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Sommertour entlang des Elberadweg 20. – 22. Juni 2020

Im Rahmen meiner diesjährigen Sommertour radelte ich vom Landtag in Magdeburg nach Dessau in meine Heimatstadt und nahm gemeinsam mit dem ADFC den Elberadweg in Augenschein. Auf der 3-Tage-Tour bereiste ich Städte und Gemeinden entlang der Elbe, besucht Unternehmen und traf Akteure, die im Bereich des touristischen Radverkehrs aktiv sind. Dabei stand unter anderem Projekte wie die Weltrad-Manufaktur in Schönebeck, die Fährverbindungen in Barby und ein Fachgespräch bei der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen“ in Aken auf der Tagesordnung.

Praxis zu erleben und direkte Gespräche zu führen war Ziel der Sommertour. Im Ergebnis nahm ich eine Vielzahl an Anregungen aus den Terminen mit. Vor-Ort-Termine bieten die Möglichkeit, das Wirken politischer Entscheidungen vor Ort zu prüfen und Anregungen aus der Praxis wieder mit in die Landeshauptstadt zu nehmen. SPOILER:

"Von Magdeburg bis Dessau-Roßlau führt der Elberadweg durch das Biosphärenreservat Mittelelbe. Der Steckby-Lödderitzer Forst wurde 1979 erstes UNESCO-Biosphärenreservat in Deutschland. Die Elbe ist ein naturwunder und bildet sie letzte naturnahe Stromlandschafte Mitteleuropas."

Tag 1: von Magdeburg über Schönebeck nach Barby

Als Einstieg in meine Tour besuchte ich den Koordinator des Elberadwegs, Tino Raguse, in Magdeburg. Er ist unter anderem für die Vermarktung und Beschilderung des Radwegs zuständig.

Fazit: Es braucht mehr als den einen eifrigen Menschen, der sich ganz allein um all das kümmern muss. Außerdem fehlt es an einem Förderbescheid um die Arbeit fortzusetzen.

Hier werden Fahrrad-Klassiker noch selbst gebaut - und das mit viel Liebe zum Detail. Das Vorbild sind die Radwanderer der 30er Jahre.

WELTRAD ist nicht nur eine Fahrrad-Manufaktur mit handwerklich produzierten Fahrrädern im Stil der 30er Jahre, sondern mit einem kompletten Tourismuskonzept mit Restaurant und Bed & Bike Hotel.

Das Ringheiligtum Pömmelte liegt als Sehenswürdigkeit direkt am Elberadweg, dort traf ich die Parteifreundin Jutta Rössler. Die Kreisgrabenanlage von Pömmelte-Zackmünde wurde 1991 aus der Luft entdeckt und von 2005 bis 2008 wissenschaftlich erforscht.

Jetzt schon ist zu erkennen, es mangelt an der Beschilderung, nicht mal Pömmelte wird als Sehenswürdigkeit mit einem Schild erwähnt.

Es mangelt an der Beschilderung. Dies mein Fazit nach dem 1. Radeltag. Die Kennzeichen sind oft da, aber fehlen oft an Zweigungen. In welche Richtung geht's in welchen Ort? Ich habe viele irritierte Menschen mit Smartphone in der Hand getroffen.

Tag 2: von Barby über Walternienburg nach Aken

Dier Stadt Barby betreibt insgesamt drei Fähren. Sie verbinden die beiden überregionalen Radwanderwege " Elberadweg" und "Saaleradweg".

Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Barby (Elbe), Torsten Reinharz, habe ich über die finanziellen Schwierigkeiten und zukünftige Finanzierung der Fähren in Barby gesprochen.

Wir müssen über die Kriterien für die Kategorie „landesbedeutsame Fähren“ reden. Denn etwa auch der Radverkehr und radtouristische Aspekte könnten dabei einfließen. Daher sollte auch das für Tourismus zuständige Ministerium in diesen Diskussionsprozess eingebunden werden. Auch Brückenbauten müssen, unter Beachtung aller naturschutzfachlichen Anforderungen, thematisiert werden. Denn die Klimakrise wird die Fähren auch bei einer auskömmlichen Finanzierung zusehends untauglich machen, um verlässliche Mobilität zu sichern. Denn bei Niedrigwasser nützt die schönste Fähre nichts.

