"Ich glaube an nichts, was ich nicht sehen kann!" (Shadow Moon, "American Gods")

Religion ist in...

...zumindest in vielen Serien, die aktuell bei Netflix und Co. zu sehen sind. Preacher, Hand of God, American Gods, The Young Pope, Culpa, The Leftovers - viele Serien greifen zurzeit gerne auf Religion oder religiöse Motive (zugegeben, ein dehnbarer Begriff) zurück. Ein kleiner Überblick (in rein zufälliger Anordnung):

1) Preacher

Eine mysteriöse Kraft ergreift Besitz von Jesse, einem zweifelnden Priester aus einer texanischen Kleinstadt. Verfilmung der gleichnamigen Graphic Novel. Nicht nur Fans von Tarantino kommen bei "Preacher" auf ihre Kosten. Themen: Zweifel, Rache, Gerechtigkeit. Aber Achtung: Ordentlich brutal.

2) The Young Pope

Und noch ein Mann Gottes. Jude Law spielt in "The Young Pope" den jungen (fiktiven) Papst Papst Pius XIII, den ersten US-Amerikaner auf dem Papststuhl. Gut inszeniert (Oscarpreisträger Paolo Sorrentino führte Regie) und gespielt (Jude Law ist auch als Papst extrem cool) - religiöse Machtspielchen wie man sie nur im Vatikan bekommt.

3) Hand of God

Eines Tages wird der korrupte Richter Pernell Harris verwirrt in einem Brunnen gefunden. Er glaubt, Gott spräche von nun an durch seinen im Koma liegenden Sohn zu ihm. Ein selbstverliebter, ambitionierter Pastor nimmt sich seiner an. Die Serie bekam eher durchwachsene Kritiken. Unsere Meinung: Anschauen, schon allein wegen des extrem geilen Titelsongs von Fantastic Negrito.

4) Culpa

Einem Priester werden in der Beichte mehrere Morde angekündigt. "Culpa" ist eine deutsche Mini-Serie, die sich - Zitat Pressetext - "in jeder Folge aufs Neue mit der Frage auseinandersetzt, ob ein Verbrechen verhindert werden kann, bevor es begangen wird." Um ehrlich zu sein: Wir haben sie noch nicht gesehen, aber Stipe Erceg als Priester ist ja schon allein optisch mal nicht so übel.

5) American Gods

Keiner glaubt mehr an die alten Götter. Odin aka Mr. Wednesday und seine in die Jahre gekommen Götterkollegen finden das uncool und erklären den neuen Göttern wie Mr. World oder Technical Boy den Krieg. Optisch ansprechende Verfilmung des gleichnamigen Romans von Neil Gaiman. Göttlicher Overload für die Sinne.

6) The Leftovers

Von einem auf den anderen Moment verschwinden 2 Prozent der Weltbevölkerung (140 Millionen Menschen) wie vom Erdboden. Nachvollziehbar, dass sich die Zurückgebliebenen fragen: Was zum Henker ist mit ihnen passiert? Und was wird aus uns, den zurückgebliebenen 98 Prozent? "The Leftovers" geht der Frage nach, was eine Gesellschaft im Innersten zusammenhält und wo die Grenzen des Glaubens und der Vernunft angesichts des unerklärlichen Verlustes liegen.

7) You, Me and the Apocalypse

In gut einem Monat sind wir alle tot, denn ein Komet wird die Erde auslöschen. Die Story ist jetzt nicht wirklich neu ("Armageddon-Bruce", wir werden dich nie vergessen!), aber in "You, Me and the Apocalypse" wird aus dieser eher düsteren Ausgangslage eine vergnügliche und unterhaltsame Dramedy. In einem Schutzbunker treffen acht grundverschiedene Personen aufeinander, um auf das Ende zu warten: Darunter der Priester Jude Sutton (ein Suffkopf vor dem Herrn), die aus dem Todestrakt ausgebrochene Bibliothekarin Rhonda und die italienische Nonne Schwester Leonti.

