Roadtrip Krakau

Aus einer Laune heraus entstand dieser Roadtrip. Nicht lange davor stöberte ich mal wieder auf diversen Portalen wie dem Skyscanner und der Seite von Ryanair. Auf der Suche nach Schnäppchen ohne festes Ziel und ohne ein Vorhaben. Aber dieses sollte sich schnell ändern, als ich das Angebot sah, wo man für 44 Euro nach Krakau hin und auch wieder zurück fliegen konnte. Hallo?! 44 Euro?!

Dafür komme ich gerade mal mit dem Taxi zum Düsseldorfer Flughafen.!

Den Begriff "Krakau" in die Google Bildersuche eingegeben und mich überzeugen lassen, dass Krakau eine Reise wert sein soll. Aber es soll günstig sein! Also mal auf Airbnb geschaut, was dort Unterkünfte kosten sollen. Gleichzeitig aber auch mal bei booking.com reingeschaut und dort ein Hostel gefunden, was gerade mal 15 Euro die Nacht inkl. Frühstück kosten sollte. Die Bilder und Bewertungen überzeugten mich und das Hostel lag sehr nach an der Altstadt. Perfekt! So habe ich es mir vorgestellt!

Also habe ich alles einfach mal gebucht und mich auf das Abenteuer eingelassen. Was soll schon passieren ;-)

Bis zu dem Tag als die Reise losgehen sollte, habe ich mir eine To-See-List zusammen gestellt und mir die Punkte in Google Maps in einer eigenen Karte markiert.

Tag 1 - Der Flug

Blick über Dortmund oder so...
Wizzair kannte ich auch noch nicht...
Bekennender Ryanair Flieger...
Ankunft in Krakau
Flughafen Johannes Paul II. Krakau-Balice
Flughafen Johannes Paul II. Krakau-Balice

in der Umbauphase...

Ankunft Flughafen Johannes Paul II. Krakau-Balice

In Krakau angekommen hat man die Wahl zwischen dem Taxi, dem Bus und der Bahn.

  • Taxi kostet 89 PLN
  • Bus und kosten 6 PLN
  • Tageskurs war zu der Zeit 1€ = 4,35 PLN

Wenn deine polnischen Sprachkenntnisse, bis auf das Wort "Kurwa", (was mir ein polnischer Arbeitskollege mal "beigebracht" hat) was wohl wörtlich übersetzt "Hure, Nutte oder Schlampe" bedeutet, aber in Deutschland in jedem Satz anstelle des 3. Wortes eingesetzt wird und doch auch eine andere Bedeutung hat, gegen Null laufen, wählst du das Taxi. Ich wollte ja schließlich am Hostel ankommen und keine Stadtrundfahrt machen!

Also entschloß ich mich für das Taxi, welche zuhauf am Flughafen rumstehen. Obacht: Hier können auch schwarze Schafe rumstehen. Die richtigen Taxen haben eine Nummer und eine Preisliste in der Seitenscheibe.

Hier dann schon mal die erste Überraschung und ein Tadel an deutsche Taxiunternehmen

Jeder Fahrer war anständig gekleidet, sprich: schwarze Hose, weißes Hemd und Krawatte! Pluspunkt! Ich musste mich dann zwischen Audi und Mercedes als Gefährt entscheiden. Nix unter A6 und E-Klasse und nicht wie in Deutschland, wo man mit nem Kaddy, Kia irgendwas oder einem Ssangyong gefahren wird. Der Fahrer war freundliche, sprach ein verständliches englisch und seine Kutsche war sehr sauber!

Die 20 bis 30 Minuten Fahr vergingen wie im Flug, da ich mich links und rechts in der Landschaft umsah.

Ankunft Hostel Mund - Józefa Sarego 10, 31-047 Kraków, Polen

Nicht durch das Äußere täuschen lassen!
Der gleiche Elektriker wie in Palermo?

