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Kaiserjubiläumskirche HEILIGE RÄUME 2018

Pfarrkirche zum heiligen Franz von Assisi

Der Kirchenbau entstand nach einem Wettbewerbsentwurf des Architekten Victor Luntz (1840–1903) im rheinisch-romanischen Stil; in der Gestaltung des Baukörpers und der Position am Fluss orientierte sich der Entwurf an der Kölner Kirche Groß St. Martin. Der vierjochige basilikale Backsteinbau wurde, da die Kirche auch – was später unterblieb – als Garnisonkirche dienen sollte, groß und massig angelegt, die drei massiven Türme sind mit roten Dachziegeln gedeckt und weithin sichtbar. In den Türmen erreicht die Kirche eine Gesamthöhe von 73 m, die Länge beträgt 76 m.

Die Kirche ist heute umgeben vom Mexikopark, einem Teil des Mexikoplatzes. Der vormalige Erzherzog Karl-Platz wurde 1956 in Mexikoplatz umbenannt. Ein Gedenkstein vor der Kirche trägt die erklärende Inschrift: Mexiko war im März 1938 das einzige Land, das vor dem Völkerbund offiziellen Protest gegen den gewaltsamen Anschluß Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich einlegte. Zum Gedenken an diesen Akt hat die Stadt Wien diesem Platz den Namen Mexiko-Platz verliehen.

Blick zum Chor
Blick zur Orgelempore

An der Innenseite der Westwand (genauer Südwestwand, weil die Kirche nicht genau geostet ist) der Seitenschiffe befinden sich zwei Bilder des italienischen Malers Ettore Gualdini aus Frosinone (1931–2010). Die beiden Werke wurden vom Trinitarier-Orden in Auftrag gegeben. Das im rechten Seitenschiff hat als Thema die Verkündigung, das im linken Seitenschiff stellt mit Bezug zur Elisabethkapelle die selige Elisabetta Canori Mora dar. Im Werkverzeichnis von Gualdini ist es beschrieben als: „Beata Isabel Canori Mora (1774–1825), moglie e madre di famiglia, terziaria trinitaria, martire dell'amore fedele nella vita matrimoniale, esponente massima della vita mistica“ (selige Isabel Canori Mora, 1774–1825, Ehefrau und Mutter, Tertiarierin des Trinitarier-Ordens, Märtyrerin treuer Liebe im Eheleben, größtes Vorbild eines mystischen Lebens).

Die Jugendstilkapelle wurde in memoriam der Kaiserin Elisabeth vom Roten Kreuz finanziert, 1907 fertiggestellt und am 10. Juni 1908 feierlich geweiht. Die Goldmosaikgeschmückte Decke der Elisabethkapelle wurde nach einem Entwurf von Carl Ederer errichtet.

Elisabethkapelle

An der linken Seitenwand des Chorraums befindet sich das Ölbild einer Schutzmantelmadonna der Wiener Malerin Lotte Berger (geb. 1938). Die Orgel wurde 1939/40 von den Orgelbaufirma Gebrüder Rieger gefertigt. Das Taschenladen-Instrument hat 56 Register und einen Spieltisch mit drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertraktur ist elektropneumatisch. Am 7. Juli 1940 wurde die Orgel von Kardinal Erzbischof Theodor Innitzer geweiht.

Geschichte

Nachdem das durch die erste Wiener Donauregulierung von 1870 bis 1875 neu gewonnene Land schnell besiedelt worden war, fehlte dafür eine eigene Kirche und Pfarre; das Gebiet gehörte vorläufig zur Pfarre Praterstraße. Am 19. März 1898 wurde ein Komitee für den Bau einer großen und repräsentativen Kirche an der Donau gegründet. Der Sakralbau sollte aus Spendenmitteln finanziert und dem 50-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josefs I. gewidmet werden.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 10. Juni 1900 durch Fürsterzbischof Kardinal Anton Josef Gruscha in Gegenwart des Kaisers und von mehr als 100.000 Menschen. Nach dem Tod des Architekten Victor Luntz im Jahr 1903 führte der späteren Dombaumeister August Kirstein den Bau weiter. Finanzielle Probleme verzögerten den Baufortschritt. Der Schlussstein wurde am 10. Juni 1910 gelegt. Die provisorisch fertiggestellte Jubiläumskirche wurde am 2. November 1913 von Fürsterzbischof Friedrich Gustav Piffl im Beisein von Kaiser Franz Josef I., des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand, des Bürgermeisters von Wien, Richard Weiskirchner und des Präsidenten des Kirchenbaukomitees, Fürst Carlos Clary und Aldringen (1844–1920), geweiht. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Arbeiten an der Kirche unterbrochen und nach Kriegsende wieder aufgenommen. Die Erscheinungsform der Kaiserjubiläumskirche blieb aber bis heute nahezu unverändert. So waren die hölzernen Überdachungen der drei Haupteingänge nur als Provisorium für die Einweihungsfeierlichkeit gedacht, blieben jedoch bis heute bestehen.

KAISERJUBILÄUMSKIRCHE · Mexikoplatz · 1020 Wien

Credits:

Fotos by Gerd W. Götzenbrucker

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