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Frankenwald ein paradies für alle, die natur lieben und erhalten wollen

FrankenwaldSteigla

Der fränkische Dialekt ist schon was Besonderes, den auch nicht jeder verstehen kann. Was aber fast jeder weiß, dass es im “Fränggisch” so gut wie kein “T”, kein "P" und kaum ein "K" gibt. Dafür hats ein "weiches und ein hartes D" und ein "weiches und ein hartes B" und an vielen Wörtern häng ein la dran. Also der Papa wird zum Babba, die Bratwurst zur Broudworschd, der Eimer zum Aamerla und der Steig zum Steigla und auch hier in Franken ein Weg, der nicht von Fahrzeugen befahren werden kann. Alles klar? Und woran es gar nichts zu rütteln gibt, die FrankenwaldSteigla sind natürlich die schönsten Wanderwege die es gibt, nicht nur für Franken.

Auf gehts zur ersten Runde und wir nehmen den Wetzsteinmacherweg in Angriff

Wir starten vom Wanderparkplatz in Lauenstein. Nein falsch, bevor wir richtig loslegen, sorgen wir dafür, dass unser Kaloriendepot bis zur Oberkante gefüllt wird. Also kümmern wir uns vorrangig um diese Aufgabe und gehen im Ort erst mal in die Orlamünder Straße 39 zur Confiserie Bauer.

Damit sich niemand verläuft, alle notwendigen Informationen zur Wanderstrecke „Wetzsteinmacherweg“ gibt es hier. Wir hatten ja zwei kompetente Guidinnen dabei und mussten uns wegen der Orientierung keine Gedanken machen. Allerdings wer gut aufpasst kann sich gar nicht verirren, die guten Wegmarkierungen lassen ein Verlaufen gar nicht zu.

Impressionen:

Eine Idylle jagt die nächste und mancher Wegweiser macht es einem schwer den rechten Weg nicht zu verlassen.

Das Köchinnengrab

Der Überlieferung zufolge wurde an dieser Stelle im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft der Ritter von Thüna eine Köching von Schloß Lauenstein wegen Kindesmorders bei lebendigem Leib gepfählt und begraben. Die Verurteilung erfolgte nach den gesetzen des Sachsenspiegels.

Es wäre ein Fehler, nur auf die großen Dinge zu schauen. Während ich so vor mich hin stolpere, entdecke ich am Waldrand kleine rote Punkte: Walderdbeeren. Ausgereift ist deren Geschmack einfach umwerfend, hocharomatisch und mit nichts zu vergleichen. Leider lässt die Gruppendynamik es nicht zu, dass ich alle alleine esse. Ich erinnere mich noch an die Zeit als Kind im Wald beim Beerenpflücken. Mein Becher wurde nie voll. All die vielen Jahre, die inzwischen vergangen sind, es hat sich nichts geändert.

Turm „Thüringer Warte“

Vom Turm „Thüringer Warte“, dem „Schaufenster“ in den Osten, blicken wir auf das Grüne Band, den ehemaligen Todesstreifen, die innerdeutsche Grenze die einst Ost- und Westdeutschland trennte und damals nur mit dem Auge überwunden werden konnte. Die vielen Treppenstufen rauf und runter machen natürlich durstig und wir freuen uns riesig, dass unten frische, selbstgemachte Kräuterlimonade – das „Grünes Band-Getränk“ von Silke Wittmann – auf uns wartet.

An einem Parkplatz in der Nähe der Thüringer Warte direkt am Waldrand lädt eine Bank für Riesen zur Rast ein mit einem grandiosen Blick auf Burg Lauenstein, der wir Schritt für Schritt immer näher kommen.

Burg Lauenstein

Die Burg Lauenstein - auch als Schieferburg bezeichnet - ist die nördlichste Burg Bayerns. Schieferburg weil sie auf Schieferfelsen gebaut, mit Schiefergestein gemauert und mit Dachschiefer gedeckt ist. Sie ist eine der wenigen, weitgehend original erhaltenen Höhenburgen. Im Volksmund auch „Mantelburg“ genannt, denn dunkle Mächte sollen beim Bau der Burg im Spiel gewesen sein. Jede Nacht verschwanden die am Vortag gesetzten Mauern. Dem Rat eines weisen Einsiedlers folgend, zerschnitt König Konrad I. seinen Mantel und legte damit einen Ring um den Bauplatz. Von da an konnte der Bau im Bannkreis des geheiligten Königsmantels ungestört in die Höhe wachsen. Zur Geschichte und Geschichten der Burg Lauenstein gibt es mehr hier und hier.

Mehr zur Sage der „Weißen Frau“ erfährst Du hier.

Im Rausch der Natur:

Ja, sie tun was die Franken. Warum kann das nicht überall so sein?

Was Frau Holle damit zu tun hat, erfährst du hier.

Und wir, wir wandern weiter.

Franz Kafka:

In den Wäldern sind Dinge über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte!

