treten, die sie interessieren und begeistern. Es ermöglicht den Teammitgliedern, Beziehungen über das gesamte Ökosystem des Unternehmens hinweg aufzubauen und ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie alles zusammenhängt.

Also, weiß der Chef es immer am besten?

Das alte Modell des Chefs, der die Agenda für den Rest der Organisation festlegt, beginnt sich sehr veraltet anzufühlen. Gute Ideen und Innovationen können von überall und von jedem innerhalb eines Unternehmens kommen, und die Schaffung des richtigen Umfelds, um dies zu fördern, ist ein wesentlicher Bestandteil moderner Führung.