moderne Gästehäuser in alten Gemäuern Vier Beispiele für Urlaub mit besonderem Flair

Mit großer Individualität

Ein alter Kornspeicher oder eine alte Fabrik strahlen unmittelbar vom äußeren Erscheinungsbild nicht unbedingt eine einladende Atmosphäre aus. Und doch hat die Phantasie von Bauherren und Architekten ermöglicht, dass einige dieser Objekte heute zu regelrechten Attraktionen umgebaut wurden und als Urlaubsadressen mit besonderem Flair gelten. Wir waren in vier solcher Objekte - und jedesmal begeistert, vor allem, weil sie trotz einer gemeinsamen Ausgangslage mit großer Individualität glänzen.

Der alte PK-Speicher in Kappeln Foto: © E. Schmidt-PK-Speicher

Kappeln - Pierspeicher direkt am Hafen

Das Pierspeicher Gästehaus hat seinen Standort in dem sogenannten PK-Speicher, dem markanntesten Gebäude an der Pier des Stadthafens an der Schlei. Segelboote liegen ihm zu Füßen und die "Eventmeile" Am Hafen erstreckt sich mit zahlreichen Restaurants, Cafés und Geschäften bis zur Klappbrücke.

Klappbrücke am zentralen Verkehrsweg

Der PK-Speicher wurde 1035/36 von Peter Kruse nach einem Entwurf des Kieler Architekten Heinrich Hansen erbaut. Nachdem das Gebäude als Kornspeicher ausgedient hatte, wurde über die Weiterverwendung heftig diskutiert, sogar über Abriss (Schandfleck) und Neubau wurde nachgedacht. Um den Abbruch des die Stadtsilhouette mitprägenden Speichers zu verhindern wurde es unter Denkmalschutz gestellt

PK-Speicher-Front am Hafen

Der Initiative von Gerhard Mittelmann ist es zu verdanken, dass der Pierspeicher zu dem jetzigen Gästehaus mit martim-stilvollen Zimmern und Suiten, einem Restaurant und einem Physio-Wellnessbereich umgebaut wurde. Auch die Sanitäranlagen für die Anleger des neuen Stadtyachthafens wurden dort untergebracht. Die Umwidmung wurde so feinfühlig vorgenommen, dass der äußere Charakter des Speichers voll erhalten wurde.

Großzügig und maritim-stilvolle Suite

Beim Pierspeicher in Kappeln hat uns vor allem die entspannte Atmosphäre und die Freundlichkeit der Mitarbeiter, das Super-Ambiente in der Suite und die gute Küche begeistert. Das Objekt wird heute von den Söhnen des ehemaligen Bauherrn Gerhard Mittelmann geleitet.

Charakteristisches Restaurant

Die Speisenkarte bietet ein interessantes Spektrum vom Flammkuchen bis zu Fischerichten, die sich am Tagesfang orientieren und deshalb topfrisch auf den Tisch kommen.

Dorsch mit meditarranem Gemüse und Basmati-Reis

Speicher am Ziegelsee in Schwerin

Das Hotel „Speicher am Ziegelsee“ ist ein historischer Getreidespeicher aus dem Jahre 1939, der 1998 zu einem 4-Sterne-Hotel umgebaut worden ist und dem Architekten einen Innovationspreis eingebracht hat. Zu Recht – wie wir schnell feststellen konnten. 2010 wurde es zudem noch als erstes klimaneutrales Hotel in Mecklenburg-Vorpommern zertifiziert.

Eingangseite Speicher am Ziegelsee

Das Haus wird privat von der Familie Hirte-Petersen geführt, liegt sehr ruhig unmittelbar am Ziegelsee und man erreicht die Altstadt von Schwerin zu Fuß in 15, das Schloss in rund 25 Minuten.

