Sterneradeln an der Elbmündung über die Osterfeiertage in Otterndorf

Ostern bildet seit ein paar Jahren für uns den Auftakt für unsere Radsaison mit der ersten Reise. Dafür hatten wir das Nordseebad Otterndorf ins Auge gefasst mit der Vorstellung, gemütlich auf dem Elbe-Radweg zwischen Cuxhaven und dem Oste-Sperrwerk zu radeln sowie mit einigen Abstechern bis in die Wingst Ausflüge zu machen. Die Stadt Otterndorf selbst kannten wir von früheren Besuchen und freuten uns auch darauf, in dem tollen Fachwerkambiente der Innenstadt zu flanieren und am Kirchplatz draußen Café zu genießen.

Stadtmitte Otterndorf an der Kirche

Da Ostern sehr früh im April lag und man mit Wetterkapriolen rechnen musste, buchten wir mit dem "Hotel am MedemUfer" eine 4-Stern-Kategorie. Diese Wahl erwies sich als echter Glücksgriff. Nicht nur deshalb, weil für die Feiertage mit Sturm und Regen so schlechtes Wetter vorhergesagt wurde, dass wir sogar überlegt hatten, die Räder überhaupt mitzunehmen. Aber letztendlich haben wir sie doch auf unseren Auto-Fahrradträger geladen.

Unser Hotel in Otterndorf

Das Hotel am MedemUfer hat uns deshalb so positiv beeindruckt, weil das Gesamtkonzept rundherum stimmig war. Von all den vielen Hotels, in denen wir gewohnt haben, rangiert dieses von der Familie Beneke geleitete Hotel in Otterndorf ganz weit oben in unserer Beliebtheitsskala. Festmachen können wir diese Eindrücke vor allem an den Mitarbeitern, bei denen man spürt, dass sie "Freundlichkeit" nicht "gelernt" haben, sondern "leben".

Besondere Ideen aus der Küche des Restaurants

Das besondere Restaurant-Konzept mit einer individuell ausgerichteten Küche in Kombination mit den im gleichen Design durchgestylten Zimmern und Suiten tun ein Übriges. Nicht umsonst hat das Hotel am MedemUfer eine Auslastung von 85 Prozent. Von ganz praktischen Überlegungen aus hat das Hotel auf eigene Wellnesseinrichtungen verzichtet, weil nur wenige Meter auf der anderen Straßenseite die Otterndorfer Soletherme liegt. Mit preisreduzierter Tageskarte, Bademantel und Handtücher vom Hotel ausgestattet, bietet die Soletherme ein so umfangreiches Wellnessambiente, das ein Hotel niemals selbst anbieten kann.

Otterndorf am "Nordsee"

Trotz der Wettervorhersage starteten wir ganz entspannt von Hamburg aus über Harburg, Buxtehude und Stade Richtung Otterndorf. Die Hauptachse B73 ist gespickt mit Blitzanlagen. Man muss viel Zeit und Geduld einplanen, da die zulässigen Geschwindigkeiten sich zwischen 50 und 70 km bewegen. Und obwohl wir die Strecke kennen und um diese Kontrollanlagen wissen und auch ganz gemütlich und entspannt die Fahrt angehen, werden wir am Ortsausgang Hemmor-Warstade geblitzt - mit 61 km (25,- Euro). Ich war wohl nach dem Anfahren an einer Ampel einfach etwas zu lange auf dem Gas geblieben.

Am Medemufer

Wir haben unsere Anfahrt so geplant, dass wir früh ankommen, um möglichst noch vor dem Checkin ins Hotel die ersten Erkundungstouren mit dem Rad machen zu können. Dazu stellten wird das Auto bei der Ankunft in Otterndorf direkt auf dem Hotelparkplatz ab und sagten nur kurz an der Rezeption Bescheid. Das ist hier wie bei den meisten Hotels kein Problem. Wir machten eine kurze Kaffeepause und wurden von der Rezeptionsmitarbeiterin unaufgefordert mit den Kurkarten versorgt, "...damit Sie sich bei eventuellen Kontrollen gleich ausweisen können."

