Loading

Gott hat kreative Kontaktideen... Familie Egli, Wels - Österreich

Familie Tom und Lois Egli mit Tabitha und Noah

...vor unserer Haustür

Gott sei Dank, hat Er die Sonne erfunden! Sobald diese sich nämlich blicken lässt, werden unsere Nachbarn aus ihren Wohnungen gelockt. Wir haben festgestellt, dass es eine Art «Feierabend-Clique» gibt, die sich gerne zur Gemeinschaft bei den Picknicktischen in unserer Siedlung trifft. Wir gesellen uns jeweils dazu und haben so schon einige Plauderstunden verbracht. Im Zweiergespräch berichten uns die Menschen auch von schwierigen Lebensumständen.

Wenn wir nicht gleich auftauchen, klingelt es oft an unserer Tür: Tanja, das 11-jährige Nachbarsmädchen, fragt nach, ob Tabita rauskommt zum Spielen. Sie verbringt gerne Zeit mit uns und löchert uns mit ihren Fragen – auch zu unserem Glauben. Kürzlich wollte Tanja wissen: «Seid ihr auch zu Menschen lieb, die nicht lieb sind, weil ihr denkt, dass ihr sie dadurch anders machen könnt?»

...im Krankenhaus

Im Vorfeld der Geburt hat unser Jüngster mir – Lois – ein paar Tage stationäre Überwachung im Krankenhaus beschert, eine geschenkte Gelegenheit, mit Leuten in Kontakt zu kommen. Beim Frühstück lerne ich z.B. Ajna kennen. Sie muss ihr Baby leider noch einige Tage auf der Neonatologie lassen.

Ajna ist in Wels aufgewachsen. Ihre Eltern sind Bosnier. Anders als für ihre Eltern ist Ajna der muslimische Glaube nicht wichtig. Dennoch: Den Eltern zuliebe werden Ajna und ihr Mann ihren Sohn nach muslimischer Tradition beschneiden lassen. Auf meine Nachfrage hin meint Ajna, sie glaube schon an Gott und dass er uns Menschen erschaffen habe. Ob sie denke, dass Gott eine Person sei? «Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht», meint Ajna.

Ein paar Tage später ist Ajna sehr niedergeschlagen: Ihr Sohn ist wider Erwarten noch zu wenig stabil, um ihn auf die normale Station zu holen. Ajna macht sich Sorgen und Selbstvorwürfe. Es schmerzt mich, sie so zu sehen. Ich versuche sie zu trösten und darf etwas später für sie beten. Verstohlen wischt sie sich nach meinem Gebet Tränen aus den Augen und bedankt sich. Ich bete, dass Gott aus diesem losen Kontakt eine Freundschaft entstehen lässt und ich eines Tages die Hoffnung des Evangeliums mit Ajna teilen kann.

Gott schenkt uns auf vielfältige Art Kontakte und wir merken unschwer: Wir leben mitten unter Menschen, die Jesus genauso brauchen wie wir – und sie haben nicht von ihm gehört!