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Sieben Trends, die die Schule revolutionieren Bildung 2030 - Olaf-Axel Burow

Zusammengefasst von Christine Moore

Mail: office@credo.co.at

Web:www.credo.co.at

Die 7 Trends von Burow

1. Digitalisierung

2. Personalisierung und neuen Lehrerrolle

3. Vernetzung

4. Veränderung des Lehr-/Lernraums

5. Gesundheitsorientierung

6. Demokratisierung

7. Glücksorientierung

1. Digitalisierung

Interessantes video: "Changing Education Paradigms" von Sir Ken Robinson, world-renowned education and creativity expert and recipient of the RSA's Benjamin Franklin award.

* Die meisten Pädagogen haben noch nicht erkannt, welche Gefahren, aber auch welche Chancen darin liegen, dass schon in naher Zukunft alles, was algorithmisierbar ist, auch algorithtmisiert werden wird.

Unsere traditionelle Schule wurde für ein anderes Zeitalter konzipiert, nämlich das Zeitalter der Aufklärung und der industriellen Revolution.

* Kompetenzen sind die Verbindung von Wissen, Haltung und Handlung – eine Kombination, die heutige Schulen zu wenig fördern, die aber eine wichtige Voraussetzung für die Befähigung zu kollaborativem, problemlösendem Arbeiten ist.

Die Befähigung zu kollaborativem, problemlösendem Arbeiten sind die benötigten Kompetenzen der Zukunft

* Aber: in Zukunft wird nicht mehr der Schüler als leistungsschwach beschrieben werden, sondern solche Schulen, die Schüler nach dem Paradigma der industriellen Massenproduktion abfertigen und unfähig zu passgenauer Förderung sind werden diese Bezeichnung erhalten.

Is age the most important thing? The date of manufacture?

* In einer arbeitsteilig organisierten Gesellschaft kommt es aber immer weniger darauf an, dass alle das Gleiche können, sondern dass jeder sein Potenzial bzw. sein Alleinstellungsmerkmal entwickelt und in der Lage ist, seine spezifischen Kompetenzen möglichst selbstgesteuert in die problemlösende Teamarbeit einzubringen.

Schüler brauchen Unterstützung von der Schule um ihr einzigartiges Potential zu entwickeln

* Digitalisierung unterstützt in dieser Perspektive nicht nur die Möglichkeiten der Schüler, selbstständig aus dem Klassenraum heraus intensiv zu recherchieren, sondern trägt auch dazu bei, dass der Zugang zu Wissen durch die umfassende digitale Verfügbarkeit demokratisiert wird.

* Digitale Medien, kompetent eingesetzt, eröffnen völlig neue Möglichkeiten von passgenauem und binnendifferenziertem Lehren und Lernen

* Lehrer werden von der Vermittlung von Basiswissen entlastet und und werden zu Lernumgebungs-designern. Sie können die gewonnene Zeit für die zielgenaue Lernberatung von Schülern nutzen.

2. Personalisierung und neue Lehrerrolle

* Insbesondere die Konzepte »flipped classroom« und »gamification« bieten viele Chancen für passgenaues, individualisiertes, aber auch kollaboratives Lernen sowie auch für die Entlastung von Lehrkräften.

Lehrpersonen wandeln sich schrittweise zu Lern-umgebungsdesignern, die die geeigneten Lernmedien treffend für den einzelnen Schüler oder die Projektgruppe zuschneiden und als Lernberater ihre Lerntätigkeit begleiten.

Bei allen neuen Konzepten geht es nicht allein um eine Optimierung des Unterrichts im Sinne von Binnendifferenzierung und der Unterstützung selbstgesteuerten Lernens, sondern mehr noch zeichnen sich hier die Konturen einer neuen Pädagogik ab, die "Pädagogik 3.0"

* Mit dem Anbrechen des digitalen Zeitalters entstehen neue Formen des Lehrens und Lernens, in denen die Erfolgsprinzipien von Pädagogik 1.0 und Pädagogik 2.0 erweitert durch digitale Medien eine neue Verbindung zur Pädagogik 3.0 eingehen, und so die Möglichkeit eröffnen, das Lernen individueller, interaktiver, internationaler und kreativer zu gestalten.

