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Diese beiden haben eine ganz feine Nase und teilen sich ein exquisites Hobby. Gabi Wenk (71) aus Völklingen (Saarland) und die siebenjährige Hündin „Candy“ (Silken Windsprite, eine Windhunderasse) sind Trüffelsucher. Ihre Ausflüge führen sie in die Region rund um Saar und Mosel, bis ins benachbarte Frankreich. Bei ihren stundenlangen Spaziergängen schauen sie dabei selten nach oben in die Bäume - denn im Boden, einige Zentimeter unter der Erde, warten die echten Schätze nur darauf, entdeckt zu werden: Trüffel!

Gabi und Candy sind das perfekte Team, wenn es darum geht, diese botanischen Kostbarkeiten an das Tageslicht zu holen. Sie ergänzen sich dabei durch ihre individuellen Fähigkeiten. Gabi Wenk hat den Blick für die richtigen Stellen im Wald, an denen die extrem feine und extrem präzise Nase ihrer Hündin Candy zum Einsatz kommt. Nicht ohne Stolz erinnert sie sich an die Anfänge ihres außergewöhnlichen Hobbys. Gabi Wenk: „Es war vor drei Jahren, 2017. Ich wollte weniger am Schreibtisch meiner Versicherungsagentur sitzen, dafür mehr mit meiner Hündin in die Natur sein und uns beide sinnvoll beschäftigen. Zunächst wollte ich die Personensuche („Mantrailing“) mit Candy machen. Doch dazu braucht man immer mehrere Personen, die mitmachen. Eine Freundin hatte von der Trüffelsuche gelesen und mich darauf aufmerksam gemacht. Das war gut – und wir konnten es auch alleine machen ohne andere Mitwirkende.“

Gabi und Candy sind das perfekte Team, wenn es darum geht, diese botanischen Kostbarkeiten an das Tageslicht zu holen.

"Candy gehört zur Champions League der Trüffelsuchhunde", sagte der Trüffelexperte Dieter Honstraß (72) über die feine Spürnase der Silken Windsprite-Hündin, eine Windhunderasse.

Frauchen Gabi Wenk hat ein gutes Gespür für die richtigen Stellen, an denen die seltenen Trüffel nur wenige Zentimeter unter dem Waldboden zu finden sind. "Es ist gibt etwa 300 Trüffelarten in Deutschland, die zu entdecken sind", sagt die Inhaberin einer Versicherungsagentur.

Das erkannte auch Dieter Honstraß (72) aus Salzgitter (Niedersachsen). Er gilt als DER Trüffelfachmann, ist weit über Deutschland hinaus bekannt für sein Fachwissen rund um Trüffel. Honstraß gibt Kurse über den besonderen Pilz - und vor allem, wo die ca. 300 verschiedenen Arten in Deutschland zu finden ist.

Die Suche nach Trüffel hat mich von der ersten Minute an fasziniert. Es ist für mich eine spannende Detektivarbeit, die richtigen Stellen ausfindig zu machen“, erzählt Gabi Wenk von den ersten Kursen bei Dieter Honstraß. Der „Trüffel-Papst“ betreibt die „Deutsche Trüffelschule“, erkannte ihr Talent und die „Hochleistungsnase“ von Candy. „Er war ganz begeistert. Es gibt viele Hunde, die Trüffel im Waldboden erschnüffeln können. Meine Candy habe jedoch ein besonderes Talent zum Aufspüren der Trüffel, sagte er zu mir. Ihre gute Nase gehöre zur „Champions League“ unter den Trüffelhunden.“

"Die Suche nach Trüffel hat mich von der ersten Minute an fasziniert."

Die Prüfung zur Trüffelsuche im Winter 2019 legte das Duo Gabi und Candy mit Bravour ab. Frauchen wurde in die Forschungsgruppe der Trüffelschule von Dieter Honstraß aufgenommen, während die Spürnase von Hündin Candy von nun an regelmäßig zum Einsatz kommen. „Ich trainiere mit ihr fast jeden Tag. Für einen Fund bekommt sie immer eine Belohnung. Leckerlies aus Leberwurst-Stückchen und getrocknetem Pansen“, sagt Gabi Wenk.

