Produkte in Madagaskar Nahrungsmittel

Die grosse Insel Madagaskar hat ausnehmend viel Landwirtschaftsfläche und produziert so gut wie alle Nahrungsmittel. Trotzdem ist Madagaskar von Importen abhängig.

In Madagaskar existieren nur wenige Unternehmen, die Nahrungsmittel in grösserem Stil verarbeiten. Dafür gibt es viele Kleinunternehmen, die in der Foodverarbeitung tätig sind.

Den grössten Anteil an industrieller Verarbeitung hat die Getränkeindustrie. Allen voran natürlich das Bier THB, das in ganz Madagaskar so geschätzt ist, dass THB ein Synonym für Bier ist. Auch Softdrinks werden hergestellt: Fanta, Coca, Sprite und das zuckersüsse Bonbon Anglais. Trinkwasser füllen inzwischen etliche Hersteller ab. Lokalmatador ist und bleibt weiterhin Eau Vive.

Trotz vieljähriger Schwierigkeiten hält sich der Rebbau in den Regionen um Antsirabe und Fianarantsoa. Die Verarbeitung wird von engagierten Produzenten vorgenommen. Die Weine kommen ausschliesslich auf den lokalen Markt. Der Grossteil der Weinmarken ist seit Jahrzehnten bekannt. Selten nur gelangen neue Produkte auf den Markt wie dieser 'Domaine de Mahitasoa' (Mahitasoa bedeutet: gern gesehen)

Die Viehgebiete im Hochland produzieren eine nahrhafte Milch, die von den Bauern gern (vor der Abgabe) mit Wasser angereichert wird. Milchverarbeitungsbetriebe finden sich insbesondere in Antsirabe. Sie produzieren Joghurt und Käse.

Joghurt ist ein teures Produkt. Ein kleiner Becher kostet soviel wie 300 Gramm Reis, das Grundnahrungsmittel. Noch teurer ist Käse. Die Käsereien, oft Kleinstbetriebe, produzieren Weichkäse, der sofort in den Verkauf kommt. Nur wenige Produzenten lagern den Käse. Den Reifeprozess von ein paar Monaten schlägt sich im Preis nieder. Unten abgebildeter Käse von 580 Gramm kostet soviel wie 9 Kilo Reis.

Brot gibt es quasi in ganz Madagaskar, ebenso Gebäck aller Art. Nur zwei, drei Betriebe stellen Biskuits in industrieller Art her. Sie leiden unter dem billigen Import von (oft türkischen) Backwaren. Madagaskar ist ein Kakaoland und daher stellen Confiserien auch Schokolade her. Auf industriellem Niveau existieren nur drei Hersteller von Schokolade.

Obwohl es auch in Madagaskar ein Bienensterben gibt, gelangt weiterhin viel Honig auf den Markt. Oder bleibt unverarbeitet auf Lager. Etliche hundert Tonnen Honig warten im Norden Madagaskars auf einen Verarbeiter. Aus dem Mangroven-Honig liessen sich bestimmt viele Leckereien herstellen. Auch andere Honiggebiete, wie Manakara mit seinem speziellen Niaouli-Honig, haben Absatzschwierigkeiten.

Für die meisten Haushalte ist die Vorratshaltung von Nahrungsmitteln ein Problem. Daher wird - vor allem im städtischen Bereich - von Tag zu Tag in kleinen Portionen eingekauft. Reichere Madagassen und Europäer gehen lieber in Shopping Centers, von denen es im Hauptstadtbereich inzwischen auch etwa ein Dutzend gibt.

Obige Produkte wurden im August 2017 bei Shoprite eingekauft. Der südafrikanische Grossverteiler unterhält mittelgrosse Verkaufsläden in verschiedenen Städten Madagaskars und legt Wert darauf, auch lokale Produkte zu führen.

PRIORI ist eine Reiseorganisation in Antananarivo seit 1994 und mit dem Madagaskarhaus in Basel seit 2010.

www.madagaskarhaus.ch

Created By
Franz Stadelmann
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Credits:

PRIORI Travels Antananarivo / Madagaskarhaus Basel Schweiz

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