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Aus Liebe zu den Menschen Beat Abry, Evangelist

Tom geht begeistert auf seinen Freund Nick zu: «Hey, ich habe Jesus gefunden! Du brauchst ihn auch!» «Wie, Jesus gefunden? Warum brauche ich ihn?»

«Ich habe nicht zu viel getrunken. Ich rauche nicht! Zu dick bin ich auch nicht!» Tom versucht es weiter: «Ja, aber du kannst vor Gott nicht bestehen. Jesus hat dafür sein Blut vergossen!» Nick wird immer verwirrter: «Blut vergossen? Welches Blut?»

Sicher ist diese Szene übertrieben. Dennoch passiert es, dass wir mit Menschen über Jesus reden, sie uns aber nicht verstehen. Wir reden für sie eine «Fremdsprache». Wir geben Antworten auf Fragen, die sie nicht stellen.

neugierig - sich mit Menschen beschäftigen

Im 1. Korinther 9, 22 schreibt Paulus: «In jedem einzelnen Fall nehme ich jede nur erdenkliche Rücksicht auf die, mit denen ich es gerade zu tun habe, um jedes Mal wenigstens einige zu retten.» Wie kommen wir zu dieser Haltung? Es fängt damit an, dass wir neugierig sind: Was beschäftig die Menschen in den Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, Pinterest usw.? Welche Fragen haben sie? Welche Antworten geben sie darauf? Warum schauen viele Krimis, Soaps und Schnulzenfilme? Welche Themen werden darin behandelt? Was für Sehnsüchte werden geweckt? Warum sind junge Leute um Greta Thunberg so aktiv? Welche Ängste treibt sie an? Was macht das Coronavirus mit den Menschen? Gibt es bezahlbare Wohnungen auch in Städten? Wie lösen wir das Flüchtlingsproblem?

neugierig - Antworten aus der Bibel suchen

Nun gilt es, dass wir uns intensiv Gedanken darüber machen, welche Antworten wir vom Evangelium her auf diese Nöte und Anliegen haben. Was haben wir, was Menschen ohne Jesus nicht haben! Keine frommen Floskeln oder plakative Sätze, sondern mutmachende, lebensbejahende Antworten von Jesus her.

neugierig - neue Formen des Gottesdienste suchen

Als Gemeinden müssen wir uns fragen, wie sich die Menschen Kirche wünschen. Wann empfänden sie den Gottesdienst relevant? Was förderte ihre Spiritualität? Welchen Stil von Gottesdiensten würde sie ansprechen? Ich bin überzeugt, dass unsere freikirchlichen «Liturgien» (Begrüssung – mehr oder weniger inspirierend; lange Anbetungszeiten mit immer wiederkehrenden Songs; Predigten, oft zu theoretisch und zu wenig praxisorientier t; Lied, Segen) viele nicht ansprechen. Je nach Gegend und Umfeld müsste der Stil viel angepasster sein. Warum in einer katholischen Gegend nicht ein etwas «katholischerer» Gottesdienstablauf? In einer Stadt «urbanere» Methoden ausnützen? Auf dem Land «ländlichere» Stile gebrauchen?

Dabei dürfen wir etwas nicht unterlassen: Das Evangelium klar und deutlich verkündigen: Gott liebt uns! Wir sind durch unsere Sünden (wird als Schuld oder Scham empfunden) von Gott getrennt. Jesus ist für uns am Kreuz gestorben und am dritten Tag von den Toten auferstanden. Wir dürfen zu Jesus umkehren. Dann bekommen wir Frieden mit Gott und haben wieder Ansehen und Ehre bei ihm. Paulus hat sich der Kultur angepasst und gleichzeitig das Evangelium klar verkündigt. In Athen (Apostelgeschichte 17) geht er auf das Denken der Philosophen ein. Er gibt Antworten auf Ihre Fragen. Gleichzeitig versucht er das Evangelium klar zu erklären – auch wenn er vermutlich von einigen missverstanden worden ist.

Darum sei neugierig! Aus Liebe zu den Menschen!
Beat Abry, beat.abry@bluewin.ch

Credits:

Erstellt mit Bildern von Chase Clark - "Binoculars" • Rod Long - "Flipping the page of book" • Priscilla Du Preez - "untitled image" • Mario Purisic - "Crowd at a party"