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Die Wildbienen

Geschwister von Biene Maja?

Wildbienen sind sie für die Natur und auch für uns Menschen von großem Nutzen. Sie zu schützen ist deshalb besonders wichtig. Aber die schlechte Nachricht gleich vorweg: Wildbienen können keinen Honig machen!

Außerdem weisen sie noch viele andere Unterschiede zur Honigbiene auf, über die ihr euch auf dieser Seite informieren könnt. Sie sind deshalb eher entfernte Verwandte von Biene Maja und ihrem Freund Willi, die alle aus dem Fernsehen kennen. Die Überschrift müsste also besser "Cousins und Cousinen der Honigbiene" heißen.

Sobald die Temperaturen nach dem Winter steigen, also etwa zwischen Februar und März, geht für die schätzungsweise 555 Wildbienenarten die Flugsaison los.

Ab dann sind sie für etwa sechs Wochen sehr aktiv unterwegs, denn sie haben alle Beinchen voll zu tun...

Zuerst suchen sich die Wildbienen einen Unterschlupf, in dem sie später ihre Eier ablegen können. Für ihren schutzlosen Nachwuchs muss die neue Heimat sicher sein vor Wind und Wetter, aber auch vor gefährlichen Vögeln, für die die Larven ein Leckerbissen sind.

Besonders gut geeignet sind Wildbienenhäuser. Manchmal werden sie auch "Hotels" genannt, aber weil die Bienen dort länger sind als nur ein paar Urlaubstage, passt der Begriff nicht so gut.

Bei ihrer Wohnungssuche greifen die Wildbienen auf eine Vielzahl von Verstecken zurück. Man kann sie deshalb manchmal auch in Astlöchern, angebohrten Holzbalken, in Mauerritzen, in Hohlräumen von Totholz oder in lockerer Erde entdecken.

Von Art zu Art unterscheiden sich die Vorlieben der Wildbienen. Die Schilf- und Bambusröhren unseres Bienenhauses beziehen die rostrote und die gehörnte Mauerbiene am liebsten.
vorausgesetzt sie passen in ihr neues zuhause, beginnt dann die eigentliche arbeit.

Die Bienen fliegen unzählbar viele Blüten an und sammeln die nährstoffreichen Pollen. Einen Rucksack brauchen sie dazu nicht, die Pollen bleiben einfach an ihrem Pelz und den sechs Beinchen hängen!

Durch ihren Flug von Blüte zu Blüte betreiben die Bienen ganz automatisch eine unbezahlbare Bestäubungsleistung von Kulturpflanzen, die künstlich bei weitem nicht erreichbar wäre. (Bild links: Löwenzahn)

Ehrenpreis
Gänseblümchen
Vergissmeinnicht
Kirschbaumblüte
Traubenhyazinthe
Schleifenblume
Gänseblümchen und Vergissmeinnicht
Apfelbaumblüte

Wenn die Wildbiene ihre Eier in dem Rohr abgelegt hat, baut sie eine dicke Pollenschicht davor. So haben die frisch geschlüpften Bienen im Sommer gleich was zu futtern.

Die Kammer wird dann mit feuchter Erde zugekleistert. Eine Kammer enthält die Eier, aus denen später die Bienen schlüpfen, eine dicke Pollenschicht und abschließend eine Lehmwand. Der Nachwuchs schlüpft im Jahr darauf ohne je die Mutter zu sehen.

Innerhalb eines Rohres wiederholt sich die Abfolge etwa fünfmal.
Im letzten Jahr ist diese Biene nicht aus ihrem Rohr geklettert. Hier kann man gut erkennen, wie weit die Lebewesen direkt nach ihrem Schlüpfen schon entwickelt sind.

Auch in ihrem Nestbau unterscheiden sich die Arten: Die Lehmwespen füttern ihren Nachwuchs mit Käferlarven, die Goldwespe schmuggelt als sogenannter "Brutparasit" (wie der Kuckuck) ihre Eier in die Nester anderer Arten, die blaugrüne Mauerbiene verwendet zum Verschließen einen Brei aus zerkauten Blättern, die Löcherbiene verarbeitet das Harz von Nadelbäumen und die Blattschneiderbiene nutzt - wie der Name sagt - einen Blattausschnitt als Wand.

Beeindruckend ist, dass die Wildbiene die Stelle, an der sie ihre Eier abgelegt hat, ohne Probleme wiederfindet. Und das obwohl ein Bienenhaus mit Tausenden ähnlich aussehenden Röhrchen befüllt ist. Auf dem Bild ist eine gehörnte Mauerbiene im Anflug.
Autsch... bienenstich?

Für den Menschen sind die Tiere absolut harmlos. Sie sind nicht aggressiv, da sie keinen Honig oder Bienenstaat zu verteidigen haben. Sie leben alleine und werden deshalb "Solitärbienen" genannt. Zwar besitzen sie einen Stachel, der ist aber zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen. Als reine Blütenbesucherinnen halten sie sich außerdem von Kuchen und Süßgetränken fern.

Leider rückt der Mensch den wichtigen Wildbienen dagegen auf ihren schönen Pelz.

unsere verdichtete Bauweise gesteht den Insekten immer weniger Schlupflöcher zu. Statt natürlicher Materialien (Foto links) werden mögliche Lebensräume durch Beton und Zement versiegelt (Foto rechts).

Außerdem stellt die wachsende Fläche an Monokulturen nicht genug abwechslungsreiche Nahrungsmittel zur Verfügung. Die hohe Pestizidausbringung belastet die Bienen und viele andere Insekten zunehmend.

wir schützen die Wildbiene: Sielmanns Natur-Ranger

Kinder und Jugendliche setzen sich vor ihrer Haustür in Bobenheim-Roxheim mit den Themen Biodiversität und Artenschutz auseinander. Wir informieren uns ausführlich über diese Themen und setzen unser Wissen in die Praxis um. In mehreren Projekten entstanden so Bienenhäuser, Streuobstwiesen, Totholzhaufen, Trockenmauern und Wildblumenareale. Für die uns umgebende schützenswerte Natur haben wir dabei immer ein offenes Auge...

Teamleiter: Lukas Hettmannsperger, Tel: 06239/995089

Created By
Lukas Hettmannsperger
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