Cornwall The south

Eine Woche Lands End

Trotz des bescheidenen Wetters diesen Sommer, haben wir uns mutig entschieden nach Süd-Cornwall zu fahren. Lands End, St. Ives und weitere Köstlichkeiten stehen auf dem Plan.

Bislang wurden wir bei jedem Besuch in England mit tollen Wetter empfangen. Auch dieses Mal hörte der Regen mit Eintreffen in Dover auf. Doch der Regen hatte sich entschlossen sich am nächsten Tag in seiner ganzen Pracht zu präsentieren. Die Fahrt von Dover nach Cornwall war eine Tortur. Stundenlange Staus und Regen. So hatten wir England noch nie erlebt. Naja, wer fährt auch an einem Samstag durch England? Und das mitten im Sommer?

In Dover sind wir in unseren Stammitaliener gegangen. Es gibt ihn noch!!!

Da unser B&B restlos belegt war, haben wir 50m vom Italiener eine Unterkunft gebucht. Super einfach, null Komfort aber sauber und ok.

Gefrühstückt wurde in einem schönen Café-Restaurant 10m neben dem Italiener.

Dank Google sind wir dann in unserem Cottage angekommen. Wir haben uns nur ein Mal verfahren. Das war nicht immer so, denn bekanntlich machen Navis was sie wollen..

Schon während des Regens kann man sehen, dass unser Blick atemberaubend ist. Das lässt hoffen...

Der erste Tag in unserem Cottage

War das eine kalte Nacht. Zum Glück haben wir die Möglichkeit zu heizen. Also erst mal die Inhaberin angerufen, die aus der Ferne die Heizung angestellt hat und ab jetzt haben wir etwas wämere Räume.

Um uns bölken Schafe und Kühe. Wir sind hier komplett in der Pampa. Wunderschön!!! Der Blick aus unserer Frühstücksinsel ist mit dem heute relativ guten Wetter wirklich atemberaubend.

Nach einem leckeren Frühstück die große Frage: "was machen wir heute?" Bereits zuhause hatten wir uns Ziele ausgesucht und die Wahl viel auf den Trebah Garden in Falmouth.

Ein Grund warum wir immer wieder nach England kommen ist die Natur. Irgendwie schaffen es die Briten immer wieder aus einem kleinen Stück Land fantastische Oasen zu kreieren, die wir so in Deutschland selten sehen. Aber auch so ist die Natur hier einzigartig. Was ich damit meine zeigen besser die Bilder...

Immer noch im Trebah Garden gelangt man an einen kleinen Privatstrand. Kristall klares Wasser und eine Bucht, die einem alte Piratengeschichten erzählen will...

Also, auf jeden Fall Badesachen mitbringen (und den in England obligatorischen Neoprenanzug nicht vergessen. Das Wasser ist ars..kalt!)

Nach dem Besuch auf dem Weg noch eine weitere Schönheit, die man nur noch in England häufiger sieht. Ein Traum in rot...

Wer lange läuft muss auch essen. Also ab nach Falmouth. Ein hübscher Ort nur wenige Meilen entfernt. Sehr aufgeräumt und cosy. Und im Hafen bekommt man die Antwort auf die Frage: warum stehen hier so schöne Häuser?

Na klar. Wahrscheinlich sehen wir hier gerade den Drittwagen/Boot der Londoner, die mittlerweile alle schönen Küstenregionen in Beschlag genommmen haben und sich damit die Wochenenden an der Riviera sparen. Nun, wer hat der hat.

Wir haben uns in einem unserer englischen Lieblingspizzaketten "Zizzis" dann erst mal eine leckere Pizza gegönnt. Nirgendwo sonst wie in England essen wir so oft und gern Pizza. Es gibt noch weitere Alternativen (Pizza Pilgrims -zum niederknien oder Prezzo). Die machen das wirklich gut.

Mit vollem Bauch ging es dann wieder ab zum Cottage. Und diese "narrow streets" sorgen für einen schnellen Pizzaabbau. Der Pulsschlag und die Schweißausbrüche bei Gegenverkehr lassen die Kalorien nur so purzeln. Deswegen ist dann auch ein meditativer Moment in der Natur geradezu ein Geschenk.

Der Blick von unserem Cottage...

St. Ives

Dieser Ort soll ein "Must See" sein. Durch die Vorwarnung unserer Vermieter war klar, dass wir nicht mit dem Auto reinfahren. Also sind wir bis nach St. Erth gefahren und haben den Zug nach St. Ives genommen.

Scheinbar hatten wir auch die Richtung zur Zauberschule, denn ein gut gekleideter Herr gesellte sich zu uns auf den Bahnsteig.