Der Fährbetrieb ist in der Regel ein Zuschussgeschäft für die Gemeinden. Als Land haben wir auf eine klare Verbesserung im Jahr 2019 hingewirkt. Bis zu 90 Prozent der Kosten für Revisionen der Fähre werden übernommen. Aber ich sehe darüber hinaus noch deutlichen Handlungsbedarf. Gemeinden dürfen mit den Kosten für bedeutsame Straßenverbindungen nicht alleingelassen werden.

Von Barby aus, setzt sie mit der Gierfähre über die Elbe und führt ihre Sommertour auf der L51 in Richtung Walternienburg fort.

Im Gespräch mit einem Fährmann aus Aken.
In Aken traf ich Volker Preibisch vom ADFC. Mit ihm gemeinsam habe ich den Elberadweg in Augenschein genommen. (Dazu später mehr...)

In Walternieburg habe ich die "Arche" und die Pension und Café "Heinrich" besucht und bin mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort ins Gespräch gekommen.

Die Arche, an der Stelle wo einst die Dorfkirche stand, soll nicht nur von der Kirchengemeindeund den Walter- nienburgern genutzt werden, sondern auch von Ausflüglern, Radfahrern und anderen Interessenten.
Ausflugslokal und Erlebnisgasthof "Café Heinrich"

Am Abend traf ich mich am Akener Fährhaus mit Herrn Hilmar Ganzert zu einem Fachgespräch zur „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen“, dessen Geschäftsführer er ist.

Aufgabe der AGFK ist die systematische Förderung des Radverkehrs, um den Radverkehrsanteil zur Förderung des Umweltschutzes und der Gesundheit zu erhöhen, die Verkehrssicherheit für Radfahrende zu verbessern und den Fahrradtourismus als einen wichtigen Wirtschaftsfaktor zu stärken. Die „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune“ Sachsen-Anhalt (AGFK) hat sich am 11. November 2019 in Wittenberg konstituiert.

Tag 3: von Aken ging es in meine Heimatstadt Dessau-Roßlau

Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Aken (Elbe), Jan-Hendrik Bahn, durfte ich ein Thermo-Plast Wegweiser vor dem „Lorf“ auf den Elberadweg aufbringen. Anschließend lud er mich zu einer Radtour durch Aken ein. Ein Zwischenstopp war unter anderem die Tourist-Information am Fährhaus.

Immer auf dem richtigen Weg bleiben. Seit neuestem helfen auf dem Elberadweg solche Thermoaufkleber bei der Orientierung. Gestern durfte ich in Aken selbst eines aufbringen. Eine tolle Marketingidee der Koordinierungsstelle Elberadweg beim Tourismusverband Magdeburg-Börde.
Radtour durch Aken.

Wie schon erwähnt, habe ich auf meiner Tour den Radwegecheck des ADFC Sachsen-Anhalt zwischen Magdeburg und Dessau nicht nur im Selbsttest gemacht.

Radwegecheck im Ergebnis:

  • Untergrund meist sehr gut, manchmal mäßig
  • Breite meist zu knapp - wenig Steigung
  • Wegeführung mit wenig Kurven
  • Es mangelt immer wieder an der Beschilderung. Die Kennzeichen sind oft da, aber fehlen oft an Zweigungen. In welche Richtung geht's in welchen Ort? Ich habe viele irritierte Menschen mit Smartphone in der Hand getroffen.
  • Die Thermoschilder auf dem Weg sind eine Vergewisserung, dann auf dem richtigen Weg zu sein, hilfreich. Aber klar Angabe Nahziel, Fernziel, km braucht es als Grundlage.
  • Es braucht mehr Personal. Ein Mensch dafür für ganz Sachsen-Anhalt, ist deutlich zu wenig. Und Lobbyarbeit in den Kommunen, dafür haben wir die AGFK, Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen gegründet.
Daher braucht es ein einheitliches Beschilderungskonzept über Kreis- und Bun­deslandgrenzen hinweg, nach verständlichen Kriterien und touristischen Gesichtspunkten.