Gemütliches Restaurant mit ausgesprochen guter Küche
Suite im Speicher am Ziegelsee; Foto: © Speicher am Ziegelsee
Ein Radweg führt direkt am Speicherhotel vorbei

Eine ausführliche Reportage dazu unter: http://www.reisepilot.de/schwerin-staedtetrip-mit-radausflugsprogramm/

Speicher am Hafen in Dömitz

Direkt an der Elbe wurde nach der Wende der alte Getreidespeicher in ein Hotel und ein Dachcafé umgestaltet. Vom dem Café aus hat man wunderbare Sicht auf die Elbe, die zerstörte Eisenbahnbrücke und die neue Autobrücke, sowie auf den kleinen Hafen. Das Ensemble dieses Hotels mit Beach Club, Restaurant und Panorama Café überragt dort alles und ist inzwischen der zentrale Anziehungspunkt der Stadt.

Elbblick von der Café-Dachterrasse aus

Das Hauptgebäude ist der anspruchsvoll und architektonisch gelungene Neubau des ehemaligen Speichers. Im Erdgeschoss dominiert das große Restaurant mit seinem Industriehallen-Flair. Die Speisenkarte bietet Fleisch – von den Vielanker-Bio-Auerochsen – Fisch und eine ganze Reihe anderer eher deftigerer Speisen in Ausflugslokal-Qualität. Die Getränke-Spezialität ist das Bier der Vielanker Brauerei.

Hafenhotel Restaurant

Eine ausführliche Reportage gibt es unter: http://www.reisepilot.de/faszination-elbe-radweg/

Alte Ölmühle in Wittenberge

Als wir bei der Alten Ölmühle in Wittenberge ankommen erschrecken wir erst einmal fürchterlich. Das Areal dieses „Hotels“ machte auf uns den Eindruck einer „Ruine“ aus einem Ensemble hässlicher und baufälliger Backsteinbauten. Das Hauptgebäude ist ein großer Backsteinbau, in dem ein Restaurant mit integriertem Brauhaus und großen Veranstaltungssälen untergebracht sind. Davor gibt es eine riesig dimensionierte Eventbühne, über der man an Seilen schwebend von einem der Türme auf die gegenüberliegende Kletterwand schwingt.

Hauptgebäude mit Eventbühne und rechts die Kletterwand
Veranstaltungsraum mit besonderer Atmosphäre

Der Gastraum des Restaurants vermittelt schnell einen positiven Eindruck und im Inneren der Gebäude wurde einer Viersterne-Qualifizierung der Zimmer (mit Elbblick) Rechnung getragen. Fast Unglaubliches wurde hier in der Hülle dieses Industrie-Denkmals verwirklicht.

Zimmer im Hoteltrakt mit Ausblick auf die Elbe

An der Elbuferpromenade wurde der Uferturm als Café umfunktioniert, eine Mischung aus Bewirtung und musealen Elementen mit einer Beach-Liegewiese davor. In Sichtweite verläuft die Eisenbahnbrücke, über die - auch nachts - lange Güterzüge donnern. Nach zwei Tagen gewöhnt man sich daran.

Hotelgebäude

Hauptgebäude der Alten Ölmühle

„1823 erwarb der Berliner Kaufmann Salomon Herz in Wittenberge ein Grundstück am Elbufer und begann mit dem Aufbau einer Ölmühle und einer Ölhandelsgesellschaft, der ersten in Deutschland. Zu dieser Zeit hatte Wittenberge 1000 Einwohner und die erste industrielle Anlage. Rohstoffe wie Lein, Raps und Rüben kamen aus der ländlich Umgebung, ebenso die benötigten Arbeitskräfte. Bald gab es Importverbindungen mit Rumänien, Russland und Indien. Der Transport von Rohstoffen und Fertigprodukten fand vorerst über den Wasserweg Elbe statt. Das erzeugte Rohöl wurde vor allem als Leucht- und Schmiermittel verwendet, ein geringer Teil wurde zu Speisezwecken veredelt.“

Die moderne Lobby im Hoteltrakt
Blick auf den Uferturm mit Beachareal

Fotos: © Hans-Raimund Kinkel; ausgenommen direkt bezeichnete Fotos

Eien ausführliche Reportage gibt es unter: http://www.reisepilot.de/sterneradeln-rund-um-wittenberge-an-der-elbe/

Eine Reportage aus dem Online-Reisemagazin www.reisepilot.de

IMPRESSUM: Angaben gemäß § 5 TMG und verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV: Hans-Raimund Kinkel, Groten Heesen 11, 21033 Hamburg. E-Mail: info@reisepilot.de

www.reisepilot.de

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