Wir hatten zwar kräftigen West-Nordwest-Wind, aber der angekündigte Regen kam nicht vom Himmel.

An der Küste entlang

Also gings los zu unserer ersten Tour. Wir radeln zunächst vom Hotel zum Ortsausgang und dann über den Norderteiler Deichweg - einem verschlungenen Sandweg - durch eine grüne Oase bis zum Parkplatz vor dem großen Freizeitareal mit der Spielscheune um den "Nordsee" und "Südsee" sowie dem weitläufigen Ferienhausgebiet und Campingplatz.

Blick vom Deich auf den Elbstrand

Wir radeln daran vorbei zum Deich, schieben unsere Räder neben der Treppe nach oben und haben den ersten weiten Blick auf die Elbe. Vereinzelt sehen wir in der Ferne die Frachter vorbeiziehen. Und wir entdecken den Radweg direkt an der Uferlinie, den wir gegen den starken Wind in Westrichtung nach Altenbruch angehen. Das sind zwar nur rund 7 Kilometer von hier aus, die es aber wegen des Starkwinds in sich haben. Unterwegs müssen wir ab und zu noch absteigen und uns durch die Tore schleusen, die die Schafweiden abgrenzen. Bei der "Dicken Berta", dem schwarzweißen Leuchtturm am Altenbrucher Hafen angekommen, radeln wir in den Ort und über Lüdingworth und Neuenkirchen mit viel Rückenwind zurück nach Otterndorf. Insgesamt vom Hotel aus sind das dann rund 25 Kilometer.

Leuchtturm Dicke Berta in Altenbruch

Beim Italiener am Kirchplatz in Otterndorf machen wir Mittagspause, wo wir eine hervorragende Brushetta bekommen. Weil es nach dem Essen immer noch nicht regnet, radeln wir auf dem Elbe-Weser-Radweg nach Süden bis zur Mühle am "Schweinskopf" kurz vor Ihlenworth. Die Landschaft im Hinterland ist flach und es gibt keine Knicks wie z.B. in Schleswig-Holstein, so dass man tatsächlich keinen Schutz vor dem Wind finden kann. Die Radwege sind durchwegs asphaltiert und in sehr gutem Zustand. Von der Mühle, bei der Ferienwohnungen eingerichtet sind, geht es wieder nach Norden über Osterbruch zur Küste und auf dem Elbe-Radweg das letzte Stück wieder gegen den Wind. Das sind dann nochmals knapp 20 Kilometer und es reicht uns für diesen ersten Tag.

Leckere Brushetta beim Italiener

Zur Oste über Cadenberge

Nach einem gutem Frühstück am Ostersamstag schwingen wir uns erneut auf die Räder. Der Himmel ist zwar grau, aber bis auf vielleicht vereinzelte Schauer ist das Wetter nicht wirklich schlecht. Allerdings hat sich der Wind noch nicht gelegt. Im Gegenteil, er ist noch etwas böiger und aggressiver geworden. Das stört uns aber zunächst nicht, denn wir radeln mit Rückenwind am Außendeich entlang und über Belum zum Natureum und dem Oste-Sperrwerk.

Das Natureum

Empfangshalle Natureum - Foto: © Natureum

Das Natureum Niederelbe in Balje liegt an der Ostemündung zwischen Hamburg und Cuxhaven, umgeben von Watten, Grünland und Deichen im Urstromtal der Elbe. Besucher finden hier ein Paradies zum Erkunden, Verstehen und Bewahren dieser einmaligen Küstennatur mit ihrer typischen Pflanzen- und Tierwelt. http://www.natureum-niederelbe.de/de/home/

Von dort geht es nach Neuhaus, das sich uns als verschlafenes Dörfchen präsentiert. Im Ortskern gibt eine kleine Kirche, ansonsten entdecken wir nichts Auffälliges.

