facial.mood.boards versuch eines ehrlichen abbildes

1 Abstract

Die vorliegende Arbeit entspringt dem Wunsch ehrliche Menschenbilder zu schaffen. Bilder entgegen den schon standardisierten Ansprüchen von Modell und Fotografen. Lächeln und Lachen, also ein als freundlich empfundener Gesichtsausdruck kann und darf, muss allerdings nicht sein. Porträts als Headshots mit der Konzentration auf das Wesentliche - eine konzeptuelle Herangehensweise mit dem Ziel ehrliche Abbilder eines Gesichtes zu erhalten. Die gewählte Form ist ein neunteiliges Polyptychon um die Vielfalt in Mimik und Ausdruck verstärkt darstellen zu können.

'Ein ewig heiterer Gesichtsausdruck ermüdet uns auf Dauer weit mehr, als ein ständiges Stirnrunzeln.' Oscar Wilde

2 Der Mensch und seine Abbilder

Menschen bilden sich selbst und andere schon seit Anbeginn der evolutionären Zeitrechnung ab. Schon Höhlenmalereien und frühgeschichtliche skulpturale Darstellungen zeugen von Wesen und Drang des Menschen, der Geschichte Abbilder seiner selbst zu hinterlassen. Warum das so ist? Es gibt in der psychologischen oder kunsthistorischen Literatur sicher viele Deutungsansätze. Fakt ist, dass Menschen sich und andere gerne künstlich konservieren.

'Man muß sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet.' Paul Cezanne

Fotografen haben gegenüber einem Höhlenmaler, einem Bildhauer der Antike oder einem Maler der Renaissance ein paar entscheidende Vorteile. Sie haben heute zum Beispiel über das Internet unendlich viele Möglichkeiten ihre Werke der ganzen Welt zugänglich zu machen. Es dürfte klar sein, dass diese vermeintlichen Errungenschaften auch Schattenseiten haben. Es gibt darüber hinaus einen gravierenden Nachteil gegenüber den alten Meistern: die Verführung durch Schnelllebigkeit und dadurch letztlich künstlerische Oberflächlichkeit.

Tatsächlich durchdringen und beherrschen Bilder die zeitgenössische Kultur in einem Maße, dass man durchaus von einer visuellen oder visuell geprägten Kultur sprechen kann, die durch die Massenmedien inzwischen globalisiert worden ist.

Dennoch ist jedes Bild ein sehr eigentümliches Geschöpf, konkret und abstrakt zugleich und endet nicht mit dem Klicken des Verschlusses. Denn was auch immer es zeigt - der Betrachter selbst findet sich ebenso in ihm; er „macht sich ein Bild“.

Die Arbeit des Verfassers folgt dem Wunsch Menschenbildern mehr Persönlichkeit und dadurch möglicherweise auch mehr Ehrlichkeit innewohnen zu lassen. In der theoretischen Auseinandersetzung gilt es Begrifflichkeit zu definieren, bekannte zeitgenössische Arbeiten zu analysieren um diese in einen Kontext mit der eigenen Herangehensweise zu stellen. In der Umsetzung der praktischen Arbeit waren Modelle eingeladen „Gesicht zu zeigen“.

3 Vom Versuch ein ehrliches Abbild zu erzeugen

Ein Porträt (von französisch portrait) oder Bildnis ist ein Gemälde, eine Fotografie, eine Plastik oder eine andere Darstellung einer Person. Das Porträt zeigt in der Regel das Gesicht der Person. Bei der Darstellung mehrerer Personen spricht man von einem Doppelporträt beziehungsweise Familienporträt oder Gruppenporträt. Porträtieren ist die Anfertigung eines Porträts. Im engeren Sinn versteht man unter einem Porträt ein künstlerisches Bildnis. Ein porträtierender Künstler wird als Porträtist bezeichnet. Er versucht in der Regel, die Person nicht nur äußerlich abzubilden, sondern auch ihr Wesen bzw. ihre Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen.

Zahlreiche namhafte Maler, Grafiker und Bildhauer haben sich intensiv mit Porträts befasst und dadurch zur Entwicklung einer großen Darstellungsvielfalt beigetragen. Die Porträtmalerei hat seit dem 17. Jahrhundert sehr stark an Bedeutung gewonnen. Seit dem 19. Jahrhundert hat die Porträtfotografie die Porträtmalerei ergänzt und ist auch in die Filmkunst als szenisches Element eingegangen. Die Darstellungsformen werden nach verschiedenen Aspekten bezeichnet: nach der Anzahl der dargestellten Personen sowie - besonders bei Einzelporträts - nach dem Ausschnitt der Figur und nach der Kopfhaltung im Verhältnis zum Betrachter. Überdies werden Bildnisse auch nach ihrer Funktion differenziert (z. B. Herrscherporträt) oder nach der thematischen Ausrichtung (z. B. Kostümbildnis).