8) The OA

Sieben Jahre lang wird die blinde Prairie Johnson vermisst. Dann taucht die junge Frau wie aus dem Nichts wieder auf. Sie nennt sich selbst "The OA", hat Narben auf dem Rücken und kann sehen. Was ist passiert? "The OA" ist ein visuell ansprechendes Mystery-Drama, das sich gekonnt bei Religion und Philosophie bedient. Von der Nahtoderfahrung bis zur klassischen Erlösungsmetaphorik ist da für jeden was dabei.

9) Taboo

1814: Tom Hardy (Batman, Mad Max) spielt einen mysteriösen Typen, der nach vielen Jahren in Afrika in seiner Heimat London auftaucht und den Laden dort ordentlich aufmischt. Wilder Mix aus Schamanentum, aufgeschlitzten Bäuchen, Kannibalismus, Exorzismus, Bigotterie und Hurerei, der allerdings nur langsam in Fahrt kommt. Optisch großartig (nicht nur wegen Tom Hardy): Düster, schmutzig, eklig. Irgendwo zwischen "From Hell"", "Sleepy Hollow" und "Bram Stoker's Dracula".

10) The Path

Ein junges Ehepaar gerät in die Fänge einer dubiosen Sekte. Ein düstere, packende, erschreckende Geschichte, die nicht nur die Protagonisten ans existenzielle Limit führt. PS: Wer "Breaking Bad" geschaut hat, wird sich über Aaron Paul als Eddy freuen (JESSEEEEE!)

11) Rectify

Daniel Holden wird mit 18 wegen Vergewaltigung und Mord zum Tod verurteilt. Knapp 20 Jahre später kommt er aufgrund eines entlastenden DNA-Tests auf freien Fuß. "Rectify" nimmt das Thema Religion ernst. Es geht um Themen wie Vergebung, Schicksal und die ewige Frage nach dem "Warum". Sehenswert!

12) The Good Place

Der "gute Ort" - dorthin kommen alle, die ein gutes Leben geführt haben. Auch Eleanor ist nach ihrem plötzlichen Tod an diesem himmelsgleichen Ort gelandet. Sie merkt sofort: Sie wurde verwechselt, denn eigentlich war Eleanor zu Lebzeiten eine ziemlich üble Nummer (lügen, stehlen, besoffen Auto fahren - um nur drei Dinge zu nennen). Weil es ihr aber gut im Himmel gefällt, lügt sie einfach weiter. Vielleicht merkt ja keiner, dass sie eigentlich ein kleines Monster ist. Unterhaltsame Comedy-Serie, die Themen wie Moral, ethisches Handeln und die gängige Vorstellung von Himmel und Hölle aufgreift. Ach ja...am Ende von Staffel 1 wird es richtig interessant.

13) Outcast

Ein seit Kindertagen von Dämonen besessener Mann, dazu ein Priester, der sich selbst als Kämpfer gegen das Böse sieht und dabei oft nur mit seinem eigenen Leben zu kämpfen hat - die Story von "Outcast" klingt nicht besonders originell, spannend ist sie trotzdem. Die Serie basiert auf der gefeierten und optisch berauschenden Comicreihe von Robert Kirkman ("The Walking Dead") und Paul Azaceta.

14) The returned

Tote Menschen sind plötzlich wieder am Leben. Nicht als Zombies, sondern scheinbar ganz normal. Diese Auferstehung der Toten ist die Ausgangslage bei "The Returned". Die Serie gibt es in zwei Ausführungen. Die erste Staffel des französischen Originals ("Les Revenants" - mit extrem geilem Soundtrack von Mogwai) lief bereits 2012 bei Canal+ , eine zweite folgte. Das US-Remake (nur eine Staffel) wurde vom Privatsender A&E in Auftrag gegeben. Beide Versionen kann man unter anderem bei Netflix sehen. Wir finden ja, das Remake hätte man sich sparen können, aber entscheidet selbst.

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