Während »Pädagogik 1.0«, das freie, unverschulte, informelle Lernen meint,das wir alle mindestens bis zum Eintritt in die Schule erfahren haben und das auch im Erwachsenenleben einen großen Teil unseres Lernens einnimmt, bezeichnet »Pädagogik 2.0« das industrialisierte, nach Fächern sortierte systematische und standardisierte Unterrichten des Zeitalters der Massenproduktion. Kennzeichen dieser Art des Unterrichts ist die Idee, dass alle zur gleichen Zeit das Gleiche lernen sollen, was sich auch in standardisierten Abschlussprüfungen zeigt.

Diese Form des unpersönlichen Lehrens und Lernens führt sowohl bei Schülern und Studierenden immer häufiger zu einer inhaltsgleichgültigen Jagd nach Noten und Credit Points.

Diese Entwicklungen haben auch massive Konsequenzen für eine veränderte Lehrerrolle, weil sie geeignet sind, die Lehrer von Routinetätigkeiten zu entlasten und es ihnen zu ermöglichen, sich auf die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schüler zu konzentrieren

* Dabei gilt, dass der digitalisierte Anteil des Lehrens und Lernens maximal 20 bis 30 Prozent des Unterrichts ausmachen wird. Insofern ist die Schule der Zukunft nur begrenzt digital

Je stärker die Digitalisierung um sich greift, desto wichtiger wird das Analoge, also Tanz, Theater oder Kunst.

4. Vernetzung

4. Vernetzung

* Das anbrechende neue digitale Zeitalter zeichnet sich durch eine umfassende Vernet- zung aller Lebensbereiche ab. Das bedeutet, dass die Schule der Zukunft weltoffen ist.

Die Schule der Zukunft ist Teil einer regional, im Idealfall auch international vernetzten Bildungslandschaft. In Zukunft wird darüber hinaus die Vernetzung mit internationalen Kooperationspartnern an Bedeutung gewinnen.

* Durch das Internet und die Neuen Medien ergeben sich ja nicht nur im Fremdsprachenunterricht völlig neue Möglichkeiten nationenübergreifenden Lernens.

Die Bildung virtueller Lehrer- und Schülerteams unter Partnerschulen bzw. -organisationen werden ein Teil des Unterrichts bzw. der durchgeführten Projekte.

* Schüler, aber auch Lehrer erwerben so völlig neue Kompetenzen, die im anglo-amerikanischen Bereich unter dem Terminus »future skills« gehandelt werden. So haben Trilling und Fadel (2012) die »21st century skills« untersucht und setzen ähnlich wie Robinson die Befähigung zu kritischem Denken und zum Problemlösen, zur Kommunikation und Kollaboration sowie zur Kreativität und Innovation an erste Stelle. Statt isoliert lernender Schüler, die einzeln abgeprüft werden,

* Wenn jeder Schüler über ein wlanfähiges Tablet verfügt, dann ist die Schule nicht mehr länger eine lebensferne Insel, sondern Teil einer sich dynamisch entwickelnden Lebenswelt.

5. Veränderung des Lehr-/Lernraums

5. Veränderung des Lehr-/Lernraums

Hauptursache des Scheiterns zu vieler Schüler etwa in Mathematik ist nach der Analyse der Khan Academy das Klassenzimmermodell des isolierten Lernens in Jahrgangsklassen.

* Lernplattformen ermöglichen jedem Schüler in seinem Tempo zu lernen, sondern helfen Lücken zu entdecken und auszugleichen. Auf diese Weise werden virtuelle Lernräume in der Schule der Zukunft den analogen Klassenraum ergänzen und erweitern.

* Das Klassenzimmer der Zukunft ist ein Redaktions- oder Werkstattraum, oder Think Tank, der Möglichkeiten für vielfältige Arbeiten und Arbeitsformate bietet.