*Insider

Mit einer zugeteilten Pinnummer konnte man jederzeit ins Haus
Zurecht!
Jedes Zimmer hat einen Namen und ich sollte 4 Nächte in der USA schlafen
Einfache, aber bequeme Ausstattung bzw. Betten.
Für einen Kurztrip braucht man nicht mehr und ich habe schon mal schlechter genächtigt.
Instruktionen für die, die bei der Einweisung nicht zugehört haben.
Neues Badezimmer

Im Hostel Mund wurde ich herzlichst von der Mitarbeiterin empfangen und in alle Gegebenheiten eingewiesen. Ich bekam ein Zimmer in der ersten Etage zugewiesen, welches ich eventuell mit 5 anderen Gästen teilen müsste. Dieses war mir im Vorfeld klar und auch okay für mich. Einfache, stabile Etagenbetten aus Holz, darunter 2 Staufächer, wo 2 große Reisekoffer Platz hatten und welches mit einem mitgebrachten Schloß verschlossen werden konnte. 2 Fenster sorgten für ausreichend Belüftung. An jedem Bett waren 2 Steckdosen und eine kleine Lampe. Das Hostel liegt im Hinterhof in mitten von Bäumen, was sich auch im Zimmer bemerkbar machte, da es ruhig und angenehm kühl war.

Ich war angenehm überrascht und zufrieden!

Erster Rundgang und Besichtigung der Altstadt

Da sich der erste Tag schon in den Abendstunden befand, schlich sich auch der Hunger ein und ich machte mich auf die Suche nach einem Leckerchen.

Bull Burger Grill - Szpitalna 1, 31-024 Kraków, Polen

In einer Seitenstraße, die man in Krakau nicht außer Acht lassen sollte, entdeckte ich eine "Burger Bude", die meinen Gaumen verzückend sollte. Ich entschied mich für den Mountain Burger (home-made beefburger 200g, cucumber, onion, bacon, smoked cheese, lettuce, tomato, plums jam, ketchup, Mayonnaise) für 23 zł, French fries für 5 zł und ne Coke.

umgerechnet hat das Essen mit der Coke keine 7 Euro gekostet

Zwar keine polnischen Speisen, aber leckerschmecker Yammi Yammi!

Gut gestärkt ging es weiter durch die Abendstunden

Die Stadt hat eine Menge zu bieten und sehr nette Menschen!

Zurück im Hostel ließ ich bei einem Bier dann den 1. Tag Revue passieren. In dem Zimmer waren bereits 3 Mädels aus Toronto eingetroffen und wir tauschten uns noch etwas darüber aus, was jeder so in Krakau geplant hätte. Nette, sympathische Mädels! Es hätte mich mit der Wahl der Mitbewohner schlimmer treffen können ;-)

Tag 2 in Krakau

Den Tag soll man ja mit einem guten Frühstück starten und dieses bekommt man im Hostel Mundo! Brot, Wurst, Käse, Marmelade - alles Frisch und nett serviert an einem Tisch, den man sich mit den anderen Gästen teilt. So kommt man auch mit andern ins Gespräch. Aber da gibt es dann noch ein Highlight, welches ich in einem Hostel nicht erwartet hätte:

Frisch zubereitete Eierspeisen

An diesem Tag gab es Apfelscheiben die in Teig gebacken und mit Zimt bestreut waren. Ich war überaus entzückt!

Gut gestärkt ging es auf die erste Tour. Ich wollte mir Kazimierz anschauen. Kazimierz ist ein Stadtteil von Krakau. Er liegt südöstlich der Altstadt und war fußläufig gut erreichbar. Kazimierz war bis 1800 eine eigenständige Stadt. Dazu gehörte auch das jüdische Viertel im Osten mit zahlreichen Synagogen.

Es finden immer noch Ausgrabungen in Kazimierz statt.

In Kazimierz trifft man sehr viele Tourigruppen an und wenn man sich geschickt anstellt, hängt man sich an eine deutsche Gruppe ran und hört den Erzählungen zu ;-)

Zurück ging es im Anschluß wieder in die Altstadt, wo ich mir gerne die Tuchhallen, die Marienkirche (Fotografieren verboten) und auch wieder in den Seitenstraßen stöbern wollte, denn dort sollte eine kleine Gaststube sein, wo man günstig die Leckereien von Krakau essen könne.

Die gesamte Altstadt ist von einem Grüngürtel umgeben und in den Tuchhallen gibt es, wie der Kölner sagt: Nippes

Die Marienkirche in Krakau, ist eine römisch-katholische Basilika und gehört aufgrund ihrer Geschichte, ihrer Architektur und ihrer Kunstschätze zu den Wahrzeichen der Stadt Krakau.
An Goldverzierungen haben die hier nicht gespart!