'Ein Porträt, welches nicht die Charakteristik hervorlockt, ist wie ein Mensch ohne Geheimnisse.' Andreas Otto

Unwillkürlich stellen sich die Fragen „Was will der Porträtist? Was will der Porträtierte?“. Der Maler, Grafiker, Bildhauer oder Fotograf will einen Augenblick einfangen und einen Eindruck transportieren, den Abgebildeten für die Ewigkeit erhalten - mumifizieren. Der Porträtierte will meist vorteilhaft abgebildet sein. Das Bild selbst ist die Schnittmenge der beiden Ansprüche und richtet sich - vor allem - nach dem Auftraggeber. Eine Erörterung des Bildes fällt nicht leicht, wenn man die Begehrensfrage außer acht lässt. Ein gerade in Negativschlagzeilen befindlicher Politiker wird anders abgebildet werden als ein im Wahlkampf zu plakatierender Kopf. Eine Zurschaustellung in beiden Fällen.

Was braucht also ein Porträt? Eine materielle Grundlage, ein Medium (Farbe, Pixel) und einen Ort, an dem es gesehen werden kann. Welchen Anspruch hat es? Dass es angeschaut, daher bewundert, geliebt vor allem aber gezeigt wird. Was begehrt es? Da das Begehren in der Leerstelle zwischen Anspruch (dem Wunsch zu sehen oder der symbolischen Anordnung: „Du sollst nicht schauen“) und dem Bedürfnis entsteht, ist es vorstellbar, dass Porträts nichts begehren. Sie könnten alles haben, was sie brauchen und all ihre Ansprüche könnten erfüllt werden. Doch wollen die meisten Porträts in der Tat etwas. Man denke an ein durchschnittliches Bild, das sich zusammen mit hundert anderen in einer Galerie befindet und darauf wartet, dass ihm irgendjemand seine Aufmerksamkeit schenkt.

'An einem Bild sind immer zwei Leute beteiligt: der Fotograf und der Betrachter. Ein Foto wird meistens nur angeschaut - selten schaut man in es hinein.' Ansel Adams

Durchschnittliche Porträts - also alle konventionellen, öffentlichen Bilder von vergessenen Persönlichkeiten, die von vergessenen Malern angefertigt worden sind - sind die tristesten Bilder eines Verlangens nach Anerkennung. Abgesehen von Historikern und Experten interessiert sich kein Mensch für sie. Und doch befindet sich dort, eingefangen auf der Leinwand, das Bildnis eines einst lebendigen Individuums, das Bildnis eines Menschen, der sich wahrscheinlich mit einer beträchtlichen Selbstachtung gegenübertrat - eine Haltung, die sich nicht zuletzt in dem Vermögen zeigt, eben ein solches Porträt in Auftrag zu geben. Solch ein Bild ist im Labyrinth des Begehrens gefangen, seine Ansprüche, beachtet, bewundert „für bare Münze“ genommen werden, werden immerfort durch das bloße Bedürfnis zu existieren überflügelt (was ebenfalls ein wenig zweifelhaft ist, da es niemand vermissen würde, wenn es verschwinden sollte).

Immer wieder versuchten und versuchen darstellende Künstler und Fotografen das „andere“ Porträt zu schaffen - das kreative Porträt mit dem gewissen Etwas, das Bild mit mehr Ausdrucksstärke und Ehrlichkeit - und wählten unterschiedliche Herangehensweisen um zu den gewünschten Ergebnissen zu gelangen.

vergleiche „Das Leben der Bilder: Eine Theorie der visuellen Kultur“ W.J.T. Mitchell

Vor dem praktischen Teil dieser Arbeit gilt es, anhand von prominenten Beispielen herauszufinden, wie ein gelungenes, wahrhaftiges Porträt entsteht. Zu diesem Zweck wurden die Arbeiten dreier Künstler analysiert.

