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Forum Lernen inklusiv Weitere Informationen

Lehrkräfte an Grund-, Mittel- und Förderschulen begegnen in ihrem Unterrichtsalltag Schülerinnen und Schülern mit massiven Leistungsrückständen, bei denen eine wirksame Förderung im Klassenverband auf große Schwierigkeiten stößt. So haben Studien von Hart & Risley (1995) ergeben, dass Kinder aus bildungsfernen Milieus im Alter von drei Jahren nur einen halb so großen Wortschatz wie Kinder aus höheren sozialen Schichten hatten. Das kognitive Anregungsniveau war gleichzeitig in diesen Familien sehr niedrig. Wenn solchen Leistungsrückständen nicht durch gezielte Förderarbeit in Kindertagesstätten und Kindergärten gezielt entgegen gearbeitet wird, können Kinder aus diesen Schichten später nur wenig lernen. Sie entwickeln Schulunlust, aggressive Tendenzen und Konzentrationsschwierigkeiten (vgl. Hirsch, 2016).

Ulrich Heimlich geht davon aus, dass diese Schülergruppe „erhebliche Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens hat und (…) aus schwierigen Lebenssituationen in eine Schule eintritt, die noch nicht umfassend und differenziert genug auf die damit verbundenen individuellen Lernbedürfnisse eingeht.“ (Heimlich, 2009)

Die betroffenen Kinder und Jugendlichen zeigen ein Lern- und Leistungsverhalten, das durch mangelnde Motivation und Konzentration, ein negatives Selbstkonzept, mangelnde metakognitive Handlungsorganisation und –steuerung sowie mangelnde Anwendung von Lern- und Gedächtnisstrategien gekennzeichnet ist (vgl. Grünke, 2006). Dies führt zu einem unzureichenden Aufbau von bereichsspezifischem Grundlagenwissen. Diese Wissensbasis ist jedoch ein entscheidender Faktor für erfolgreiches Lernen (vgl. Hattie, Beywl, Zierer, 2013). So geraten die betroffenen Kinder schnell in einen fatalen Teufelskreis, der so früh wie möglich professionelle Interventionen erfordert. Diese können selten von einer einzigen Lehrperson geleistet werden, sondern bedürfen der Zusammenarbeit eines Netzwerkes aus Klassenlehrkraft, Förderlehrern, Fachdiensten und -ärzten und mitunter auch der Jugendhilfe.

Eine erfolgreiche Förderung der betroffenen Kinder und Jugendlichen verlangt den Lehrkräften eine professionelle Grundhaltung ab, die sich auszeichnet durch Geduld, Ermutigung sowie das Bemühen um ein Verstehen der individuellen Lernschwierigkeiten und -bedürfnisse. Zunehmend hohe Lehrerbelastung durch einen von Verhaltensschwierigkeiten und Heterogenität geprägten pädagogischen Alltag stellt jedoch ein wesentliches Hindernis dabei dar, diese Haltung aufzubauen und langfristig zu bewahren. Hinzu kommt, dass die bestehenden Lernprobleme auf der Grundlage fundierter Entwicklungs- und Aneignungsmodelle genau identifiziert werden müssen (vgl. Grünke, 2012). Dafür benötigen Lehrkräften diagnostische Kompetenzen insbesondere in den Grundlagenbereichen der Schriftsprache und der Mathematik.

Auf dieser diagnostischen Basis gilt es, den betroffenen Kindern und Jugendlichen durch geeignete Formen der Wissensstrukturierung, des Lernklimas und Klassenmanagements sowie der Unterrichts- und Fördermethodik einen „systematischen Kompetenzaufbau“ (Wellenreuther, 2009) zu ermöglichen. Eine äußerst wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang forschungsbasierte Fördermethoden, -konzepte, -programme sowie – materialien insbesondere für den Erwerb von Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen.

Um diesen komplexen Anforderungen an die Lehrerprofessionalität im Kontext einer inklusiven Bildungslandschaft entsprechen zu können, benötigen Lehrkräfte gezielte Unterstützung und systematische Fortbildung.

Die Fortbildungsreihe „Forum Lernen inklusiv“ versucht einen Vorstoß in diese Richtung und wendet sich deshalb an

  • Lehrkräfte für Sonderpädagogik
  • Lehrer und Lehrerinnen für Grund- und Mittelschulen,
  • sowie Förderlehrerinnen und –lehrer,

die sich für das Unterrichten und Fördern lernschwacher Kinder und Jugendlicher im Klassenverband oder inklusiven Setting weiter professionalisieren wollen.

Die Reihe besteht aus 5 Veranstaltungen, die im Schuljahr 2019/2020 von einem feststehenden Teilnehmerkreis durchlaufen werden.

V.i.S.d.P RSchDin Christina Bergmann, Regierung der Oberpfalz, Stand Februar 2019

Credits:

Created with an image by lourdesnique - "i am a student learning school"

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