Essen - Ein wichtiges Thema

U Babci Maliny. Kuchnia staropolska. Wąsowicz R. - Szpitalna 38, Kraków

Essen wie bei Mama in Polen, so wurde es im Reiseführer angepriesen! Nach dem man in der Seitenstraße den Eingang zum Haus gefunden hat, durchquert man noch eine Galerie, flaniert über einen Innenhof, bevor man im Hinterhaus in den Keller hinab steigt. Als erstes trifft man auf eine ältere Frau, die irgendwelche Speisen zubereitet und mit einem Wink einem dem Weg in die Gaststube zeigt. Da Pierogi auf meinem Wunschzettel standen, war ich hier genau an der richtigen Adresse. Dunkler Raum, Holztische und Bänke und eine gemütliche Atmosphäre!

Mein Gaumen wurde durch frische und leckere Speisen für einen kleinen Taler glücklich gemacht!

Damit nicht so viel von den Speisen auf den Rippen hängen bleibt, wurde natürlich wieder Kilometer gemacht. Man will ja auch was sehen!

Besteigung des Marienkirchenturm

Wer sich 232 Stufen Aufstieg antuen möchte, ist hier genau richtig und wird mit einem wunderbaren Ausblick belohnt!

Nur zur Info: Oben warten keine Beatmungsgeräte, die ich eigentlich nötig hatte...

Nachdem ich optisch durch diesen weiten Anblick belohnt wurde, wollte ich mich auch mit einer Erfrischung belohnen. Wie gut, dass direkt nebenan das Hard Rock Café Kraków ist.

Gestärkt ging es weiter zum nächsten Punkt, den ich mir anschauen wollte.

Die Wawel-Kathedrale

Die Königliche Basilika und Erzkathedrale der Heiligen Stanislaus und Wenzeslaus am Wawelhügel, auch als Wawel-Kathedrale bekannt, hat eine tausendjährige Geschichte als Kathedrale der um das Jahr 1000 entstandenen Diözese Krakau.

Wawel-Kathedrale - Wawel 3, 31-001 Kraków
Panorama vom Innenhof

Wenn man zur vorgerückter Abendstunde das Gelände wieder verlässt, wird man weiterhin mit einem wunderschönen Ausblick belohnt.

...und läuft Drachen über den Weg, die Feuer spucken

Und so neigte sich auch Tag 2 zu Ende

Tag 3 - Sightseeing

Wie ich ja schon erwähnt habe, wurde morgens immer eine leckere Speise zubereitet

Immer frisch und reichlich gedeckt
Leckerschmecker Leckilecki

Aber dann habe ich mich auf den Weg gemacht...

3 Stationen sollten doch zu schaffen sein, wenn man weiß wo man Aussteigen muss ;-)

Besuch von Schindlers Fabrik

Ein paar Worte vorweg!

Die nun folgenden Bilder zeigen Aufnahmen aus Schindlers Fabrik und enthalten Zeichen der Nazi-Zeit. Bevor hier jemand auf den Gedanken kommt und mir eine Anzeige zukommen lässt, möge er doch bitte den §86 Abs. 3 des StGB lesen. Danke.

Ja, es waren einige Bilder, aber ich konnte mich nicht entscheiden was ich zeige und was nicht.

Die teilweise engen Räume und das gedämpfte Licht haben bei mir ein Gefühl von Beklemmung abgelöst. Ich konnte spüren, wie die ganze Zeit einen Klos im Hals hatte, als ich mir die Zeitzeichen angeschaut habe. Ich war froh als ich wieder draußen war und ich mir in dem angrenzenden Café eine Erfrischung gönnte.

Da ich einen Aufpreis (2 Zloty) für mehrere Museen gezahlt habe, durfte ich mir auch noch die Apotheke "Zum Adler" anschauen, die mit zum Historical Museum of Kraków gehört.

Besuch der Apotheke "Zum Adler"

Direkt vor der Apotheke steht noch ein Denkmal und man kann es nicht übersehen.