Schon nach den ersten 100 Metern präsentierte sich die Landschaft von einer ganz anderen Seite. In unserem Cottage haben wir zwischen 14-16 Grad. Hier aber ging das Barometer schlagartig Richtung 20 Grad. Passend dazu ein paar Bilder.

Auf einmal Sommer! Dieses Cornwall ist schon schwer zu kalkulieren. Zum Glück waren wir auf herbstliche Temperaturen vorbereitet. Somit durften wir schwitzen... Super! Die Badesachen hatten wir natürlich zuhause gelassen.

Die volle Terrasse ließ schon ahnen was uns erwartete. Volles Haus! Und Parkplätze? None! Die Entscheidung den Zug zu nehmen war goldrichtig!

Die Straßen waren durchzogen von halbnackten gut gelaunten Menschen. Wir in unseren Winterklamotten fielen zum Glück nicht auf... Wir waren in einer anderen Welt!

Ein Rundgang durch St. Ives war wirklich nett. Und um ehrlich zu sein waren wir aber froh hier nicht für eine Woche gebucht zu haben. So war es ursprünglich geplant. Eine Fressbude neben der anderen. Qualitativ überraschend gut (wir mussten endlich Fish & Ships essen) und einladende Pubs, die wir aber erst spät entdeckten. Dennoch als Urlaubsort nicht unser Ding.

Den Charme eines so oft angepriesenen alten Fischerortes konnten wir so nicht entdecken. Schade, denn wahrscheinlich liegt das Potential im Verborgenen. Aber einen Besuch war es definitiv wert.

Auf dem Rückweg wurden wir von lautstarken, sehr gut gelaunten Familien mit Kindern freundlich begleitet. Zum Glück fuhren diese nur zwei Stationen mit, denn die meisten Fahrgäste waren kurz vor dem Gehörsturz.

Ich freue mich somit wieder auf unser Cottage. Da singe ich mit den Schafen und bibbere auf der Gartenbank. Aber immerhin bei vollem Wlan.

Ha, und Sonne können wir auch! Zum ersten Mal können wir das Meer sehen!

Lands End

Heute ist der große Tag. Lands End steht auf dem Plan. Auf der Webseite von Anke und Thorsten "Moose around the world" haben wir einen tollen Artikel gefunden. Er beschreibt einen Wanderweg von Sennen Cove nach Lands End.

Also alles eingepackt und los. Das Wetter war schon bei uns ganz gut. Deswegen waren wir vorsichtig auf Sommer eingestellt.

Nach ca. 1 Stunde waren wir auch schon da. Hätten Anke und Thorsten nicht den Weg beschrieben, wären wir vorbei gefahren. Der Weg runter nach Sennen Cove war atemberaubend. Und was wir sahen war der Hammer. Der kleine Strand voller Surfer. Also gleich den Strandparkplatz angefahren und den einzigen Platz abgegriffen. Dem scharfen Blick meiner Frau sei dank, denn auch hier geht mittags nichts mehr.

Und dieses Mal hatten wir an (fast) alles gedacht. Die Badesachen waren im Kofferraum. Doch ein wenig tränten uns doch die Augen, denn zuhause in Hamburg lagen unsere Bodyboards und die Neoprenanzüge. Tja, manchmal trifft man im Leben auch falsche Entscheidungen. Aber das Meeresrauschen, das freudige Gejohle der Surfer, die wieder eine Welle gefunden hatten und der Sand unter den Füßen waren Trost genug. Schließlich waren wir nicht zum Spaß hier... Wir hatten noch einen Marsch vor uns.

Nach einer genussvollen Stunde am Strand ging es los. Strandsachen in den Kofferraum, die richtigen Schuhe an und unsere Sommerdaunenjacken für alle Fälle (was für den Rückweg die richtige Entscheidung war).

Sennen Cove ist wirklich klein und außer Strand, einem Pub und 2-3 kleine Snackbars gibt es nur Häuser, Himmel und das Meer.

Am Orts-Parkplatz angekommen ging es auch schon bergauf. Hier sollte man auch für die Wanderung parken.

Was für ein toller Wanderweg! Je höher wir kamen, desto schöner die Umgebung. Der Blick zurück auf Sennen Cove:

Der Wanderweg war überraschend komfortabel und dennoch traf man auf viele Menschen, die in der gleichen Rinne liefen.

Das führte natürlich zur gegenseitigen Kontaktaufnahme und wir erfuhren dies und das aus dem guten England. Natürlich wurde auch der Wechselkurs angesprochen und das der Brexit hoffentlich nicht der komplette Exit sei... Immer wieder hören wir, dass die Entscheidung wohl etwas übereilt war. Aber Politik sollte nicht das Thema sein, sondern die Natur um uns herum. Und die zeige ich jetzt.