Gabi untersucht einen Fund, den Hündin Candy markiert hatte

Vor der Belohnung kommt die spielerische „Arbeit“, bei der die beiden gleichermaßen aufgeregt sind. Wenn Gabi eine Stelle im Wald ausgemacht hat, an der sie Trüffel im Boden vermutet, lässt sie Candy das Gebiet erschnüffeln. Dann wird die ruhige Seniorin kurzzeitig selbst zu einem aufgeregten Teenager vor dem ersten Date! „Es ist so spannend, wenn Candy ihre Nase senkt, in den Boden stößt und dabei mit der Pfote scharrt! Das ist für mich das eindeutige Zeichen - sie hat etwas gefunden und meine Candy irrt sich nie. Dort sind dann wirklich Trüffel im Boden!“

Die Trüffel sind nur wenige Zentimeter groß. In ihrem Arbeitszimmer zu Hause analysiert Gabi Wenk die seltenen Pilze. Über 120 Arten hat sie inzwischen katalogisiert.

Vorsichtig gräbt Gabi Wenk dann mit einer kleinen Schaufel oder ihren bloßen Händen an der von Candy markierten Stelle. „Es sind nur wenige Zentimeter unterhalb der Oberfläche des Waldbodens und ich muss dabei sehr aufpassen, die Trüffel nicht zu zerstören. Das ist Feinarbeit für alle Sinne.“

Die oftmals nur sehr kleinen oder winzigen Trüffel werden von Gabi sicher in einem mitgebrachten Beutel verstaut. Wenige Zentimeter Finder-Glück, die sie anschließend nach Hause trägt. In ihrem Arbeitszimmer wird es dann zum zweiten Mal aufregend für die engagierte Finderin. Auf einem Schreibtisch hat sie sich so etwas wie eine kleine Analysestation für Trüffel eingerichtet. Lupe, Mikroskop, Pinzetten und weitere Utensilien helfen ihr dabei, die Funde zu bestimmen. Im besten Fall ist das Ergebnis ein neuer lateinischer Name in ihrer Sammlung, begleitet von einem zufriedenen Lächeln auf Gabi Wenks Gesicht. Stolz zeigt sie weitere Funde, die sie akribisch auf ihren Trüffel-Touren zusammengetragen hat. Über 130 verschiedene Arten wurden von ihr bisher entdeckt und katalogisiert.

Sie sind unterwegs in den Wäldern rund um Mosel, Saar und dem Nachbarland Frankreich
Gabi Wenk ist selbst zu einer Trüffelexpertin geworden

"Ich suche Trüffel, die eine botanische Rarität sind. Sie eignen sich für die Forschung und nicht für den Kochtopf", Trüffelsucherin Gabi Wenk aus Völklingen (Saarland).

Gabi Wenk betreibt ihr Hobby, weil sie etwas Neues entdecken möchte - um finanzielle Interessen geht es ihr dabei nicht. „Die Trüffel, die mich interessieren, sind sehr selten und nicht essbar. Trüffelsuche zum Verzehr interessiert mich gar nicht. Meine Trüffel sind botanische Raritäten, gut geeignet für die Forschung, aber nicht für den Kochtopf.“

In akribischer Heimarbeit werden die neuen Fundstücke von ihr begutachtet
Alle gefundenen Trüffelarten werden analysiert und je nach Fundort von ihr katalogisiert.

Trüffel, so selten übrigens wie die Sucherinnen und Sucher selbst. Denn das Hobby erfordert viel Zeit und Ausdauer. „Deshalb ist die Gruppe der Menschen mit diesem Hobby sehr überschaubar“, beobachtet Gabi Wenk selbst, wenn sie eigene Kurse gibt oder über die Trüffelsuche Vorträge hält. „Am Anfang ist die Begeisterung für die Suche und die Spürnasen der Hunde, wenn sie die ersten Trüffel entdecken, vorhanden. Nach ein paar Monaten gehen jedoch immer weniger Interessierte selbst in die Wälder und auf Trüffelsuche.“

Diesen seltenen Trüffel "Hydnotria michaelis" hat Gabi Wenk zum ersten Mal im Saarland gefunden. Quelle: Privatfoto

Gabi Wenk und Candy gehören nicht dazu. Sie haben die richtige „Nase“ für ihr Hobby über viele Monate weiterentwickelt - und es gibt noch viele Trüffel im Waldboden zu entdecken!

Handykamera einschalten und scannen.
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Kai Kapitän
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