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Der Altmühltal-Radweg in sechs Tagen Teil 4 - von Eichstätt nach Beilngries

Die vierte Teilstrecke von Eichstätt nach Beilngries ist eher etwas unspektakulär. Das Tal wird wieder weiter und landschaftliche Höhepunkte sind eher spärlich. Aber in Pfünz, Kipfenberg und Kinding gibt es Burgen oder Schlösser bzw. Kirchen zu sehen. Ein Abschnitt der Reise also, der nach den vielen Eindrücken am Tag davor zum Entspannen einlädt. Erst in Beilngries werden wir wieder richtig munter und erkunden diesen für uns völlig unbekannten Ort. Und das lohnt sich: Sowohl Beilngries selbst, als auch der Hirschberg sind eine Augenweide.

Der vierte Abschnitt der Altmühltal-Radwegreise von Eichstätt nach Beilngries

Eichstätt verlassen wir über den Radweg an der Altmühl entlang durch eine grüne Parkanlage. Nur die große Brücke unterbricht optisch den Weg in eine ungestörte Landschaft.

Am Ortsausgang überqueren wir die Almühl und radeln dort Richtung Pfünz, das mit dem Schloss Pfünz - wird gegenwärtig als Jugendhaus der Diözese Eichstätt genutzt - und dem Kastell Vetoniana aufwartet.

Schloss und Kastell in Pfünz

Über dem Ort Pfünz im Altmühltal liegt das römische Kastell Castra Vetoniana. Die hier stationierte Auxiliarkohorte war für die Sicherung des nahegelegenen Limes zuständig. Angelegt wurde das Kastell um 90 n. Chr., heute sind die nördliche Toranlage, ein Eckturm sowie ein Teil der Wehrmauer wiederaufgebaut. Das Kastell liegt südlich des heutigen Dorfes auf dem sog. „Kirchberg“, einer spitz zulaufenden Bergzunge, 42 Meter über dem Altmühltal. Es bildete ein Rechteck von 189 Meter Länge und 145 Meter Breite und entsprach einer Fläche von 2,75 ha. Die Bergzunge wird von drei Tälern umschlossen, daraus ergab sich für das Kastell eine strategisch optimale Lage.

Blick auf Arnsberg mit dem Schloss-Hotel auf dem Steilfelsen

In Pfalzpaint wechseln wir wieder die Fluss-Seite, so dass wir nur von Ferne das Schloss in Arnsberg sehen. Es ist heute ein Hotel-Restaurant auf dem 120 Meter hohen Steilfelsen.

Im Schatten der Burg Kipfenberg

Dann ist es nicht mehr weit nach Kipfenberg. Der geographische Mittelpunkt Bayerns liegt etwa 500 m östlich von Kipfenberg. Vor 2000 Jahren führte der römische Grenzwall Limes, mittlerweile Weltkulturerbe, durch den Ortskern. Die mittelalterliche Burg Kipfenberg befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen. In einem Wirtschaftsgebäude der Burg ist das Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg mit dem integrierten Limes-InfoPoint untergebracht. Wir verzichten auf den Aufstieg, da der Anblick der Burg ohnehin nicht einladend aussieht. Die Bäckerei am Fuß der Burg hat Tische und Stühle aufgestellt und wir holen uns Rhabarber-Schorle und frische Brezeln.

Kirchenburg Mariä Geburt Kinding

Kirchenburg in Kinding

Die spätmittelalterliche Wehranlage, die größte „Kirchenburg“ im Bistum Eichstätt, ist sehr gut erhalten. Dem inneren Friedhof mit Ringmauer und drei Türmen ist an der Südseite der ebenfalls ummauerte äußere Friedhof vorgelagert, der in Kriegszeiten als Fluchtstätte für das Vieh und anderes Hab und Gut diente. Vom Wehrgang sind beiderseits des mit einer Zwiebelhaube geschmück­ten Turms an der Südostecke noch Mauerabsätze und Schieß­scharten sichtbar. (Quelle: www.kinding.de)

Überraschend interessant - Beilngries

Beilngries ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt und ein staatlich anerkannter Erholungsort. Die Stadt liegt in der Altmühl-Jura-Region. Die Altmühl fließt am Südrand der Stadt entlang, die Sulz fließt durch die Stadt und der Main-Donau-Kanal verläuft nördlich der Stadt.

