Loading

TSCHECHISCHE Erlöserkirche HEILIGE RÄUME 2018

Kirche„Zum Allerheiligsten Erlöser"

Die Kirche hat eine einfach gestaltete Einturmfassade und bildet den Mittelteil der Klosteranlage. Die Klostertrakte auf der linken und rechten Seite sind leicht zurückversetzt. Der Kirchenbau, der im Inneren als Saalkirche mit seitenschiffartigen Erweiterungen ausgeführt ist, ist eines der bedeutendsten Werke des Frühhistorismus in Österreich.

Die Kirche ist im Inneren ein Saalbau mit mehreren Nebenräumen. Am zentralen quadratischen Mitteljoch schließt das querrechteckige Emporen- bzw. Vorhallenjoch an, seitlich seitenschiffartige Gänge. Darüber sind Emporen. Der Chor ist durch einen Triumphbogen vom Kirchenschiff getrennt. Durch vier marmorierte Pfeiler mit Kompositkapitellen wird eine baldachinartige Deckenwölbung geschaffen. Das quadratische Mitteljoch ruht auf flachen Wandpfeilern und öffnet sich in drei Pilasterarkaden gegen die Seitenschiffe. Über dem Gesims befinden sich durch Pilaster getrennte Rundbögen. Darüber ist jeweils ein Rundfenster.

Blick zum Chor
Blick zur Orgelempore

Im Chor ist in der Mitte des Kreuzgewölbes eine runde Laternenöffnung, die ebenso groß ist wie die Rundbogenfenster an den Seiten. In der Mitte des Mitteljoches befindet sich ein gerahmtes Tondo. Im Chorjoch sind an den Seitenwänden Blendarkaden. Darüber sind zweigeschossige Emporen mit Rundbogenfenstern. Die Vorhalle ist dreischiffig im basilikalen Stil erbaut. Über den niedrigen Seitenschiffen sind ebenfalls Oratorien, die sich in Triforien zum Kirchenschiff hin öffnen. Darüber ist die Orgelempore.

Der Altartisch ist schlicht gehalten. Die Altarretabel wurde im Stil der Renaissance mit Pilastergliederung und Säulen geschaffen. Davor steht eine Säulenretabel. Der gesamte Altarbereich wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu geschaffen, lediglich die beiden auf dem Giebel knienden Engel und das Gnadenbild wurden vom früheren Hochaltar übernommen. Das Gnadenbild stellt die „Maria von der immerwährenden Hilfe“ dar. Das 50×40 cm große Ölbild auf Holz wurde wahrscheinlich nach dem Jahr 1866 für den Altar geschaffen. Es stellt eine Kopie eines Gnadenbildes in der Alfonsokirche in Rom. Dieses wurde im 15. Jahrhundert von Kreta nach Rom gebracht und 1867 von Papst Pius IX. den Redemptoristinnen geschenkt. Über Maria mit dem Kind schweben Engel, die die Leidenswerkzeuge halten. Das Altarbild wurde als Fresko an die Wand gemalt. Es zeigt die „Verherrlichung des Herzens Jesu“ Es wurde nach einem Entwurf der ansässigen Ordensbrüder 1948 von J. Magerele gemalt. Es hat die Maße von 1100×800 cm.

geschichte

Die Kirche und das Kloster wurden zwischen 1834 und 1836 nach Plänen des Architekten Carl Roesner im Auftrag der „Würdigen Frauen vom Orden des heiligsten Erlösers in Wien“, gemeinhin bekannt als Redemptoristinnen, errichtet. Es handelt sich dabei um das erste Projekt des Architekten in Wien, der damit den Historismus in Wien entscheidend mitprägte. Er griff bei dem Entwurf auf Stilmittel der Renaissance zurück, die auf die Studienzeit des Architekten in Italien zurückzuführen sind. Die Ausführung des Baues hatte der Baumeister Anton Hoppe inne. Der Bau ist heute nicht mehr in seiner ursprünglichen Version erhalten. Die hinteren Trakte, die früher einen Hof umschlossen, wurden nach dem Verkauf des Klosters an den St. Method-Verein im Jahr 1908, im Zuge der Errichtung der Schützengasse niedergerissen. Im nun offenen Hof wurde ein Versammlungssaal errichtet.

Die Kirche befindet sich seit 1922 in Besitz der „Kongregation der Töchter von Gethsemani“, die aus dem St. Method-Verein entstand, die sich vor allem um die Seelsorge der Tschechen und Slowaken in der Diaspora kümmert. 1944 wurde die Kirche im Bereich des Chores von einer Bombe getroffen. Dabei wurde der Hochaltar zerstört. Vom ursprünglichen Altar ist nur noch das Gnadenbild „Maria von der immerwährenden Hilfe“ erhalten. Auch die Sakristei, der nach 1908 errichtete Vereinssaal sowie der Turm wurden bei dem Bombentreffer beschädigt. Der Turm erhielt bei der Wiederherstellung nicht die ursprüngliche Gliederung. 1968 erhielt die Kirche eine Innenrestaurierung und das Kirchendach wurde erneuert.

TSCHECHISCHE ERLÖSERKIRCHE · Rennweg 63 . 1030 Wien

Credits:

Fotos by Gerd W. Götzenbrucker

Report Abuse

If you feel that this video content violates the Adobe Terms of Use, you may report this content by filling out this quick form.

To report a Copyright Violation, please follow Section 17 in the Terms of Use.