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Alte Schule Der Schulhaus-Neubau im Jahr 1903

Nachdem jahrhundertelang die Kinder der Doppelgemeinde nach Obernhausen zur Schule gegangen waren, sollte zu Beginn des 20. Jahrhunderts der repräsentative Neubau in Lichtenberg entstehen, wo er sich mit seinem aus Naturstein gemauerten Treppenturm und dem Glockentürmchen als Dachreiter harmonisch in die historische Umgebung von Schloss und Bollwerk einfügte. Die Architektur erwies sich als so gelungen, dass man das Haus nach über 80 Jahren als erhaltenswertes Baudenkmal einstufte und von außen gründlich renovierte: ein Schmuckstück für die Gemeinde Fischbachtal!

Dabei überstieg das Vorhaben im Grunde die finanziellen Möglichkeiten der nur 54 Ortsbürger zählenden 241-Seelen-Gemeinde. Bei einem Haushaltsvolumen von durchschnittlich 6.000 Mark stellte der auf 14.000 Mark veranschlagte Neubau eine ungeheure Belastung dar (1903 daher insgesamt 21.006,58 M Haushaltsvolumen), so daß man sich auf lange Zeit verschulden musste. Die Gemeinde Lichtenberg / Obernhausen nahm von April bis Dezember 1903 insgesamt 10.000 Mark bei der "Spar- und Creditkasse" Groß-Bieberau auf, im Juni und November 1903 insgesamt 4.000 Mark bei der Bezirkskasse Reinheim, von denen allerdings 3.000 Mark "Unterstützung" (= Zuschuss) des Großherzoglichen Ministeriums des Inneren waren. Der Verkauf des alten Obernhäuser Schulhauses an den Steinhauer Christian Pauker am 3. September 1903 brachte dagegen lediglich 2.250 Mark in die Gemeidekasse.

Der im August 1902 von Bauaufseher Koch / Ober-Klingen aufgestellte Voranschlag belief sich auf insgesamt 14.070 Mark.

Das Baumaterial kam zum Teil aus der näheren Umgebung (Naturstein aus dem Steinbruch von Philipp Rückert hinter dem Bollwerk, Kalk aus der Kalkbrennerei Georg Hild in Hummetroth, Backsteine aus der Ziegelei Jacob Fleschhut in Reinheim, Ziegel aus der Groß-Bieberauer "Russenfabrik" von Leonhard Amend), zum Teil jedoch aus großer Entfernung (Gewölbeträger von der Firma Martenstein & Josseaux aus Mülheim/Ruhr, Asphalt-Filz-Platten von der Frankfurter Fabrik Louis Strauss, Messingplättchen von der Glocken- und Metall-Gießerei Hamm in Frankenthal usw.). Die von weit kommenden Materialien wurden per Bahn zu den Bahnhöfen Groß-Bieberau oder Reinheim geliefert, wo sie von Lichtenberger Bauern mit Pferdefuhrwerken abgeholt wurden.

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