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Gemeinden sind ein Zoo Von Hahnenkämpfen und Katzengejammer

Berichte über Tiere gibt es schon früh in der Bibel. Bereits in Genesis 6 ist die Rede von vielen, sehr vielen Tieren (Arche Noah). Die Tiere werden in der Bibel oft symbolisch verstanden, d.h., es werden ihnen bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, so dass man sie in bildhaften Vergleichen für die Darstellung menschlicher Wesenszüge verwendet. Ich beschränke mich hier auf die heutigen Gemeinden und habe als «Zoologe» erstaunliche Erkenntnisse gewonnen.
Christoph Ammann / Leitung FEG Schweiz

Du magst nun sagen: Ja, die Christen sind alle Schafe. Das ist nur teilweise richtig, nach der Bibel sind alle Menschen Schafe, mit dem Unterscheid, dass Christen(schafe) einen Hirten haben. Dann rennen auch mal Hirtenhunde in der Gemeinde umher, die die Herde umkreisen und ausscherende Schafe zwischendurch mal schnappen und zurück zur Herde treiben. Und pass auf, auch Wölfe im Schafspelz sind da zu finden. Verlassen wir das Bild der Schafherde und gehen an den Waldrand. Da hat es scheue Rehe, die sich aus dem Staub machen, sobald sich etwas bewegt. Oder Sperber und Eulen, die wachen sehr aufmerksam. Meist stehen diese Vögel zu Beginn des Gottesdienstes im hinteren Teil des Saals, beobachten alles und setzen sich schliesslich in die hinterste Reihe, damit sie auch während des Gottesdienstes alles im Blick haben.

Auch exotische Tiere sind zu finden. So z.B. Paradies-vögel, die sich gerne präsentieren, oder Strausse, die den Kopf in den Sand stecken sobald Gefahr oder Unbekanntes, Neues naht. Aber Achtung! Diese Haltung der Strausse und Emus ist gefährlich. Es ist eine Verteidigungshaltung. Der Kopf im Sand dient der Stabilität, damit diese Laufvögel ein Bein frei haben zum Ausschlagen. Gehen wir weiter zu den Brüllaffen, die machen ein lautes Geschrei, sind aber nicht sehr produktiv. Kommen wir zurück zu den heimischen Tierarten.

Wir finden Mäuse, die zwischendurch den Kopf aus dem Loch strecken, aber sich umgehend wieder ducken. Wir finden ein Tier, das mit dem Kopf durch die Wand geht, oder wie die Berner so schön sagen: «de Muni im Chrieshuufe». Besonders nervig sind die Mücken, sie tauchen mit ihrem unangenehmen Ton plötzlich auf, stechen zu und verschwinden gleich wieder. Und wenn sie nicht stechen, rauben sie einem den Schlaf.

Zum Glück gibt es aber auch fleissige Bienen und unermüdliche Ameisen, geduldige Zugpferde. Diese Tiere sind zum Glück in der Überzahl. Ich weiss, es gäbe noch viel mehr Tiere aufzuzählen, aber dafür reicht der Platz auf dieser Seite nicht.

Neugierig geworden? Beobachte dich mal selber. Welchem «Tier» ordnest du dich zu? Das kann ganz amüsant sein. Aber bitte mach das nicht während der Predigt! Manchmal ist es nämlich schwer, das Lachen (oder Weinen) zu verkneifen.

Zurück zur Arche. Alle diese Tiere waren in der Arche und müssen sich irgendwie vertragen haben, sonst wäre das Schiff wahrscheinlich gekentert. Ein Tier möchte ich zum Schluss besonders erwähnen: Gott sei Dank haben wir den «Löwen von Juda»! (vgl. Offb. 5,5)

Ein Bericht der FEG Zeitschrift November 2019

Credits:

Erstellt mit Bildern von Marco Willener - "untitled image" • Dušan Smetana - "Stringent ostrich" • Ryan Stone - "untitled image" • Kai Wenzel - "Honey bees in beehive macro shot, macrophotography ( Apis, Apidae )"