Die Geschichte des Konzentrationslagers Gunskirchen Ein ehemaliges Außenlager des KZ Mauthausen

© MKÖ, Christa Bauer

Das Konzentrationslager Gunskirchen wird, neben dem Schiffslager und dem Zeltlager im Konzentrationslager Mauthausen, als eines jener Lager verzeichnet, wo Häftlinge nicht mehr zur Zwangsarbeit geführt wurden, sondern bei minimaler Versorgung und unter katastrophalen sanitären Bedingungen mehr oder weniger sich selbst überlassen wurden. Die Häftlinge waren somit abgesehen von der Lageraufbauzeit, zu keinen Arbeiten eingesetzt worden.

Bewachung

SS‐Hauptsturmführer Karl Schulz war der letzte SS‐Kommandant des Konzentrationslagers Gunskirchen. Ab Dezember 1944 war der stellvertretende Kommandoführer Heinrich Häger. Die Wachmannschaften stammten zum größten Teil aus Oberösterreich.

Die Befreiung

Wenige Tage vor der Befreiung wurden noch Häftlinge ins Außenlager Gunskirchen überstellt, mit dem Auftrag die Leichen notdürftig zu bestatten. Trotzdem war das Lager bei der Befreiung übersät mit toten Häftlingen. Die 71. US‐Infanteriedivision besetzte am 4.5.1945 den Ort Gunskirchen, am 5.5.1945 waren mehr als 1.300 US‐Soldaten in der Schule einquartiert und das dortige Häftlingskommando befreit. Das Konzentrationslager im Wald wurde erst in diesen Tagen entdeckt. Bei der Befreiung wurden von den US‐Soldaten 5.419 Überlebende, ca. 3.000 hatten das Lager vor Ankunft der US‐Truppen verlassen, registriert. Zwischen 2.700 und 5.000 Häftlinge haben im Außenlager Gunskirchen ihr Leben verloren. Viele Häftlinge, die die Befreiung überlebten, kamen danach an den Folgen der katastrophalen Zustände im KZ Gunskirchen um.

Das Mauthausen Komitee Österreich veranstaltet jährlich in Kooperation mit den lokalien Initiativen eine Befreiungsfeier zum Gedenken an die Opfer. Zeitzeuge und KZ-Überlebender des Konzentrationslagers Gunskirchen Daniel Chanoch appelliert in seiner Rede am 14. Mai 2016 an die BesucherInnen der Befreiungsfeier in Gunskirchen:

Gedenken

Heute erinnern ein Denkmal an der Straße, der in Richtung des Ortsteils Saag führt und eine Gedenktafel und ein Gedenkstein am ehemaligen Lagergelände an das grausame Konzentrationslager.

© MKÖ, Christa Bauer
Created By
Mauthausen Komitee Österreich
Appreciate

Report Abuse

If you feel that this video content violates the Adobe Terms of Use, you may report this content by filling out this quick form.

To report a Copyright Violation, please follow Section 17 in the Terms of Use.