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Was hat sich der Künstler dabei gedacht? → mein Erfurt runterscrollen zum anhören oder lesen ↓

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bezugnehmende Arbeit von mir aus dem Jahr 2001↓

Acryl auf Holzmalgrund Format 84 cm x 116 cm - auch die neue Arbeit hat dieses Format und diesen „Stadtausschnitt“

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Da ich in Erfurt aufgewachsen bin und es immer als meine Heimatastdt angesehen habe, begleitet mich die Auseinandersetzung mit „meiner Stadt - meinem Erfurt“ schon mein ganzes künstlerisches Leben. Ich hab in der Erfurter Malschule mit acht Jahren angefangen eigene Ideen umzusetzten und hatte mein erstes ausgestelltes Werk im Erfurter Krönbacken. Auch all meine Zeichnung von Straßenansichten in meiner allerersten Bewerbungsmappe für das Studium waren alle in der Erfurter Innenstadt entstanden. Ein kleines bisschen hab ich mir schon mein eigenes Bilderarchiv von Erfurt zusammen gemalt, gezeichnet und fotografiert.

Mein allererste Arbeit mit einer Sicht auf Erfurt habe ich mit 15 Jahren in einem Sommer Projekt der Erfurter Malschule im Kulturhof zum Güldenen Krönbacken im Jahr 2001 gestaltet. Diese hinterlies nicht Spuren auf den Wänden (damals fiel mir eine Flasche karminrote Acrylfarbe herunter und es musste der Türeingang zum unteren Ausstellungsraum neu geweißt werden) sonder kam dann später auch in der Kalender der Malschule. Es war für mich damals eine wirklich wichtige Arbeit und ich war ziemlich stolz drauf. Das Thema damals war schlicht Erfurt und unsere eigene Sicht auf die Stadt gewesen. Mit 15 Jahren war für mich die persönliche Freiheit mich endlich alleine frei in der Stadt bewegen zu dürfen und können das allerwichtigste. Das tat ich damals ständig und andauernd, und zwar mit der Straßenbahn. Da meine Schule, meine Freunde und mein Zuhause an ziemlich den entgegengesetzten Enden der Stadt lagen, fuhr ich viele Linien oft von einem Ende bis zum anderen. Das Liniennetz hielt für mich Stadt zusammen und prägte mein räumliches Bild von Erfurt. So erschien es mir völlig logisch den Netzplan als Pulsadern meiner Stadt zu malen und alles andere formierte sich um diese Energielinien drumherum.

Als ich jetzt das neue Thema erfuhr musste ich sofort an dieses Bild denken und wie sich mein Verständniss von Raum und Orientierung seit dem in Erfurt gewandelt haben. Jetzt ist nicht nur mein Blick auf das Straßennetz verschoben, sondern auch meine Orientierungsmittel haben sich durch meine Vorliebe für GPS und mein hauptsächliches Fortbewegungsmittel dem Motorrad völlig verändert. Inzwischen hält sich die Stadt nun nicht mehr durch „Linien“ zusammen sondern durch die Orte und Gebäude die mir etwas bedeuten. Daher ist die neue Arbeit, die neue Sicht, auf Erfurt zwar im Format noch die selbe Stadt/Arbeit aber der Rest inzwischen ganz anders. Nicht die Stadt hat sich geändert aber meine Sicht auf sie als Ort in dem ich mich bewege, orientiere und Ziele ansteuere.

Jetzt ergiebt sich die Stadt aus den Gebäuden und die sich daraus ergebenen freien Flächen als Bewegungsraum. Meine eigene Hirachie von wichtigen Orten und mein Umgang mit meinem Forbwegungsmittel (meinem stadttauglichen Geländemotorrad) zeichnet eine eigene Karte die trotz dem viel „weißen Flächen“ keine stumme sondern eher eine „gelebte Karte“ einer Stadt darstellt. Orte, Gebäude und Flächen (darunter Parks genauso wie Parkflächen gleichermaßen) ergeben ein neues Bild meiner Stadt.

So hab ich mich ganz bewusst entschieden meine eigen Arbeit als meine eigene „alte Sicht“ auf die Stadt zu nehmen und ihr eine neue Sicht zu Seite zu stellen.

eine neue Sicht auf eine alte Stadt - eine neue Sicht mit einer alte Idee

↑ Austellung von A nach B in der Galerie Haus zum Bunten Löwen auf der Krämerbrücke Erfurt

alle Konzepte zu allen Arbeiten aus der Ausstellung von A nach B zum anhören oder nachlesen