Denkmal aus Stühlen auf dem Platz der Ghettohelden (Plac Bohaterów Getta)

Der Platz der Ghettohelden [früher Platz der Einheit, Plac Zgody] im Krakauer Stadtteil Podgórze spielte eine tragische Rolle bei der Judenvernichtung. Dieser Platz mitten im Ghetto war die letzte Station für die Bewohner des jüdischen Stadtteils vor dem Abtransport in Konzentrations- und Vernichtungslager: hier fanden die Appelle und Selektionen statt, hier wurden die Krakauer Juden zur Deportation zusammengetrieben.

15 Uhr - Zeit um endlich mal etwas zu essen!

Da ich ja flexibel bin was Essen anbelangt, darf es auch mal ein veganen Döner sein!

Natter Laden, nettes Personal und leckeres, günstiges Essen!

Das Salzbergwerk Wieliczka

In Steinsalz gehauene schöne Kammern, unheimliche unterirdische Salzseen, einmalige Salzskulpturen und prächtige Zimmerkonstruktionen. Fast 3 km verschlungener Korridore, 800 Treppen zu besteigen und Abstieg in die Tiefe 135 m unter die Erdkruste.

Ich muss echt sagen, dass ich beeindruckt war, was dort für einen Eintritt von 55 Zloty plus 10 Zloty für die Fotografier Genehmigung geboten wird. 3 Stunden unter Tage, durch enge Gänge und in riesigen!!! Hallen und Kapellen wird man geführt. Bonuspunkt: 3G in 135 Meter Tiefe :D

Ich ging im Hellen in die Mine und kam im Dunklen wieder raus. Um wieder zurück zur Altstadt zu kommen muss man mit dem Bus ca. 45 Minuten fahren und bezahlt dafür 6 Zloty.

Zurück an der Wawel, von wo aus der Bus auch gestartet war, ging ich noch in einen 24h Supermarkt und deckte mich erst mal mit Getränke ein, denn der folgende Tag sollte nicht weniger interessant werden. Noch ein kurzer Abendsnack und der Tag war auch schon wieder fast um. Die Zeit bis zum schlafengehen verbrachte ich dann wieder in der Altstadt mit einem Bummel.

Tag 4 und somit letzter Tag

Um 6 Uhr ging mein Wecker, denn um 7 Uhr sollte ich von einem Shuttle Bus abgeholt werden. Somit gab es für mich um 6:30 bereits Frühstück. Warum so früh? Ich habe mir eine Halbtagstour gebucht.

Es sollte an meinem letzten Tag in Krakau nach Auschwitz 1 und Auschwitz 2 - Birkenau gehen. Man kann geführte Touren buchen und hat somit einen Shuttle Bus und einen Tourguides in seiner Sprache. Umgerechnet kostet diese Tour dann ca. 35 Euro.

Besuch von Auschwitz 1

Bevor es nach Auschwitz Birkenau geht hat man ½ Stunde Pause gehabt und wurde im Anschluss mit dem Bus zu dem 2 Kilometer entfernten Birkenau gefahren.

Besuch Auschwitz 2 - Birkenau

Schlusswort zu diesem Ausflug

Wer wie ich, diese Zeitgeschichte in der Schule durchgenommen und von den Großeltern erzählt bekommen hat, bekommt hier noch einmal "eindrucksvolle" Bilder, die die vergangene Geschichte komplettiert.

Ich habe es nicht so beklemmend wie Schindlers Fabrik vernommen, obwohl es nachdenklich und mitfühlend gemacht hat.

Da die Tour und besonders Auschwitz 1 in einem hohen Tempo vollzogen wurde, ich habe es mit dem Durchschleusen einer chinesischen Tourigruppe verglichen, kann ich denjenigen die auch hier mal vorbeischauen wollen nur empfehlen, diese Tour 2x zu machen. Die 2. Tour auf eigene Faust, da man ja schon zuvor die ganzen Informationen von dem Guide bekommen hat, dann in Ruhe, um auch alles besser auf sich wirken zu lassen.

Alles hat ein Ende...

... und somit auch dieser Roadtrip!

Abschließend möchte ich noch sagen, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat! Man ist schnell mit dem Flugzeug dort, trifft auf eine Stadt, die sehr viel kulturelles und architektonisches zu bieten hat und lernt dort Menschen kennen, die sehr nett, sehr hilfsbereit und offen auf Besucher ist.

Ich würde es jeder Zeit wieder machen!
Created By
Andreas Purcz
Appreciate

Credits:

All pictures were taken by me and subject to my copyright. Please respect the Andigraphy 2016

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