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Gott ist im Miteinander erlebbar Michael Dufner

Das Feuer brennt. Es ist ein schöner Abend. Getränke stehen bereit. Alles passt. Mein Freund und ich haben einige Freunde eingeladen, die nicht aus dem kirchlichen Umfeld kommen. Unser Ziel: Mit ihnen über Jesus reden. Dafür haben wir keinen Aufwand gescheut. Sie sollen sich wohl fühlen. Der Abend ist etwas Besonderes, denn ich habe erkannt, dass Evangelisation, die Liebe von Jesus weiterzugeben, kein Einzelkampf ist.

Wenn ich allein kämpfe, schneide ich einfach mega schlecht ab. Aber zusammen mit meinem Freund macht es Sinn. Wir ergänzen uns wunderbar. Deshalb planen wir solche Treffen, beten dafür und setzen unsere Pläne dann gemeinsam um.

Mein Freund ist ein richtiger Pitbull-Christ.

Er schafft es, Menschen krass zu konfrontieren. Er kann aus dem Nichts Fragen stellen wie: «Weisst du eigentlich, was mit dir passiert, wenn du stirbst?» Boom! Das Erstaunliche daran ist, dass die Leute anschliessend trotzdem nicht finden: «Hey, zu diesem schrägen Typ gehe ich nie wieder!» Nein, sie kommen gerne wieder und alle wissen auch, dass er ab und an solche Fragen stellt. Nur, über die hitzigen Diskussionen, in denen sich alle irgendwelche Argumente um den Kopf schlagen, sind sie noch nie hinausgekommen. Und da komme ich ins Spiel.

Nein, ich bin nicht der konfrontierende Typ, kein Pitbull-Christ – eher ein Mentor, Motivator, ein Wegweiser und ein Einlader.

Und so haben wir gelernt, als Team zu funktionieren. Wenn mein Freund den Eindruck hat, es sei dran, jemanden zu konfrontieren, führen wir die Herausgeforderten anschliessend aber auch weiter, motivieren sie.

Oft ist es «unpassend», wenn mein Freund eine Boom-Frage stellt. Es ist gerade so gemütlich am Feuer. Jemand sagt sogar mal: «Was zerstörst du jetzt die coole Abendstimmung mit so einer doofen Frage?» Darauf mein Freund: «Das ist mir egal. Die Frage ist viel zu wichtig, als dass ich sie nicht stellen dürfte.» Hat er einmal zugebissen, ist er nicht mehr bereit, loszulassen. Also wird diskutiert. Wild, unstrukturiert, jedem scheint noch etwas in den Sinn zu kommen, wieso man nicht glauben muss, dass nach dem Tod noch etwas kommen würde. Und irgendwann kommt der Steilpass von meinem Freund zu mir: «Hey, was denkt denn der Pfarrer darüber?» Einige fallen aus allen Wolken. «Was, du bist Pfarrer? Das hätte ich nie gedacht! – Ja, erzähl mal, was du darüber denkst!»

Michael Dufner, Leitung FEG Schweiz Next Generation

Ich lenke das Gespräch von der Ewigkeit ins Hier und Jetzt. JESUS im Alltag, Glauben heute, IHN erleben wollen. Ich spreche von der Sehnsucht, die mich zu Jesus führte, weil ich diese Leere spürte, diese Ergänzung suchte. Ich berichte darüber, wie cool es ist, die Freude zu spüren, die nicht von dieser Welt kommt, in die Herrlichkeit Gottes zu blicken, sie zu schmecken, zu erleben, wie mein Vater im Himmel mich mit allem versorgt. Ich erzähle, dass es für mich damals war, als sässe ich ausgehungert an einen gedeckten Tisch. Eine Geschichte ergibt die nächste. Hauptsächlich erzähle ich, wie Jesus in meinen Schwachheiten als Vater, als Ehemann und bei meiner Arbeit hilft und hineinwirkt. Jemand meint sogar: «So einen Jesus könnte ich auch gebrauchen!» Eine Sehnsucht wächst. Wir werden dranbleiben.

Ja, es ist wirklich eine Strategie, die mein Freund und ich leben. Er hat keine Mühe, Leute «vor den Kopf zu stossen». Er macht das sehr gern und auch gut, denn die Leute sind gerne mit ihm zusammen. Sie kommen immer wieder, sie lieben es, von ihm mit solchen Fragen herausgefordert zu werden. Mein Part beginnt danach. Was heisst das für meinen Alltag, wenn ich weiss, dass es eine Ewigkeit gibt? Wie lebe ich das konkret? Meine Gedanken sprudeln aus meinen Erlebnissen einfach so heraus. Mein Freund und ich haben gemerkt, dass wir uns sehr gut ergänzen. Aber noch viel genialer ist die Tatsache, dass es uns total motiviert und anfeuert, den Auftrag aus Matthäus 28 neu zu leben.

Wer ist deine Ergänzung? Welche Art ist deine Art, mit Menschen über deinen Glauben ins Gespräch zu kommen? Mich begeistert es zu sehen, wie Menschen näher zu Jesus kommen, Ihn erleben – durch mich und uns. Aber noch vielmehr motiviert mich die Tatsache, dass jedes Mal, wenn ich von Jesus erzählen kann und darf, meine Leidenschaft für ihn wächst. Deshalb will ich die frohe Botschaft hinaustragen. Ich bin Jesus so dankbar, dass ich es nicht alleine tun muss!

Michael Dufner, michael.dufner@feg.ch