Loading

Das perfekte Team Markus Wilhelm

Wie sieht eigentlich das perfekte Team aus, mit dem ich ein anspruchvolles Projekt bewältigen möchte? Habe ich mir die Frage eigentlich schon einmal gestellt, wenn ich ein neues Projekt angehe, oder ein Kunde mich mit der Umsetzung eines Vorhabens beauftragt?

Immer wieder suche ich nach spannenden und bereichernden Büchern oder Artikeln. Kürzlich bin ich auf ein Buch von Tim Kröger gestossen, "Ich bin wir, das Crew-Konzept". Tim Kröger (http://www.timkroeger.com) ist ein Profisegler und blickt auf eine erfolgreiche Karriere mit Höhen und Tiefen zurück und beschreibt erfolgreiches Leadership und Teambuilding im Segelsport. Ein besonderes Buch, das mich zum Reflektieren angeregt hat. Auch deswegen, weil ich gerne über meinen "Tellerrand" hinausblicke und es faszinierend finde, immer wieder aus anderen Bereichen des Lebens zu lernen, Strategien und Vorgehensweisen auf meine persönliche und berufliche Situationen zu übertragen.

Tim Kröger hat im Jahre 2010 den Auftrag eines Sponsors bekommen mit einem Team bestehend aus Profis und segelaffinen Kunden und Mitarbeitern des Sponsors an der Kieler Woche teilzunehmen. Insgesamt bestand sein Team aus 6 Profis und 9 Amateuren. Die Vorbereitungszeit war sehr kurz, eine Hightech-Rennyacht unter Regatta-Bedingungen zu segeln ist alles andere als Jollensegeln auf dem Sneekermeer und natürlich hatte das gesamte Team Ambitionen, auch wenn eine Top-Platzierung vom Sponsor nicht erwartet wurde. Ein spannendes Projekt, da es sich bei diesem Vorhaben nicht um einen Segeltörn mit passiven Gästen handelte, sondern Profis und Amateure ein Team - eine funktionierende Crew - bilden mussten.

Eine besonders herausfordernde Aufgabe für die Profi-Segler dieses Projektes. Die 6 Profis mussten nicht nur ausgezeichnete Segler sein, sondern auch in der Lage sein die restlichen Amateure zu integrieren und eine Mannschaft zu bilden, die unter Wettkampfbedingungen bestehen und performen kann. Es war klar, dass 6 Profis alleine die Yacht nicht erfolgreich segeln konnten.

Unglaublich aber wahr, am Ende wurde genau dieses Team Kieler-Woche-Sieger und gewann die Deutsche Meisterschaft in der Klasse der grossen Yachten. Ich bin kein Segler und kann die Bedeutung dieses Erfolges nicht wirklich einschätzen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass dies eine grosse Leistung ist.

Aber was hat dies nun mit meine ursprünglichen Frage zu tun?

Ich sehe viele Parallelitäten bei den Herausforderungen, die ich im Rahmen meiner Projekte zu bewältigen habe.

Reifegrad der Organisation und adaptierte Prozesse und Methodiken

In vielen Lehrbüchern ist beschrieben, wie man ein Projekt gestalten sollte, damit es erfolgreich wird. Es reicht aber nicht aus, dass nur der Projektleiter weiss, was wann und wie zu tun ist. Damit alles wie am Schnürchen klappt, braucht es die richtigen Skills am richtigen Ort zur richtigen Zeit und all die Spezialisten müssen miteinander harmonieren, wie ein Schweizer Uhrwerk.

Das ideale Team bleibt oft ein Traum

Auch ein Fussballtrainer übernimmt eine bestehende Mannschft. Ich habe noch kein Projekt erlebt, wo nicht bereits ein Team bestand oder man auf bestehende Ressourcen des Unternehmens zurückgreifen musste. Das ist ganz normal, und dass dabei nicht jede Position optimal besetzt ist, leuchtet ein. Trotzdem ist es die Aufgabe des Projektmanagers alle Mitarbeiter zu integrieren und ein performantes Team zu formen.

Schlüsselpositionen stützen das Vorhaben

Ich kann als Projektleiter nicht zu jedem Zeitpunkt in allen Belangen stützend einzuwirken. Auch bin ich nicht allwissend. Vielleicht kenne ich mich in 1-2 Themen sehr gut aus, aber am Ende ist ein Team viel besser als eine Einzelperson. Allerdings ist ein Team nur dann gut, wenn es lösungsorientiert handelt und durch kompetente Schlüsselressourcen befähigt wird. Diese Schlüsselpersonen unterstützen mich als verlängerter Arm in der Rolle des Projektleiters inhaltlich, methodisch, aber auch um die gemeinsame Vision zu transportieren. Je nach Ausgangssituation bin ich als Projektleiter in der Lage das bestehende Team zusätzlich extern auf diesen Positionen zu unterstützen. In vielen Fällen greife ich dabei aber ganz intuitiv auf die Keyplayer des bestehenden Teams zurück. Diese schlüpfen dann wie von selbst in diese anspruchsvolle Rolle. Am Ende verfolge ich das Ziel eine funktionierende "Crew" bestmöglich zusammenzustellen.

Verantwortung wirklich übernehmen

Die besten Erfolge habe ich gemacht, wenn das Team Verantwortung für die Aufgaben und damt die Projektziele übernimmt. Das bedeutet, dass sich jeder auch zu seinen Aufgaben committed.

Beste Leistungen als Teil des Teams

Als Projektmitglied bin ich sehr motiviert, wenn ich das Gefühl habe, gebraucht zu werden, wenn ich wertvoll für das Team bin. Dann mache ich meinen Job gerne und bin bereit mich auch für andere einzusetzten. Die entgegengebrachte Wertschätzung bekommt das Team in Form guter Performance und „einfach Mitdenken“ zurück.

Aus meiner Sicht eine Menge wichtiger Erfolgsfaktoren, die mir beim Lesen von Tim Kröger’s Lektüre in den Sinn gekommen sind und über die es sich lohnt nachzudenken, um diese Punkte beim nächsten Projekt noch gezielter zu fördern und anzugehen.

Wer kann schon von sich behaupten dass er weiss, wie das perfekte Team aussehen sollte!

Created By
Markus Wilhelm
Appreciate

Report Abuse

If you feel that this video content violates the Adobe Terms of Use, you may report this content by filling out this quick form.

To report a copyright violation, please follow the DMCA section in the Terms of Use.