Die zweite Runde auf dem Fischbachmühlenweg führt uns direkt zur:

Auf dem Weg zu den vielleicht besten Pralinen des Universums

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die zählen

Für Naturliebhaber werden Träume wahr und wir verbrennen dabei die Pralinen-Kalorien

Ab hier verlassen wir den Fischbachmühlenweg und gehen weiter Richtung Ludwigstadt. Auf einem weitestgehend naturbelassenen Weg wandern wir stellenweise durch ein Heer von Rotem Fingerhut. Hier gilt, nur gucken, nicht naschen. So schön der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) auch anzusehen ist, 2007 wurde er zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Der schönste Blick auf Ludwigstadt.

So ist es im Frankenland, wer kräftig hinlangt, darf sich auch richtig was gönnen.

Zum Abschluss des Tages werden wir zu Kaffee und selbst gebackenen Kuchen auf der „Weberschen Terrasse“ eingeladen – da ist der schönste Blick auf Ludwigsstadt fast schon Nebensache. Wer kann bei solchen Köstlichkeiten schon widerstehen? Ich nicht und lande mir unhöflich viel davon auf meinen Teller. Martin Weber vom Schiefermuseum in Ludwigsstadt. ist ein wandelndes Lexikon, er kennt die Region wie kaum ein anderer und kann spannende Geschichten erzählen von einst und jetzt. Karin und Martin Weber bieten in ihrem „Haus am Sommerberg“ auch eine Ferienwohnung an, mit dem schönsten Blick auf Ludwigsstadt natürlich.

Unterkunft

Antikhotel Steinbacher Hof. Jedes Zimmer hat seinen eigenen Stil. Die Honeymoon Suite war natürlich nicht für mich. Übrigens, der Hotelier kocht persönlich und das ganz ausgezeichnet. Oder er lässt seine Gäste kochen, wenn er keinen Bock hat. Nein, stimmt natürlich nicht. Michael Bauer - Inhaber und Chefkoch - hat für uns einen kleinen Kochkurs gegeben.

Hier waren wir untergebracht, im Antikhotel Steinbacher Hof***, ein kleines, feines Hotel mit persönlicher Note. Zu finden in der Kronacher Straße 3 in 96361 Steinbach am Wald, Telefon: 09263 9924976. Natürlich ist es nicht die einzige Unterkunft, die es in der Region gibt. Auf der Frankenwald Seite findet ihr neben vielen weiteren Informationen unter der Rubrik „Bei uns” eine Auflistung der Gastgeber. Wühlt euch mal durch.

Ausrüstung

Was braucht Frau/Mann/Kind? Gute Wanderschuhe, leichten Wanderrucksack, Wasserflasche, Wanderstöcke und Regenjacke. Eine Wanderkarte, natürlich von der Region, ein voll aufgeladenes Smartphone für den Notfall und genügend Kleingeld für die Einkehr. Wer Wanderschuhe, Rucksack und Wanderstöcke nicht hat, kann sich das alles kostenfrei ausleihen!!! Ja, richtig gelesen. KOSTENFREI beim Best of Wandern-Testcenter, Kronacher Straße 75, Telefon: 09262 1538. Ausleihe von Outdoor-Equipment zwischen 13:00 bis 15:00 Uhr möglich. Natürlich sollte man sich rechtzeig ankündigen und reservieren.

Wandern

Wandern ist wohl die beste Art, die Frankenwaldregion zu erkunden. Wie waren auf dem „Wetzsteinmacher-Weg“ + „Fischbachmühlenweg“ und ehemaligen Wandermarathon-Wegen unterwegs. Natürlich gibt es noch viel mehr Wanderwege u.a. den 12 Apostel-Weg, den Achatzmühlen-Weg, den Arnika-Weg, die Wanderung „Durchs Rehbachtal“, den Ebersbacher Weg, die Tour „Entlang der Marter“, den Franzosen-Weg, den Petersgrat, den Pfaffenbergweg, den Stübengrabenweg und die Wasserschloss-Runde. Bei den Links findet ihr dann auch einen QR-Code mit dem ihr alle Tourinfos plus Wanderkarte auf euer Smartphone laden könnt.

Apropos Kartenmaterial, hier können wir die BayernAtlas-App wärmstens empfehlen. Zum einen, diese App ist kostenlos, zum Anderen bietet sie hervorragendes Kartenmaterial: Luftbid, Topographische Karte, Historische Karte, Radwege, Wanderwege. Die Karten zeigen immer den Standpunkt an, man kann die eigene Route aufzeichnen und archivieren und auch Routen aufspielen. Die App ist für iOS und Android verfügbar.

Weitere Aktivitäten

Floßfahrten auf der Wilden Rodach

Mountainbiken: Bergauf alles geben und es dann bergab einfach rollen lassen. Dazwischen herrliche Aussichten genießen und richtig durchatmen. Mountainbikestrecken im Frankenwald

Sehenswert

Das Schiefermuseum in Ludwigsstadt, wenn möglich mit Wanderung auf dem Schieferpfad.

Besuch des Flößermuseums in Unterrodach sowie des Flößerdorfes in Friesen.

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Credits:

© Herbert Worm