3.1 Richard Avedon

Der amerikanische Fotograf Richard Avedon (1923 - 2004) war berühmt für seine „Heart Shots“, in denen er Stars just in dem Augenblick festhielt, in dem sie „die Maske fallen lassen“ und ihr wahres Gesicht zeigen. Berühmt-berüchtigt ist auch, wie unbarmherzig er diesen Moment herbeiführte. So erzählte er etwa dem Duke und der Duchess of Windsor - beide für ihre große Tierliebe bekannt - dass sein Taxi auf dem Weg zu ihrem Fotoshooting einen Hund überfahren hätte und drückte im Moment ihrer entsetzten Reaktion ab.

"Alle Fotos sind exakt, aber keines ist wahr", hat Richard Avedon einmal gesagt. Dennoch glaubt man, in seinen Bildern von Marilyn Monroe oder Andy Warhol wenigstens einen Funken Wahrheit zu erhaschen. Diesen Instinkt eines Jägers nutzte Avedon nicht nur für Bilder der Reichen und Schönen. Durch das legendäre Projekt „In the American West“ wurden auch Hunderte seiner unbestechlichen Porträts von ganz gewöhnlichen Menschen zu Ikonen der Fotografiegeschichte.

„Photographs 1946 - 2004“ R. Avedon

3.2 Martin Schoeller

Martin Schoeller ist ein zeitgenössische Porträtfotograf. Auf dem Nürburgring hat er die Piloten von Porsche fotografiert - unmittelbar nach dem Ankommen in der Box, wenn ihre Gesichter Bände sprechen.

Kann ein Porträt die Essenz eines Menschen, vielleicht sogar seine Seele einfangen? „Nein“, sagt Martin Schoeller. „Alle Porträts lügen auf gewisse Weise. Ein Foto ist nur der Bruchteil einer Sekunde, die vom Fotografen frei gewählt worden ist. Von einem Menschen, der den anderen Menschen eigentlich gar nicht kennt. Ein Porträt hat mit der Person, die es zeigt, meist nicht viel gemein.“ Bei Schoellers Porträts ist das allerdings eindeutig anders. Wie schafft er das? Was treibt ihn an? „Ich bin immer auf der Jagd nach der ehrlichen Sekunde. Nach dem echten Gesicht. Ich möchte die Leute nicht vor allem gut aussehen lassen, sondern objektive Bilder schaffen – zumindest welche, die weniger lügen als andere. Dafür arbeite ich genau auf den Moment hin, in dem die Leute hellwach sind, etwas Offenes, Intimes von sich preisgeben. Insofern sehe ich mich auch als Chronist.“

Porsche-Kundenmagazin Christophorus, Nr. 378, Text: Jörg Heuer

3.3 Philippe Halsman

Der in Riga, Lettland geborene Philippe Halsman (1906 - 1979) war ein Porträt- und Modefotograf. Über Jahrzehnte arbeitete er für die Zeitschrift Life. Seine Werke wurden über hundertmal als Titelbild veröffentlicht.

Er meinte: „Diese Faszination für das menschliche Gesicht hat mich nie verlassen. Jedes Gesicht, das ich sehe scheint etwas zu verstecken und manchmal - flüchtig - lüftet es das Geheimnis eines anderen Menschen. Diese Offenbarung zu erfassen ist mein Ziel.“

4 Über das Gesicht

Ein Artikel in einer österreichischen Tageszeitung hat den Verfasser dieser Arbeit im Sommer 2016 neugierig gemacht; der Titel „Nackte Tatsachen: Was ein Gesicht vertrauenswürdig macht“ lud zum Lesen ein:

Gesichtsmerkmale sind wichtiger als das, was wir sagen oder wie es gesagt wird. Hohe Augenbrauen, ausgeprägte Wangenknochen, ein rundes Gesicht - all das sind Merkmale, die einen Menschen vertrauenswürdig erscheinen lassen. "Das äußere Erscheinungsbild hat einen großen Einfluss auf die Glaubwürdigkeit - es wirkt sogar stärker als das Verhalten oder die Worte, die jemand sagt", erklärt Prof. Stephen Porter vom UBC Okangan Campus in Kanada. Der Psychologe hat in mehreren Studien erforscht, in welchen Situationen Menschen ehrlich wirken. So hat er seine Versuchsteilnehmer gebeten, Videos anzusehen, Tonaufnahmen anzuhören oder Fotos von Menschen zu betrachten, die nach einem vermissten Angehörigen suchen. Dann musste die Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit bewertet werden. Baker erklärt seine Ergebnisse: "Wir bewerten die Vertrauenswürdigkeit eines Menschen sehr stark über Gesichtszüge." Während die eingangs beschriebenen Merkmale jemanden glaubwürdig machen, werden niedrige Augenbrauen oder ein schmales Gesicht als weniger vertrauenswürdig angesehen. "Wenn wir jemandem begegnen, machen wir uns sofort einen Eindruck davon, ob wir ihm trauen können - evolutionär gesehen hat uns diese Fähigkeit geholfen, zu überleben." Diese intuitive Fähigkeit ist uns nicht immer bewusst, aber könnte vor allem im Rechtssystem problematisch werden, warnt Baker. "Denn der erste Eindruck ist meist unbegründet und kann zu voreingenommenen Entscheidungen führen." Wer nicht vertrauenswürdig aussieht, könnte so zu strengeren Strafen verurteilt werden.