Atemberaubend und wunderschön. Diese Stunde Wanderung haben wir sehr genossen. Und dann war es fast soweit. Unsere Vorhut zeigte bereits, dass wir fast da waren.

Und tatsächlich. Nach wenigen Metern konnten wir die weißen Häuser von Lands End sehen. Wir waren sehr gespannt.

Und dann waren wir endlich da! Oder wo waren wir noch gleich? Was war das denn?

Das war definitiv noch schlimmer als St. Ives. Was von weit weg einladend wirkte, entpuppte sich als Vergnügungsmeile für Kinder. Generell nicht dagegen einzuwenden. Aber so?

Anke und Thorsten hatten es ja schon angekündigt. Aber na gut, wir wollen mal nicht übertreiben, denn das natürliche Drumherum ist einfach sagenhaft. Und deswegen war unsere Laune entsprechend super!

Zumindest bei den Alten...

Der Weg zurück war ebenfalls ein Genuss. Die Natur zeigt sich gewaltig und trotzt irgendwie dem Menschen. Und wenn man kurz inne hält ist man für einen kurzen Moment ein Teil dieser Kraft. Einfach toll!

Zurück in unserem Cottage fielen wir zufrieden und müde auf's Sofa. Jetzt weht der Wind kraftvoll um das Haus. Morgen soll es regnen. Wir sind gespannt. Für Abends haben wir bereits vorgesorgt..!

Ein Tag frei

Heute Nacht hat es mächtig gerumpelt. Der Himmel hat mal so richtig losgelassen. Am Morgen dann dieses Bild. Grund genug für ein ausgedehntes Frühstück, ein gutes Buch und ein Nickerchen vor dem Kamin.

Am Abend war Kino geplant. Ein Muss für uns in England und eine willkommene Abwechslung. Wir sind dafür ins Newlyn Filmhouse bei Penzance gefahren. Und als hätte jemand einen Schalter umgelegt, es wurde wieder warm und sonnig.

Auf dem Weg zum Restaurant kamen wir bei einem restaurierten Seebad (Lido) vorbei. Diesen Sinn für das Erhalten geschichtlicher Schmuckstücke liebe ich an den Engländern.

Das Restaurant war wirklich gut. Deswegen ein Bild dazu.

Die 10 Minuten Gehweg,am Wasser entlang, waren herrlich. Die 55 Plätze im Kino 2 waren fasr alle belegt. Guter Film, gute Stimmung.

Die Rückfahrt war dann umso spannender. Im Dunkeln die engen Straßen zu fahren war alles andere als entspannt. Darauf zuhause ein Whiskey und die Welt war wieder in Ordnung.

Godolphin House & Mousehole

Heute sind wir (die Alten) unserer größten Leidenschaft nachgegangen: Historische Häuser und ihre Gärten.

Seit Jahren haben wir die Schönheiten von National Trust und English Heritage besucht und genossen. Nirgendwo anders präsentiert sich die Geschichte und deren Schönheit so eindrucksvoll. Nun gut, wenn man Schönheit spricht und z. B. in den Tunnels von Dover war, wird so mancher seine Schwierigkeiten haben meinen Worten zuzustimmen. Ich meinte das auch nur auf die Bauten und die Natur bezogen. Was NT und EH über den Krieg zeigen ist oft beinhart. Und wer den Film Dunkirk nicht mochte oder verstanden hat, der sollte einen Tag für die Tunnel in Dover reservieren. Ich habe bestimmt eine Stunde gebraucht, um wieder klar denken zu können.

Nun aber zu den schönen Dingen oder besser zu dem was wir so lieben.

Das Godolphin-House ist eines der größten Wohnanlagen aus alter Zeit in Cornwall. Es wurde liebevoll restauriert und viele Teile sind bereits der Öffentlichkeit zugänglich.

Das Haupthaus war leider geschlossen, doch im Nebengebäude konnten wir erahnen was wir verpasst haben.

Die Gartenanlage ist wie bei allen anderen Häusern einfach ein Traum.

Und natürlich darf man nicht den Carrot-Cake verpassen. Wir wurden dabei im hauseigenen Café bestens von zwei Damen unterhalten, die neugierig nach unserem Ursprung fragten und mit einem leichten Schmunzeln die Rosamunde Pilcher Jünger aus Deutschland ansprachen. Eine Liverpooler Familie schwärmte von St. Ives. Zum Glück verstanden Sie unsere fragenden Gesichter und sagten sofort, dass man tagsüber im hinteren Ortsteil bleiben muss. Nur außerhalb der Ferienzeit bietet St. Ives diesen träumerischen Anblick., den wir erwartet hatten. Nun denn, das werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nochmal prüfen ;-). Wieder ein Grund nochmal her zu kommen!

