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Entdeckung der Langsamkeit Langzeitbelichtung

17. Dezember 2017

In meinem heutigen Blog geht es primär um das fotografische Thema der Langzeitbelichtung. Ich möchte niemanden mit technischen Details langweilen, sondern erklären, was mich an diesem Thema so fasziniert.

Die Langzeitbelichtung ist nicht nur ein Gestaltungsmittel, mit welchem man einem Foto mehr oder auch weniger Dynamik verleihen oder gar Lebewesen oder Gegenstände ohne nachträgliche Retusche verschwinden lassen kann. Es ist eine komplett andere ART der Fotografie. "ART"...da es in meinen Augen ein höchst künstlerischer Prozess ist.

Eigentlich finde ich es toll, rasch meine Kamera zücken und Aufnahmen aus jeder nur denkbaren Perspektive machen zu können. Spontan und intuitiv! Dies geht überhaupt nicht mehr, wenn ich ein Foto über einen längeren Zeitraum belichte. Ohne Stativ geht da gar nichts mehr, ich benötige zudem einen Graufilter für mein Objektiv sowie einen Fernauslöser für alle Fotos, die ich länger als 30 sec belichten möchte. Belichtungszeiten müssen neu berechnet, Kameraeinstellungen nach dem Fokussieren neu gewählt werden und, und, und...

Nichts für mich, sollte man meinen und dennoch, ich bin infiziert und entdecke die Langsamkeit neu. Als ich die Fotos machte, die ich Euch gleich zeigen werde, war ich insgesamt ca. 2 Stunden am Fotografieren. Quantitativ war der Output gering, da eben jedes einzelne Foto dauuuuuuuert.

Für mich hatte der Vorgang beinahe meditativen Charakter. Während der Belichtungs- und Wartezeiten stand ich hinter meinem Stativ und genoss die Stille der Natur, atmete noch bewusster als sonst die herrlich salzige Meeresluft ein und wurde gar von 2 Seehunden, die sich in Deichnähe tummelten, reich beschenkt.

Morgens tastete ich mich ganz langsam an längere Belichtungszeiten heran, blieb aber anfangs noch moderat, um die Struktur in den wunderbaren Wolkenformationen zu bewahren.

1/40 sec
1/40 sec
1/30 sec
18 sec

Nun kam die Sonne langsam heraus.

30 sec

Vormittags war ich erneut in Bensersiel, um die Wogen zu glätten...

25 sec

Hier ein direkter Vergleich: das erste Foto habe ich mit einer Belichtungszeit von 1/30 sec fotografiert. Im Prinzip, um noch ohne Graufilter fokussieren zu können. Ist der Filter in dieser Stärke erstmal auf dem Objektiv, sieht man nämlich gar nichts mehr.

1/30 sec

Hier das Ganze nun 30 sec lang belichtet. Alles, was sich bewegt, hier das Wasser und die Wolken, ist glatt gebügelt, alles andere gestochen scharf. Und wir bekommen schöne, warme Farben... In 30 sec kann so einiges passieren.

30 sec

Hier eine etwas kürzere Belichtungszeit von 8 sec, und schon haben wir wieder etwas mehr Struktur im Wasser und in den Wolken.

8 sec

Hier kommt mit den beiden Schiffen Dynamik ins Spiel. Den Fokus habe ich mit einer Belichtungszeit von 1/200 sec gewählt.

1/200

Mit 1000er Graufilter habe ich 4 sec belichtet. Und wie dynamisch die Fähre am rechten Bildrand nun gleich in den Hafen einlaufen wird...

4 sec

Ich sehe hier großartige Gestaltungsmöglichkeiten und freue mich sehr darauf, mich weiter in dieses Genre einzuarbeiten. Eingefühlt habe ich mich schon ;-)

Zudem finde ich, die Entdeckung der Langsamkeit passt ganz wunderbar hier nach Ostfriesland!

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein entschleunigtes Weihnachtsfest.

Myriam Wälde-Behning

www.fizpix.com

Created By
Myriam Wälde-Behning
Appreciate

Credits:

FIZpix

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