Auch Lifestyle und Gesundheits-Magazine wie Vital schreiben darüber:

Es geschieht ganz unbewusst: In Sekundenschnelle fällen wir bei der ersten Begegnung mit anderen Menschen ein Urteil. Entscheiden, ob wir diese Person mögen oder nicht. Auftreten, Gesicht, Mimik, Körpersprache, Stimme - aus all diesen flüchtigen Eindrücken formen wir ein Bild des Gegenübers. Spontan und intuitiv.

Manche schauen genauer hin. Scannen die Form der Ohren, die Höhe der Wangenknochen, die Struktur der Stirnfalten und lesen damit in Gesichtern wie in einem Buch. Physiognomie-Forscher wollen damit eine Verbindung von den äußeren Merkmalen eines Gesichts zu den Charaktereigenschaften ziehen.

KURIER, 28.7.2016 Text: Layla Daneshmandi

Eine „Ausspähungskunde des Inneren“, nannte das der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724 - 1804). Das Versprechen der Physiognomiker: Wer die Signale des Gesichts lesen kann, erkennt die Eigenheiten eines Menschen und kann diese deuten. Klingt erst mal prima: Da wüssten wir ja sofort, ob der Makler die Wahrheit sagt. Oder ob die Urlaubsliebe wirklich so romantisch veranlagt ist, wie es beim Sonnenuntergang am Strand den Anschein hatte. Oder ob die neue Kollegin eine Freundin werden könnte. Sollte das Gesichterlesen wirklich so einfach sein? „Mit etwas Übung haben Sie ganz unmittelbar die Stärken vor Augen, die anderen ins Gesicht geschrieben sind. Sie werden sich selbst und andere besser einschätzen können und seltener unangenehme Überraschungen erleben“, verspricht die Physiognomik-Expertin und Buchautorin Tatjana Strobel.

'Gesichter sind die Lesebücher des Lebens.' Federico Felini

Sympathisch oder nicht - auch darüber entscheidet häufig der erste Eindruck. Weil sich zwischen Stirn und Kinn Eigenschaften spiegeln. Wer sein Gegenüber richtig erkennen will, schaut nicht nur auf die starren Merkmale, sondern auch auf das Mienenspiel. Denn nicht nur die Form der Augenbrauen ist wichtig - verlaufen sie waagerecht, soll es sich um einen nachdenklichen Charakter handeln -, sondern auch die Dynamik: Hochgezogene Brauen signalisieren Überraschung und Erstaunen, während zusammengezogene Striche von Misstrauen künden. Unser Gesicht verrät fast alles, Weite oder enge Pupillen, Stirnfalten, die sich glätten oder wellen, Mundwinkel, die sich heben oder senken: Jede Stimmung bildet sich in minimalen Veränderungen des Gesichts ab, die wir kaum kontrollieren können, so sehr wir uns auch in manchen Situationen ein Pokerface wünschen. Geübten Mimikforschern entgeht keine Regung. Besonders aussagekräftig und recht einfach zu lesen sind die Augen: Weit geöffnet signalisieren sie ehrliches Interesse, während kleine Schlitze auf Misstrauen hindeuten. Und wer häufig blinzelt, den Blick abwendet oder in den Augen herumwischt, könnte was zu verbergen haben oder sich unwohl fühlen. Und auch der Glanz in den Augen von Frischverliebten spricht Bände.