Neuendorf - Fachwerk am Kirchplatz

Von nun an geht es zurück und der erste Schauer erreicht uns am Ortsende von Neuhaus. Den warten wir kurz ab und müssen dann zunächst straps nach West gegen den Wind Richtung Hollanderhof. Danach geht es etwas leichter Richtung Süden nach Aue, wo es mit Rückenwind nach Cadenberge geht. Wir machen noch einen kleinen Abstecher Richtung Wingst bis zum kleinen, aber niedlichen Zoo in der Wingst Am Olymp. http://www.wingstzoo.de/startseite/

Von dort geht es über Zollbaum nach Bülkau und Paaschmühle und über den Elbe-Weser-Radweg zurück nach Otterndorf. Insgesamt haben wir dann gut 50 km auf dem Tacho und die Oberschenkel brennen etwas von den Wegstrecken direkt gegen den Wind. Eine Café-Pause im Ort bringt uns aber wieder auf die Beine. Deshalb machen wir nun noch einen ausgedehnten Spaziergang durch den Ort, durch die verwinkelten Gassen mit den zahlreichen wunderschönen Fachwerkhäusern an und um die Medem herum.

Ausflug nach Cuxhaven

Der Sonntag präsentiert sich mit blauem Himmel und auch der Wind hat deutlich nachgelassen. Wir machen uns wohlgelaunt auf den Weg. Ausgeguckt haben wir einen Rundkurs über Neuenkirchen, Nordleda, Kampen, Lüdingworth-Oster- und Westerende nach Cuxhaven. Das letzte Stück führt parallel zur Autobahn und über den Fischereihafen in die Innenstadt. Dieser Weg ist nicht angenehm und der Trubel im Fischereihafen bei den vielen Fischrestaurants lässt uns schnell weiterfahren. Wir radeln bis zum Schloss Ritzebüttel.

Am Deich bei Sonnenschein vor Cuxhaven

Schloss Ritzebüttel ist historische Keimzelle und bis heute kultureller Kern der Stadt Cuxhaven. Das spätmittelalterliche Schloss, im 18. Jahrhundert an der Vorderseite um den eindrucksvollen barocken Vorbau erweitert, war- wie das dazugehörige Amt Ritzebüttel- von 1394 bis 1937, also weit über fünfhundert Jahre, eine Exklave der Stadt Hamburg. Nach umfangreiche Restaurierung wurde das Schloss 1996 als "Bürgerschloss" der Öffentlichkeit übergeben. Dort machen wir Mittagspause im Schlosskeller-Restaurant und bekommen den wohl teuersten Salat mit ein paar (Tiefkühl)-Krabben für 23,- Euro. Also schnell wieder weg, am Ringelnatz-Museum vorbei an der Hauptausfallstraße entlang bis Cuxhaven-Groden, wo man endlich zum Radwanderweg an der Küste abbiegen kann.

Schloss Ritzebüttel in Cuxhaven

Mit Rückenwind und freundlichem Sonnenschein geht es über Altenbruch zurück nach Otterndorf, wo wir uns noch im Feriengebiet die meist im skandinavischen Stil erbauten Ferienhäuser am Fleeth und Neu-Seeland anschauen. Sie sind inzwischen doch ganz schön in die Jahre gekommen, bei manchen wäre eine neuer Farbanstrich mehr als fällig und bei fast allen sind die Dachziegel deutlich gealtert. Während der Campingplatz in direkter Nachbarschaft bis auf den letzten Platz besetzt scheint, gibt es im Ferienhausgebiet noch viele freie Häuser.

Eine Besonderheit - Die Strandkörbe von Otterndorf

Zurück im Hotel mache ich mich auf den Weg in die Soletherme - ein echtes Erlebnis mit den vielen verschiedenen Saunen mit Aufguß-Service inkl. Zitrusfrucht-Scheiben und Eiswürfel. Das 32 °C warme große Schwimmbecken und die kleineren für Kinder machen Lust auf sportliche Runden.

Den Abend - und damit den Urlaub in Otterndorf lassen wir mit einem umfangreicheren kulinarischen Restaurantbesuch ausklingen und reisen Ostermontag früh zurück nach Hamburg - diesmal ohne Ticket.

Eine Reportage aus dem Online-Reisemagazin www.reisepilot.de

IMPRESSUM

Angaben gemäß § 5 TMG und verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV

Hans-Raimund Kinkel, Groten Heesen 11, 21033 Hamburg. E-Mail: info@reisepilot.de

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