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Jahrestagung 2017 Logistikschule der Bundeswehr

"Global. Vielfältig. Innovativ. Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr" – so lautete das Motto der diesjährigen Jahrestagung, die vom 19.05.2017 - 21.05.2017 in der Logistikschule der Bundeswehr in Osterholz-Scharmbeck stattfand.

Der Einladung des Vorstands des Deutschen SanOA e.V. folgten nicht nur GenOStArzt a.D. Dr. Blätzinger (Präsident der DGWMP e.V.), AdmArzt Dr. Apel (Admiralarzt der Marine) und GenArzt Dr. Zallet (Abteilungsleiter B Kdo SanDstBw), sondern auch das Kdo SanDstBw und das BAPersBw. Dieses Jahr zog es zudem 82 SanOA von den verschiedenen Standorten aus ganz Deutschland zur Jahrestagung in die nördlich von Bremen gelegene Lucius D. Clay-Kaserne. Mit einer Vielzahl an weiteren Referenten waren knapp über 140 Teilnehmer anwesend.

Teile des Vorstands während der Eröffnung.

Das Motto ließ genügend Freiraum für die Gestaltung des Programms, die Erwartungen an das Wochenende waren trotzdem - wie immer - hoch und wurden in meinen Augen auf jeden Fall erfüllt.

Global: Die vom Deutschen SanOA e.V. und insbesondere von der AG Internationale Zusammenarbeit angestrebte Multinationalität wurde mit der Teilnahme von drei Soldaten der Israelischen und zwei Kameraden der Italienischen Sanitätskräften an der Jahrestagung ausgebaut. Die Kooperation zu den verbündeten Streitkräften wird so nicht nur durch gemeinsame Aktivitäten, beispielsweise im Rahmen der von der AG organisierten Kulturreise nach Israel, sondern auch durch die Teilnahme an unseren Jahrestagungen gefördert. An diesem Wochenende bestand für jeden SanOA die Möglichkeit, sich besonders während der zwei Kameradschaftsabende, als auch in den Pausen zwischen den Programmpunkten mit den internationalen Kameraden persönlich zu unterhalten.

Israelische und italienische Kameraden auf der Jahrestagung

Global ausgerichtet waren zudem zwei der drei Themenblöcke, in welche die Vorträge am Samstag eingeteilt wurden. Der erste Themenblock „Internationales“ umfasste Vorträge über die Organisation der Führung auf NATO-Ebene und über die Katastrophenhilfeübung „Combined Aid 2016“ in China, sowie aus meiner Sicht einen besonders spannenden Vortrag über das Military Health System in den USA. OberstArzt Dr. Schlolaut, der seit eineinhalb Jahren in Amerika tätige, ehemalige Leitende Betreuungsoffizier, berichtete über die Organisation der medizinischen Ausbildung in den USA und besonders über die Kooperation im Sinne des „global health engagements“ mit der medizinischen Fakultät des Militärs „Uniformed Services University of the Health Sciences“, die dieses Jahr erstmalig von deutschen SanOA und SanOffz besucht werden kann. Der zweite Themenblock „Einsätze“ beinhaltete Vorträge zu diversen Auslandseinsätzen, z.B. in Djibouti oder im Mittelmeerraum, aber auch zur ärztlichen Unterstützung der deutschen Delegation beim niederländischen Nimwegen-Marsch. Der vierte Vortrag in diesem Block wurde der sonst wenig thematisierten Zahnmedizin im Einsatz zugeteilt, die auch für Humanmediziner spannend dargestellt wurde.