Nach über zwei Stunden sind wir dann langsam Richtung Mousehole aufgebrochen. Mousehole liegt hinter Newlyn, das wir bereits vom Kinobesuch kannten. Somit war die Anfahrt recht komfortabel und wir freuten uns auf einen kleinen Fischladen, den wir auf dem Weg dorthin gesehen hatten. In Newlyn ist die Fischerei sehr präsent.

2 Meilen hinter Newlyn erreichten wir auf einer schmalen Küstenstraße Mousehole.

Und hier hatten wir das was wir eigentlich von St. Ives erwartet hatten. Einen malerischen kleinen Fischerort.

Wer das Hamburger Treppenviertel mag, wird sich hier sofort wohl fühlen. Alles ist klein. Und jeder Laden, jedes Café oder Restaurant versteckt sich in einem verwinkelten Hauseck oder in einem Hinterhof. Für die Kinder ist der Hafen der Spielplatz, während die Alten gemütlich an der Kaimauer sitzen und zuschauen oder miteinander klönen. Ferien-Appartments befinden sich direkt am Hafen in alten Fischerhäusern. Unauffällig und wirklich hübsch. Wir haben diesen Ort wie ein großes Ausatmen empfunden. Nur mit einer Sache kommen die da nicht zurecht: den Autos. In jedem Winkel stehen die Blechbüchsen und nehmen dem Ort leider etwas vom Charme. Die wenigen Parkplätze sind wahrscheinlich oft komplett voll. Naja, wir wollen auch alles haben...

Trotz zwei dicker Eiskugeln hatten wir Hunger und meine Frau (sie wieder mal mit dem siebten Sinn) bestand darauf vor Ladenöffnung am Fischrestaurant zu sein. Restaurant ist vielleicht übertrieben. Drinnen sind ca. 20 Sitzplätze vorhanden und die Aufmachung entspricht eher einem Bistro. Aber meine Arroganz sollte bald eines Besseren belehrt werden.

Wie immer hatte meine Frau recht. Als diese Schlange draußen war waren wir bereits drinnen und ließen uns zu ausgesprochen günstigen Preisen hervorragenden Fisch servieren. Das war wirklich ein Highlight. Ich halte überhaupt nichts von Selfie-Bilden mit Essen darauf. Aber hier mache ich mal eine Ausnahme (auf unseren Anblick habe ich dabei mal verzichtet...).

Das war die Krönung des Tages und es beweist mir wieder wie kreativ und gut die englische Küche sein kann. Zufrieden sind wir dann wieder Richtung Cottage gefahren, das uns mit einer strahlenden Abendsonne in Empfang nahm. Essen gut... Alles gut...

Strandtag

Am letzten Tag vor der Abreise hat es das Wetter mit uns gut gemeint. Also war der Strand angesagt. Auf dem Weg nach St. Ives hatten wir tolle weite Strände entdeckt. The Towans war somit heute unser Ziel.

Wir hatten uns für den Parkplatz Towan Headland Car Park entschieden. Gleich bei Hayle und nur 15 Minuten entfernt von uns.

Unsere Stoßdämpfer sind ordentlich geprüft worden. Das letzte Stück zum Parkplatz ist voller Löcher und Bodenwellen. Parkticket gelöst und dann dieser Blick...

St. Ives war gut zu sehen und gegenüber fuhr die Bahn. Der Strand war super schön. Heller feiner Sand und weitläufig.

Zum ersten Mal nach Jahren konnte ich meinen Drachen steigen lassen und coole Manöver fliegen. Platz und Wind waren ausreichend vorhanden. Am Abend noch zum Italiener und dann ab zum Cottage. Packen...

Das war eine Woche Süd-Cornwall. Viele Sehenswürdigkeiten haben wir ausgelassen. Wir wollten es ruhig angehen. So haben wir wieder einen Grund herzukommen. Dann aber außerhalb der Ferienzeiten. Denn auch die Einheimischen nutzen lieber die Zeiten vor und danach (natürlich ohne schulpflichtige Kinder).

Ich hoffe dieser kleine Ausflug hat gefallen und einen Vorgeschmack auf ein wunderschönes Fleckchen Erde vermittelt.

Viele Grüße,

Alvaro Moreno

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Alvaro Moreno
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Credits:

Images by Alvaro Leonardo Moreno

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