Wenn Schüler beispielsweise statt eines Referats für den Papierkorb einen Wikipedia-Artikel schreiben und posten, dann werden sie Teil der weltweit vernetzten kollektiven Intelligenz.

* Wer fachübergreifend, problemlösend Lernen will, benötigt projektförmige Lehr-/Lernformate und entsprechend gestaltete flexible Werkstattumgebungen.

Der klassische Unterrichtsraum mit seiner kargen, oft frontal ausgerichteten Möblierung ist für neue Lernformate ungeeignet.

5. Gesundheitsorientierung

5. Gesundheitsorientierung

Im Rahmen einer Lehrerbefragung entstand das Bild von gehetzten, durch zu viele Anforderungen und bürokratische Vorschriften überforderten Lehrern

* Das traditionelle Konzept von Schule ist für Lehrer und Schüler gesundheitsgefährdend, denn überzogene Leistungsorientierung, zu viele, wechselnde Anforderungen, mangelnde Berücksichtigung grundlegender Bedürfnisse, Bewegungsmangel, aber auch ungenügende Ausstattung und vieles mehr tragen nicht nur dazu bei, dass zu viele Lehrer und Schüler überfordert sind, sondern auch, dass sie ihr Potenzial nur unzureichend entwickeln können.

* Hierzu gehört auch der Abschied von der schematischen 45-Minuten-Stunde zugunsten einer an den Bedürfnissen und Herausforderungen orientierten Rhythmisierung des Lehr-/Lernalltags.

Die gesunde Schule basiert auf salutogener Führung (Verstehbarkeit, Bedeutsamkeit, Handhabbarkeit), auf der Selbst- bestimmungstheorie (Selbstbestimmung, Kompetenzerleben, Sinn/Zugehörigkeit) sowie auf wertschätzender Schulentwicklung.(wertschätzende Analyse, Vision, Umsetzung). Aus dieser Perspektive geht der Trend in Richtung des Aufbaus von »wertschätzenden« bzw. »gesunden« Schulen.

6. Demokratisierung

6. Demokratisierung

* Der derzeitigen Krise der Demokratie mit dem Erstarken autokratischer Herrscher kann Schule durch die möglichst frühe und um- fassende Einbeziehung von Lehrern, Schülern und Eltern in demokratischen Schulentwicklungsprozessen im Sinne von Demokratieerziehung und Partizipation ent- gegenwirken

Beteiligung als kulturelles Gut in der Schule durch Demokratieerziehung und Partizipation etablieren

* Neuere Studien zeigen, dass Schulen, die über einen großen Freiraum verfügen, der von der Schulleitung und den Kollegen aktiv genutzt wird und allen Beteiligten freie Gestaltungsräume eröffnet, engagiertere Lehrer und Schüler aufweisen und deutlich bessere Leistungsergebnisse zeigen.

* Zur Stärkung der Beteiligung lassen sich neue Formate denken, wie z. B. netzbasierte Diskussionsforen und Stimmungsbarometer, in denen Jugendliche zu sie betreffenden Themen Meinungen austauschen und Abstimmungen vornehmen können.

In diesem Sinne eröffnet die sinnvolle und kreative Nutzung digitaler Medien nicht nur einen völlig neuen Raum erweiterter Beteiligung, sondern auch Chancen für partizipative Politikberatung sowie institutionen- und gesellschaftsverändernde Aktionen.

7. Glücksorientierung

7. Glücksorientierung

* Das Streben nach dem »guten Leben« beschränkt sich nicht mehr länger auf materielles Wachstum, sondern zielt auf persönliche und kollektive Erfüllung ab.

* Die Schule der Zukunft als wertschätzende Potenzialentwicklungsschule die Frage nach dem Sinn ins Zentrum stellen und sich in Richtung einer kontemplativen Schule entwickeln.

Viel Erfolg und Energie bei der Beschäftigung mit diesen 7 Trends von Burow :-)

Created By
christine moore
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