Vielfältig: Nicht nur die Themenblöcke der Vorträge, inklusive des dritten Themenblocks über Forschungsmöglichkeiten im Marinesanitätsdienst (u.a. Dissertationen für SanOA) und über die Möglichkeiten in der Allgemeinmedizin (u.a. Truppenpraktika beim Kommando SES Ostfriesland) waren ansprechend, informativ und vielfältig, sondern auch die dieses Jahr an allen drei Tagen angebotenen Workshops. Dabei möchte ich behaupten, dass der überwiegend theoretische Workshop mit ausführlichem geschichtlichen Hintergrund „Offizier in der Gesellschaft“ oder das vom Militärpfarrer Degenhardt gehaltene, individuell auf Fragen der SanOA ausgerichtete Seminar „Seelsorge für Jedermann“ ebenso interessant gestaltet waren wie die überwiegend praktischen Workshops „Taktische Verwundetenversorgung in Aktion“ mit den Highlights des Zuganglegens unter Knicklichtbedingungen bzw. der Blutstillung mittels QuikClot an Schweinebeinen oder „Anästhesie-Basics“ mit der eigenständigen Durchführung der Koniotomie an Schweinetracheen.

Vielfältig sind auch die verschiedenen Tagungsorte des Deutschen SanOA e.V., wobei besonders der Vorstand darauf Wert legt, dass die Jahrestagungen deutschlandweit in alle Himmelsrichtungen Jahr für Jahr gerecht verteilt stattfinden.

Innovativ: Mit der Logistikschule der Bundeswehr in Osterholz-Scharmbeck wurde wieder ein neuer Tagungsort gewählt, der nicht nur durch seine geräumigen Einzelstuben überzeugte, sondern auch mit der Ausstattung der Tagungsräume und der Ausrichtung der gesamten Kasernenanlage glänzte.

Neu im SanOA e.V. selbst wurde dieses Jahr die AG Luftwaffe gegründet, die zukünftig weitere Ideen und Projekte der Mitglieder initiieren wird.

Podiumsdiskussion

Erstmalig gab es auf der Jahrestagung eine Podiumsdiskussion mit dem anwesenden Kdo SanDstBw und dem BAPersBw, die den SanOA direkt Rede und Antwort standen. Themen waren hierbei der Rahmenerlass, der dieses Quartal abgeschlossen wird; das Bushmaster Eignungsverfahren in Amerika, bei dem ein SanOA zur Teilnahme ausgewählt wurde; die Qualität der PUMA, die nun überprüft wird; die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls unter den SanOA im Sinne einer „Corporate Identitiy“; die Verbesserung der Betreuungssituation und die neue Wertung des zusätzlichen Scheins im CPS.

Als letztes wurde der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr in das Motto der diesjährigen Jahrestagung aufgenommen. Der Vorstand hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vielschichtigkeit unseres Sanitätsdienstes mit Hilfe vielseitiger Einblicke in die Abteilungen und Organisationen durch die verschiedenen Vorträge, die lehrreichen Workshops und die kontaktknüpfenden Gespräche mit den Referenten und Gästen aufzuzeigen. Die Jahrestagung soll der Identifikation mit der Bundeswehr und dem Sanitätsdienst dienen, wozu das Stärken der Kameradschaft und das Kennenlernen untereinander mit Sicherheit auch zählen. Letzteres war auf dem am Freitag stattgefundenen Begrüßungsabend und dem am Samstag hergerichteten Festabend als Highlight der Jahrestagung möglich. Bei ausgelassener Stimmung, leckerem Buffet, guten Tanzdarbietungen und köstlichen Getränken verbrachten wir gemeinsam einen langen Abend bis in die frühen Morgenstunden.

Eindrücke des Festabends

Für die fleißigen Käufer der angebotenen Lose an diesem Abend hier die erfreuliche Nachricht, dass sich durch die Tombola eine Spendensammlung von 619 Euro ergeben hat, die in Gänze der Deutschen Welthungerhilfe e.V. zugute kommt.

Alles in allem möchte ich als Teilnehmerin behaupten, dass jeder SanOA von dieser Jahrestagung in irgendeiner Weise profitieren konnte, sei es das Fortbilden durch die Vorträge, das Auffrischen alter oder das Erlernen neuer Fertigkeiten in den Workshops, das Wiedersehen bzw. Kennenlernen der Kameraden oder einfach nur das Genießen der Abwechslung vom universitären Alltag.

Christine Westphal,

Lt (SanOA) aus Lübeck

Bilder: Ralf Kapfer

Credits:

Deutscher SanOA e.V.

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