„Ich weiß, wer du bist: Das Geheimnis, Gesichter zu lesen“, Tatjana Strobel

'Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht: irgendeinem gefällt er.' Friedrich Hebbel

Das Leben gräbt sich ganz von selbst ins Gesicht ein. Der Umgang mit Krisen, unser Grübeln und unser Lachen: Im Laufe der Jahre feilen wir kräftig an den Linien, Kanten und feinen Fältchen in unserem Gesicht mit. Wir runzeln die Stirn, lassen die Mundwinkel nach unten hängen, kneifen die Augen so lange zusammen, bis die senkrechte Zornesfalte einfach nicht mehr verschwinden will. Da hilft nur, öfter mal lockerzulassen und die Muskeln im Gesicht zu entspannen. Und es geht noch einfacher: Emotionen beeinflussen nicht nur unseren Gesichtsausdruck, auch umgekehrt existiert ein Zusammenhang.

'Das Gesicht ist ein Abbild der Seele.' Cicero

Unsere Mimik beeinflusst das emotionale Erleben. So geht es bei der „Facial Feedback“ - Methode darum, sich selbst wahrzunehmen, während man den Gesichtsausdruck verändert. Wer am Schreibtisch öfter mal die Mundwinkel zum Lächeln nach oben zieht, spürt die positive Veränderung: „Ich lächle, also bin ich fröhlich.“ Automatisch stellt sich ein entspannteres Grundgefühl ein - und wir verscheuchen die Griesgram - Falten. Wir lernen das genaue Hinschauen bei unseren Mitmenschen. Gute Beobachter registrieren, wie es um jemanden steht, und können empathischer reagieren. Wer die Gefühle seiner Mitmenschen wahrnimmt, lernt auch die eigenen besser kennen. Ein Grund mehr, anderen mal wieder aufmerksam ins Gesicht zu schauen.

Maß aller Dinge in der Einschätzung sollte ein allererster Eindruck natürlich nicht sein. Den Inhalt eines Buches beurteilen wir ja auch nicht nur nach dem Einband.

http://www.vital.de/glueck-psyche/persoenlichkeit/artikel/was-unser-gesicht-ueber-uns-verraet

'Ein schönes Antlitz ist oft mit einem Empfehlungsbrief verglichen worden. Es ist auch einer, aber ein versiegelter. Man muß erst den Umschlag entfernen und dann zu lesen verstehen.' Otto von Leixner

5 Technisches zur Arbeit

Zwölf Menschen wurden in jeweils 15 - 20minütigen Porträtsitzungen abgebildet.

Das Ziel: je neun Bilder für Polyptichen zur „ehrlichen Abbildung“ und um die Vielschichtigkeit eines Gesichtes zu zeigen.

Ein ruhiger einfärbiger Hintergrund der vom Wesentlichen - dem Blick in das Gesicht der Abgebildeten - nicht ablenken soll und ein einfaches Lichtsetting mit Hauptlicht von schräg oben und einem zweiten Licht von der anderen Seite. Das relativ flache Licht unterstützt den Dokumentationscharakter; Mimik ging vor künstlerischer Qualität, was besonders in den Bildern zum Ausdruck kommt, die trotz eines Blitzaussetzers in die jeweilige Gesamtserie aufgenommen wurden.

Bei der Auswahl der einzelnen Porträts für die 9er Serie jedes Modells wurden zu extreme Reaktionen schon vorab ausgesondert. Auch wenn diese durchaus originellen Headshots auf die während des Fotografierens geführten Gespräche ehrlich oder gewollt unehrlich daherkamen, hätten sie in den endgültigen facial.mood.boards die Aufmerksamkeit des Betrachter zu sehr auf sich gelenkt, wie diese drei Beispiele verdeutlichen:

Fotografiert wurde vom Stativ mittels eines Kabelfernauslösers um mir die Möglichkeit zu geben beim Fotografieren mit den Abgebildeten echte Gespräche führen zu können. Augenkontakt und das direkte Anreden war mir wichtig, um sehr persönliche und ehrliche Bilder zu bekommen. Die Unterhaltungen handelten von Vorlieben und Abneigungen, von Alltag, Sport und Politischem. Jeder hatte die Möglichkeit umfangreich oder lapidar zu antworten. Auf Kleidung, Brillen, Schmuck und Make Up wurde bewusst verzichtet - nichts sollte vom Ausdruck der Gesichter ablenken.

Entstanden sind zwölf neunteilige Polyptichen, die einen diversifizierten Blick in ein Gesicht geben, eine vielfältigere Ansicht, als in einem Bild möglich gewesen wäre.

6 Zwölf facial.mood.boards

Diplomarbeit - Lehrgang Angewandte Fotografie Februar 2017

St. Pölten University of Applied Sciences

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