Cebit 2017 Ein Rundgang am 24.03.2017

Heute war ich zum FutureTalk der Zeitschrift "Techology Review" (Heise-Verlag) eingeladen, um einen Vortrag über den "Strukturwandel der Öffentlichkeit" zu halten. Tatsächlich hielt ich meinen Vortrag über Medienwandel ohne größere Blessuren, und was soll ich sagen: Die Medien wandeln sich immer noch.

Aber es gab auf der größten Computermesse der Welt, die jedes Jahr in Hannover stattfindet, noch viel mehr zu entdecken.

Die Cebit ist eine Messe voller Superlative: Ursprünglich als Bürotechnologie-Schau aus der Hannovermesse hervorgegangen, zeigt sie heute die Spitzenleistungen und Novitäten der Hightechschmieden aus aller Welt.
Keine Angst vor den Andersgläubigen: Bei der Cebit sind Aussteller und Besucher aus nicht-europäischen Ländern klar in der Mehrheit. Entsprechend darf hier freitags auch gebetet werden. Dass eigentlich ja Steve Jobs der liebe Gott ist, führt dazu, dass beispielsweise die Fa. Apple als Aussteller gar nicht mehr auf der Cebit vertreten ist: Gott ist schließlich sowieso überall. Warum Waschmaschinen hier durch den Himmel fliegen, hat sich mir übrigens nicht so erschlossen.
Offenbar wird auf der Cebit nicht nur programmiert, sondern auch wirklich gearbeitet. Allerdings gilt hier wie überall der Spruch eines Kölner Handwerksmeisters: Digitale Brötchen kann man nicht essen.
Sieht aus wie Hemden, sind aber "Wearables" -- also Hemden. Erinnert ein bisschen an des Kaisers neue kleider.
Künstliche Intelligenz kann bis heute keine Schuhe binden, erklärt Reinhard Karger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Also doch noch Chancen für das Humankapital?

Sensationell: Die Spieler von Schalke 04 wurden komplett durch Roboter ersetzt. Langsam versteht man, warum dieser Verein so Fußball spielt, wie er es tut ...

Noch so ein Scoop: Die Deutsche Bahn verabschiedet sich von der Schiene und will künftig nur noch mit diesen Schienenersatzfahrzeugen verkehren.

Ein Blick in die Vergangenheit der Zukunft: Manche jungen Leute wissen ja gar nicht mehr so ganz genau, was das eigentlich so genau war: ein Telefon. Smartphone-Nutzer gebrauchen ihre digitalen Endgeräte der neuesten Statistik zufolge übrigens nur noch zu 2% fürs Fernsprechen.

Das Fraunhofer-Institut hat seine Exponate unter das Motto "Manufacturing the future" gestellt. Die Hightech-Schmiede zeigt uns Gummihandschuhe, Tischtennisbälle und viel Schaumstoff. Die Zukunft bleibt rätselhaft und führt uns eben doch häufiger in eine Sackgasse, als auf einen sicheren Weg. Nicht jeder unsichere Weg führt übrigens automatisch in die Sackgasse und ist manches Mal interessanter.

Spielzeug spielt auf der Cebit eine besondere Rolle: Soll uns das sagen, dass vieles in der IT-Industrie noch in den Kinderschuhen steckt? Oder dass Computernutzung heute ein Kinderspiel ist?

Manches bei der Cebit bleibt einfach unlösbar: zum beispiel, warum in die Aufzüge des messegeländes grundsätzlich zwei männer, aber nur eine Frau dürfen.

Firma Apple habe ich dann doch noch gefunden. Der Hightech-Klassenprimus aus dem kalifornischen Cupertino hat sich entschlossen, ein weiteres Mal den Trend zu setzen und ist komplett analog aufgetreten. Das lässt für die nächste Cebit im Jahr 2018, die erstmals nicht mehr im kühlen März, sondern im heißen Juli stattfinden soll, Interessantes erwarten: Werden wir dann auch Birne, Banane und Ananas erleben?

(c) 2017 Hektor Haarkötter

Credits:

All fotos copyright Hektor Haarkoetter

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