Stadtpfarrkirche St. Walburga

Beilngries gehörte lange Zeit zum Hochstift Eichstätt, bedeutende Baumeister wurden engagiert. Zeugnisse ihrer Architektur sind das barocke Rathaus oder der Rokokobau der Frauenkirche. Hoch über die Stadt erhebt sich Schloss Hirschberg, ehemals fürstbischöfliche Residenz.

Unser Hotel - mit Gasthof Gams

Da wir früh in Beilngries ankommen versuchen wir, unsere Räder beim Hotel abzustellen und werden - wie bisher überall auf dieser Reise - herzlich und zuvorkommend empfangen. Zwar ist das Zimmer kurz nach Mittag noch nicht fertig und auch das Gepäck noch nicht angekommen, aber unsere Räder können wir gleich im Schuppen einstellen und die Radtaschen im Hotel einschließen. Mit der Information, dass wir das Zimmer in etwa einer Stunde beziehen können, machen wir uns zunächst auf zu einem Stadtbummel.

Flurerturm der Stadtmauer

Mehrere Häuser an der Hauptstraße haben sehenswerte Fassaden und Treppengiebel, beispielsweise das Kaiserbeckhaus. Am interessantesten finden wir die ursprüngliche Wehranlage. Von ihr ist eine Ringmauer mit schmalem Stieg um den Ort aus dem Mittelalter erhalten. Außerdem bestehen noch zwei viereckige Türme und ein runder Turm.

Sauhüterturm

Einprägsame Bezeichnungen haben die einzelnen Türme, so zum Beispiel der Sauhüterturm

Hinweis auf den Sauhüterturm
Seelennonnenturm

Schloss Hirschberg

Eingang zu Schloss Hirschberg

Zurück vom Stadtrundgang und einer Kaffeepause war auch unser Hotelzimmer fertig. Auf Empfehlung von Velotours hatten wir in unserem Radgepäck Wechselkleider dabei, was sich in Beilnsgries bewährte, denn das Gepäck kam an diesem Tag erst am späteren Nachmittag. So konnten wir frisch geduscht und in trockener Kleidung am Nachmittag noch etwas unternehmen. Dazu peilten wir den Besuch auf dem Hirschberg an.

Schon von Weitem konnten wir auf einer Anhöhe oberhalb der Stadt Beilngries das Schloss Hirschberg liegen sehen. Vor allem die beiden hohen Türme. Das Schloss ist ein ehemaliges fürstbischöfliches Jagdschloss im Rokoko-Stil, eine dreiflügelige Anlage mit mittelalterlicher Vorburg, seit 1860 wieder kirchliches Eigentum, heute in der Funktion als „Bistumshaus Schloss Hirschberg“.

Heute wird das Haus als Tagungs- und Bildungshaus der Diözese Eichstätt genutzt. Die historischen Räume bieten einen glanzvollen Rahmen für Tagungen, Seminare und Fortbildungen verschiedenster Veranstalter aus Kirche, öffentlicher Hand und Wirtschaft.

Blick vom Hirschberg auf Beilngries

An der Rezeption sagte man uns, dass der Weg mit einem steilen Aufstieg durch den Wald rund eine Stunde dauern würde. Von oben hätte man dann aber auch einen wunderbaren Blick über das Tal. Nach 45 Minuten hatten wir den Fußmarsch geschafft. Und der Blick von oben über das Tal entschädigte uns für die Anstrengung.

Unser Bett im Hotel war komfortabler

Für den Abend hatten wir in unserem zur Ring-Hotel-Gruppe gehörenden Quartier auch einen Tisch im Gasthof reservieren können. Wir haben hier das beste Essen bekommen auf der ganzen Reise. Auch das Zimmer war überraschend modern eingerichtet und ein gutes Beispiel, wie man mit Phantasie in ein älteres Gebäude Moderne einziehen lassen kann.

Ein Beitrag aus dem Online-Reisemagazin www.reisepilot.de

IMPRESSUM: Angaben gemäß § 5 TMG und verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV: Hans-Raimund Kinkel, Groten Heesen 11, 21033 Hamburg. E-Mail: info@reisepilot.de

www.reisepilot.de

Credits:

Hans-Raimund Kinkel

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